Bundesamt für Naturschutz

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Natur in graue Zonen – Kampagne zur naturnahen Begrünung innerstädtischer Firmengelände


Aktionsfeld

Ergebnisse (vorher: Netzwerkbildung)

Verantwortlich

Wissenschaftsladen Bonn e.V.

Förderer
Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt Stiftung „Lebendige Stadt“, HamburgStiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen

Projektpartner
Naturgarten e.V. und ausgewählte Naturgartenfachbetriebe
Bürgerstiftungen in Duisburg, Erfurt, Wiesloch

Lokales Netzwerk
Bürgerstiftungen in Duisburg, Erfurt, Wiesloch
Unternehmen und Unternehmensverbände (Duisburg, Erfurt, Wiesloch)
Bürger und Bürgerinnen der beteiligten Modellstädte
lokal verankerte NGOs (z.B. Stadtteilvereine, Bürgerbeirat, Naturwerkstätten etc.)

Kurzbeschreibung

Im Projekt „Natur in graue Zonen“, steht der urbane Raum im Fokus, verbunden mit den vielfältigen Möglichkeiten, die die Anwohner, ortsansässige Unternehmen und deren Beschäftigte haben, um die biologische Vielfalt im urbanen Raum zu fördern. Unter dem Motto „Natur in graue Zonen“, wird eine Kampagne zur Entsiegelung und naturnahen Begrünung innerstädtischer Firmengelände in den drei Modellstädten Duisburg, Erfurt und Wiesloch durchgeführt.

Laufzeit: 01.04.2013 – 31.03.2016

Projektflächen vor und nach Pflanz-Maßnahmen

FrischeKontor Duisburg GmbH: Versiegelte Parkplatzfläche
FrischeKontor Duisburg GmbH: Versiegelte Parkplatzfläche
FrischeKontor Duisburg GmbH: Bepflanzung einer Insel auf dem Parkplatz
FrischeKontor Duisburg GmbH: Bepflanzung einer Insel auf dem Parkplatz
Komplett versiegelte Fläche der Wohnungsbau-Genossenschaft “Erfurt“ eG
Komplett versiegelte Fläche der Wohnungsbau-Genossenschaft “Erfurt“ eG
Bepflanzung einer Fläche der Wohnungsbau-Genossenschaft “Erfurt“ eG, Bilder: Wissenschaftsladen Bonn e. V.
Bepflanzung einer Fläche der Wohnungsbau-Genossenschaft “Erfurt“ eG
Versiegelter Firmenparkplatz Oralchirurgie Krug in Wiesloch
Versiegelter Firmenparkplatz Oralchirurgie Krug in Wiesloch
Pflanzaktion auf dem Firmenparkplatz der Oralchirurgie Krug in Wiesloch
Pflanzaktion auf dem Firmenparkplatz der Oralchirurgie Krug in Wiesloch

Hintergrund

Betrachtet man den urbanen Raum im Hinblick auf Defizite von Flora und Fauna, dann fallen dem Betrachter die nur spärlich bepflanzten öffentlichen Plätze, die häufig monoton und standortfremd gestalteten Gärten und die teilweise bar jeglicher Bepflanzung auskommenden innerstädtischen Firmengelände auf. Viele dieser Firmengelände entwickelten sich in den 80iger Jahren oft als reine Funktionsflächen, ohne ökologische Akzente und ästhetischer Grüngestaltung zu berücksichtigen.

Dieses Bild hat sich bis heute kaum geändert. Viele gewerblich genutzte Flächen bieten ein trostloses Bild. Wenn eine Begrünung, z. B. des Eingangsbereichs, stattfindet, dann handelt es sich überwiegend um standortfremde Bepflanzung. Diesen, wenn überhaupt vorhandenen Flächen stehen viele Areale gegenüber, die keine tatsächliche Funktion für das Unternehmen haben, z. B. Abstandsflächen oder Restflächen die der Einfachheit halber versiegelt wurden.

Ziele

Um wesentliche Ziele des Naturschutzes (Reduzierung der Flächenversiegelung, Gewinnung von Fläche für die biologische Vielfalt, naturschutzrelevanter Wissenstransfer und Bewusstseinsbildung) voranzubringen, muss das Augenmerk auch auf Bereiche gelenkt werden, in denen Naturschutz bisher kaum thematisiert wird.

Um hier ein Umdenken und eine Öffnung hinzu naturnahen Gestaltungselementen zu erreichen, bedarf es mehr als einer bloßen Fachinformation – es bedarf eines Stimmungswandels, der von den Unternehmen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern einer Stadt getragen wird. Dies erfordert neue Vorgehensweisen. Mit dem Ansatz, Vertreter/innen der Wirtschaft und der Bürgergesellschaft zu Gemeinschaftsaktionen für die biologische Vielfalt zusammenzubringen, wird die Thematik in gesellschaftliche Bereiche gebracht, die bisher für die Umsetzung naturschutzrelevanter Ziele kaum berücksichtigt wurden.

Neben dem direkten ökologischen Nutzen (Flächenentsiegelung und naturnahe Begrünung), zielt die Kampagne darauf ab, sowohl Unternehmensvertreter/innen als auch Bürger/innen einer Stadt für die Spielräume biologischer Vielfalt im urbanen Raum zu sensibilisieren und zu Akteuren zu machen. Es soll erprobt werden, ob der Zugang zu den beiden Zielgruppen Bürger/innen und Unternehmen – über Projektpartnerschaften zu Bürgerstiftungen und Wirtschaftsverbänden (IHK) in den beteiligten Städten erreicht werden kann.

Es sollen kleine innerstädtische Vorzeigeflächen auf Unternehmensgeländen entstehen, die Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern - allgemein den städtischen Bürgern - die Vorzüge naturnah gestalteter Flächen praktisch zeigen.

Durchführung

In den drei Pilotstädten sollen innerhalb des Vorhabens jeweils 10 Unternehmen gewonnen werden, die bereit sind, eine beispielhafte Fläche von mindestens 50 qm auf Ihrem Firmengelände zu entsiegeln. Bisher haben insgesamt 21 Unternehmen Pflanzaktionen durchgeführt bzw. Aktionen im Frühjahr 2015 vorgesehen (beteiligte Unternehmen finden Sie in den weiterführenden Links in der rechten Randspalte). 

Begleitet von Naturgartenfachbetrieben sollen die versiegelten Flächen für eine naturnahe Gestaltung zur Verfügung gestellt werden. Während die Entsiegelung von den Unternehmen selbst getragen wird, wird die Bepflanzung im Rahmen öffentlichkeitswirksamer Aktionen zusammen mit der Bürgerstiftung durchgeführt und über das Projekt finanziert. Im Rahmen geleiteter Pflanzaktionen, wird mit Bürgern und Mitarbeitern der Unternehmen das Pflanz- und Gestaltungskonzept des Naturgartenfachbetriebes umgesetzt.

Die Pflanztage sind eingebettet in praxisnahe Workshops, in denen Experten wesentliche Grundlagen naturnaher Begrünung und Pflege an teilnehmende Bürger/Mitarbeiter und weiteren Interessierten vermitteln.

Bürgerstiftung und Unternehmen sollen die Pflege über Mitarbeiter, Anwohner oder interessierte Bürger sicherstellen. Pflegeseminare vermitteln hierzu die notwendigen Kenntnisse.

Naturschutzrelevanter Wissenstransfer und Bewusstseinsbildung wird durch zielgruppengerechtes Infomaterial, wie Informationsbroschüre für Unternehmen, Flyer, Roll Up‘s, Website, unterstützt.

Bürger/Mitarbeiter von Unternehmen erhalten praktische Angebote, um sich dem Thema zu nähern z.B. Exkursionen, Vorträge, Workshops, ein Fotowettbewerb zum Thema Stadtnatur/naturnahe Begrünung.

Durch Auftaktveranstaltung, Pflanzaktion und Auszeichnungsfeste (Würdigung der teilnehmenden Unternehmen und Bürger/Mitarbeiter) trägt die lokale Presse das Thema in die Öffentlichkeit. Abschlussveranstaltung und Vorher-Nachher-Ausstellung zeigen die Ergebnisse des Projektes-Best-Practice Beispiele um Nachahmung anzuregen. Das letzte Projektjahr wird der Verstetigung gewidmet.

Erprobt wird, ob Bürgerstiftungen den Zugang zum ehrenamtlichen Bürgerengagement und zu lokalen Multiplikatoren zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt bewirken können und ob Langfristigkeit und Fortführung auch nach Abschuss der Förderung durch die Bürgerstiftung installiert werden können, beispielsweise durch Pflanzpatenschaften, regelmäßige Veranstaltungen/Exkursionen etc.

Unternehmensverbände, die über das Netzwerk der Bürgerstiftungen angesprochen werden, stellen den Kontakt zu lokalen Unternehmen her und machen innerstädtische Natur und Lebensqualität zum Thema bei den Treffen der Unternehmensvertreter. Hierzu gehören dann auch Themen wie z.B. die aktive Einbeziehung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Kontakt

Birgit Netz-Gerten
Wissenschaftsladen Bonn e.V.
Tel. +49 228 201 61 59


Projektlogo Natur in graue Zonen