Bundesamt für Naturschutz

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Integration von Biodiversitätsaspekten in aktuelle CSR-Prozesse im Tourismus

Aktionsplattform

Ergebnisse (vorher: Biologische Vielfalt im betrieblichen Umweltmanagement)

Beteiligte Akteure

  • Projektkoordinator: ECOTRANS
  • Projektpartner: adelphi und Global Nature Fund
  • Eingebunden sind außerdem Standardorganisationen, Veranstalter von Wettbewerben für den Tourismussektor sowie Tourismusunternehmen

Laufzeit

Die erste Phase des Projekts wurde von Juni 2013 bis September 2015 gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen von UFO PLAN.

Kurzbeschreibung

Bild: Ecotrans e.V.

Hintergrund

Die Anbieter von Labels, Standards, Preisen und Wettbewerben für nachhaltigen Tourismus sind die unmittelbaren Ansprechpartner in diesem Vorhaben. Deren Zielgruppen schließen die wichtigsten Sektoren der Tourismusbranche ein: Reiseveranstalter, Reisebüros, Hotels und Campingplätze, Gastronomie und Destinationsmanagementorganisationen. 

Ziel der Initiative war die Integration von Biodiversitätsaspekten in CSR-Prozesse, Zertifizierungen und Standards, Preisen und Wettbewerben mit Relevanz für die Tourismusbranche. Weiterhin sollte eine Sensibilisierung der Tourismusunternehmen für den Schutz der Biodiversität und für ein strukturiertes Management der biologischen Vielfalt erreicht werden.

Ergebnisse des Projekts

Zunächst wurden im Rahmen des Projektes die Standards und Kriterien von 20 Labels und 29 Awards mit Bezug zu Biodiversität analysiert, Stärken und Lücken festgestellt, Interviews mit Interessenvertretern in Deutschland durchgeführt und die Ergebnisse auf einem Workshop im Rahmen der ITB 2014 vorgestellt und diskutiert. Die Grundlagenstudie ist in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. 

Die Schlussfolgerungen aus der Grundlagenstudie waren die Basis für die weitere Entwicklung von Empfehlungen für Standardorganisationen sowie Tourismusunternehmen mit eigenen Vorgaben an die Lieferkette. 

Die Empfehlungen richten sich zum einen an die Standardpolitik, d. h. die Trägerorganisationen sollten:


  • ihre Begriffe zum Handlungsfeld Biodiversität klar definieren
  • mit ihren Kriterien alle wesentlichen Aspekte der Biodiversität abdecken
  • das sogenannte no-net-loss Ziel verfolgen
  • zugunsten der Biodiversität Einfluss nehmen
  • ihre Wirkungen auf die Biodiversität erfassen
  • Weiterbildung zum Thema Biodiversität für Zertifizierer und zertifizierte Organisationen anbieten

Der Hauptteil der Empfehlungen besteht aus drei Listen für die Zertifizierung von Betrieben, Destinationen und Reiseveranstaltern. Die Empfehlungen wurden aus der Perspektive "Schutz der biologischen Vielfalt" zusammengestellt und zeigen die ganze Palette der Handlungsoptionen für touristische Betriebe, Destinationen und Reiseveranstalter. 

Alle Kriterien haben einen potentiellen positiven Effekt für die Biodiversität. Die Umsetzung liegt in der Kompetenz des Betriebes/Destination/Reiseveranstalter (die Organisation kann direkt umsetzen) oder in deren Einflussbereich (indirekt = die Organisation kann Einfluss nehmen). Die Empfehlungen beinhalten Kriterien zur Erfüllung der Rechtsvorschriften zum Naturschutz (Legal Compliance), aber auch Kriterien, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. 

Den Verfassern ist bewusst, dass die Standardorganisationen schrittweise bei der Berücksichtigung der Biodiversitätskriterien vorgehen müssen. Die als prioritär gekennzeichneten Kriterien (rot markiert) sollten als Grundlage in alle Standards und Labels implementiert werden. Die grün markierten Kriterien kann eine Standardorganisation zunächst als Kann-Kriterien ausweisen und dann nach einer bestimmten Zeit (z. B. bei der Re-Zertifizierung) als Muss-Kriterien definieren. Die nicht gekennzeichneten Kriterien runden die Biodiversitäts-Performance ab und können als Kann-Kriterien integriert werden. 

Die Empfehlungen für die Kriterien wurden auf der ITB 2015 in Berlin sowie auf weiteren Messen vorgestellt. Standardorganisationen und Unternehmen, die Empfehlungen berücksichtigen wollen, erhalten Unterstützung von den Projektpartnern. Fünf Standardorganisationen haben sich schon entsprechend beraten lassen. Im April 2015 wurde außerdem ein Workshop für nationale und internationale Zertifizierer und Auditoren realisiert. Sehr praktisch sind die Selbst-Checks für Hotels, Restaurants, Campingplätze, Reiseveranstalter und Destinationsmanager. Hier werden die wichtigsten Schritte in Richtung Schutz der Biodiversität abgefragt und der Nutzer kann selbst einschätzen, wie das Unternehmen im Bereich Biodiversität aufgestellt ist.

Die Verbreitung der Empfehlungen, konkrete Vorschläge für die Standardorganisationen zur Integration von Kriterien und die Darstellung von ausgezeichneten Hotels und Campingplätzen, Destinationen und Reiseveranstalter auf einer "Grünen Reisekarte Deutschland" werden von den Partnern über die Projektlaufzeit weitergeführt. 

Stand: März 2016

Kontakt

Herbert Hamele
ECOTRANS e.V.
Tel. +49 681.374679