Bundesamt für Naturschutz

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„Firmen fördern Vielfalt“


Beikräuter, Bild: Janine Sybertz
Beikräuter: Feld mit roten Mohn- und blauen Kornblumen

Aktionsfeld

Ergebnisse (vorher: Biologische Vielfalt im betrieblichen Umweltmanagement)

Verantwortlich

Leibniz Universität Hannover
Prof. Dr. Christina von Haaren und Prof. Dr. Michael Reich

Gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Laufzeit: 10/ 2013 – 09/2016

Kooperationspartner

  • Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. (AöL)
  • in der AöL organisierte Unternehmen Bionade, Hipp, Märkisches Landbrot und Neumarkter Lammsbräu
  • Bioland Beratung
  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Projektbeschreibung

Janine Sybertz bei der Vogelerfassung, Bild: Sarah Matthies
Janine Sybertz bei der Vogelerfassung

Firmen fördern Vielfalt - Praxistaugliche Erfassung, Bewertung und Darstellung der Biodiversität auf Zulieferbetrieben von Nahrungsmittelunternehmen

Für viele Unternehmen der Lebensmittelbranche ist die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und der Biodiversität ein wichtiges Anliegen. Sie würden gerne die von ihren Zulieferbetrieben erbrachten Leistungen zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität messen und dokumentieren. Solche Informationen können nicht nur für Kommunikationsstrategien der Firmen, sondern auch zur Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität auf den Betrieben genutzt werden. Zulieferer und Nahrungsmittelhersteller werden damit motiviert, etwas für die Artenvielfalt zu tun bzw. ihr Umweltmanagement weiterzuentwickeln.

Die Vor-Ort-Erfassung von Arten zur Ermittlung der Biodiversität durch den Landwirt oder einen Berater wird allerdings aufgrund des hohen Aufwands als unrealistisch angesehen. Die Unternehmen regen deshalb die Entwicklung eines einfacheren, auf Schlüsselindikatoren basierenden Systems an, um ein Biodiversitätsmanagement zu ermöglichen. Ein solches Modell, das eine transparente und nachvollziehbare Messung der Artenvielfalt erlaubt, fehlt bisher und soll im Rahmen des Forschungsprojekts "Firmen fördern Vielfalt" entwickelt und validiert werden.

Ziel des Projekts ist es, einfach erfassbare Indikatoren für die Messung der Artenvielfalt auf Zulieferbetrieben von lebensmittelerzeugenden Unternehmen zu entwickeln und die Grenzen der Aussagefähigkeit zu bestimmen. Durch eine Bilanzierung der erbrachten Biodiversitätsleistungen soll eine Grundlage geschaffen werden, die Artenvielfalt auf den Betrieben nachhaltig zu erhalten bzw. zu verbessern. Des Weiteren soll der Frage nachgegangen werden, ob Betriebe und Berater die erforderlichen Informationen selbst bereitstellen können und wie hoch Aufwand und Nutzen eines EDV-gestützten Systems zur Erfassung, Verwaltung und Bewertung dieser Daten sind.

Im Rahmen des Projekts werden die Betriebsflächen von sieben Testbetrieben in unterschiedlichen naturräumlichen Großlandschaften Deutschlands untersucht. Zunächst werden Indikatoren zur Abbildung der Artenvielfalt aus der Literatur abgeleitet und in einem Modell zusammengeführt. Ergebnis des Modells ist eine Vorhersage der Artenvielfalt für ausgewählte Betriebsflächen. Diese Vorhersage wird durch floristische und faunistische Feldarbeiten auf den Betrieben überprüft. Anhand der dabei gewonnen Informationen wird das Modell angepasst und optimiert. Parallel wird auf den Betrieben und bei den Beratern die Nutzbarkeit des Modells in der Praxis getestet. Dazu wird ermittelt, welche Biodiversitätsinformationen von den Landwirten und Beratern zur Verfügung gestellt bzw. selbst erhoben werden können und in wie weit eine Software-gestützte Umsetzung die Anwenderfreundlichkeit des Modells verbessert. Die Ergebnisse der Biodiversitätsdokumentation werden anschließend so aufbereitet, dass sie für das Management auf den Betrieben und die Kommunikation in den Unternehmen nutzbar sind.

Das Forschungsprojekt und erste Zwischenergebnisse wurden bereits auf Fachtagungen vorgestellt, z.B. im Rahmen der Tagung "Schulterschluss für die Natur II: Förderung von Naturschutzprojekten durch die Wirtschaft" am 3.3.2015 in Hannover und auf der Mitgliederversammlung der AöL am 14.4.2015 in Fulda. Im Januar 2016 soll am Institut für Umweltplanung, Leibniz Universität Hannover ein Workshop zur Erprobung naturschutzfachlicher Bewertungsmethoden für landwirtschaftliche Flächen mit den beteiligten landwirtschaftlichen Beratern und Landwirten durchgeführt werden. Des Weiteren ist ein Workshop mit den im Projekt engagierten Firmen im April 2016 in Planung.

Kontakt

Renate Dylla
Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL e.V.)
Tel. +49 9741.48 34