Bundesamt für Naturschutz

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NBS post 2020

Die Weiterentwicklung der NBS

Die neue NBS wird sich an den strategischen Vorgaben des zukünftigen Rahmenprogramms der CBD post 2020, das in der ersten Jahreshälfte 2022 verabschiedet werden soll, anlehnen. Zugleich soll die im Oktober 2020 vom EU-Umweltrat gebilligte neue EU-Biodiversitätsstrategie 2030 bei der Weiterentwicklung der deutschen NBS berücksichtigt werden.

Was ändert sich gegenüber der aktuellen NBS (2007)?

Die alte Strategie mit ihren insgesamt 330 Qualitäts- und Handlungszielen sowie rund 430 Maßnahmen soll in Umfang, Struktur und Komplexität vereinfacht werden, so dass sie für alle Akteursgruppen einfacher zugänglich ist.  Die neue NBS soll eine begrenzte Zahl prägnanter übergeordneter Ziele enthalten (ca. 40-50). Zu jedem dieser Ziele soll es mindestens einen passenden Indikator (bzw. Indikatoren-Set) geben, der die Zielerreichung quantifizierbar macht. Hierbei soll vor allem auf bereits bestehende Indikatoren (bzw. Indikatorensets), Monitoringprogramme, Kennzahlen etc. zurückgegriffen werden (z.B. Indikatoren aus der DNS, CBD, FFH etc.). Für die neue nationale Strategie ist geplant, das Zieljahr für die konkreten Qualitäts- und Handlungsziele auf 2030 zu fokussieren. Unter Umständen werden, in Anlehnung an den globalen Rahmen, ebenfalls einige wenige übergeordnete Ziele bis 2050 aufgegriffen. Für die Zeit nach 2030 würde die neue NBS dann auf der Basis möglicher neuer europäischer und internationaler Ziele überprüft und angepasst werden. Wichtige aktuelle Themen, die in der Strategie von 2007 nicht hinreichend enthalten sind, z.B. die Themen Insektenschutz, Energiewende, Meeresnaturschutz, Stadtnatur und Pflanzenschutz, werden als Handlungsfelder ergänzt.

Ideen zur Struktur der neuen NBS

Es soll künftig eine längerfristig ausgerichtete Strategie mit klar formulierten Qualitäts- und grundlegenden Handlungszielen, sowie für 3 – 5 Jahre ausgerichtete Nationale Aktionspläne (NAP) mit konkreten Maßnahmen geben. Daraus folgt eine vorgegebene Struktur des jeweiligen Aktionsplans basierend auf der Struktur der Strategie. Die Aktionspläne sollen flexibler dem aktuellen Handlungsbedarf und dem jeweiligen Zielerreichungsgrad angepasst werden können, ohne eine ganz neue Strategie verfassen zu müssen. Der erste Aktionsplan soll gemeinsam mit der neuen Strategie verabschiedet werden.

Strategie:

  • längerfristig ausgerichtet (2030/2040),
  • überschaubare Anzahl von Qualitäts- und grundlegenden Handlungszielen
  • Zu jedem Ziel soll es möglichst einen passenden Indikator (bzw. Indikatoren-Set) geben, der die Zielerreichung aufzeigt

Nationaler Aktionsplan:

  • konkrete Ziele und Maßnahmen, die den einzelnen Zielen zugeordnet sind
  • auf 3-5 Jahre ausgerichtet, anpassbar
  • zu jedem Ziel soll es möglichst einen passenden Indikator (bzw. Indikatoren-Set) geben, der die Zielerreichung aufzeigt

Ideen zu den möglichen Handlungsfeldern der neuen NBS

Übergreifende Biodiversitätsziele für ganz Deutschland

  • Artenvielfalt und Landschaftsqualität
  • Wildnis
  • Schutzgebiete / Erhaltungszustand
  • Wiederherstellung von Ökosystemen und deren Vernetzung
  • Umgang mit invasiven Arten

Biodiversitätsziele für einzelne Lebensräume

  • Wälder
  • Agrarland
  • Binnengewässer, Auen, Moore
  • Küsten und Meere
  • Städte und urbane Landschaften

Ziele zu übergreifenden Einflussfaktoren auf die Biodiversität

  • Klimawandel
  • Stickstoff und Biodiversität
  • Wirtschaft / Lieferketten / Finanzsektor / Konsum / Wert der Natur
  • Energie / Energiewende / Bioökonomie / Rohstoffe
  • Ernährung / synthetische Biologie / Gentechnik / Gesundheit
  • Verkehr / Tourismus
  • Bildung / Kommunikation / gesellschaftliches Bewusstsein / Jugend
  • Forschung / Monitoring / Digitalisierung

Ziele zum Biodiversitätsschutz weltweit

  • Verantwortung für Auswirkungen des internationalen Handels übernehmen
  • Umsetzung der CBD weltweit
  • Internationale Finanzmittel für Biodiversität

Ziele zur Finanzierung der Umsetzung der Strategie

Kurze Informationen zum laufenden Prozess


Der Prozess zur Weiterentwicklung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt hat bereits begonnen. In einem ersten Schritt wurde eine qualitative Status-Quo-Analyse hinsichtlich der Verwirklichung der strategischen Ziele der NBS sowie kritische Expert*innen-Interviews und ein Stakeholder Workshop mit über 70 gesellschaftlichen Akteuren (November 2020) durchgeführt. Die Ergebnisse dieser ersten Analysen und Empfehlungen liegen vor.
 
Um ausgewählte mögliche Handlungsfelder der neuen Strategie vertieft zu erörtern, haben im Sommer 2021 interdisziplinäre Expertise-Workshops stattgefunden.
Dabei wurden Anregungen und Ideen für den Aktualisierungsprozess der Nationalen Biodiversitätsstrategie gesammelt, wichtige Aspekte zur Weiterentwicklung diskutiert und erste Ansatzpunkte für die Entwicklung eines neuen, spezifischen Zielsystems für die verschiedenen Handlungsfelder erarbeitet.

Bisher haben sechs Expertise-Workshops zu folgenden Handlungsfeldern stattgefunden:

  • Wiederherstellung von Ökosystemen
  • Klima und Biodiversität
  • Schutzgebiete und Erhaltungszustand
  • Meere und Küsten
  • Bildung, Kommunikation und gesellschaftliches Bewusstsein
  • Wirtschaft und Konsum