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Zwergschwan: Schutzkonzept für eine bedrohte Zugvogelart in Deutschland


Zwergschwäne in der Haaler Au (©Hans-Joachim Augst)
Eine große Anzahl von Zwergschwänen rasten auf ihrem Weg in ihr Überwinterungsgebiet
Sorgeschleife - Rastgebiet von Zwergschwänen (© Kai-Michael Thomsen)
Luftbild der Sorgeschleife und der umliegenden Landschaft
EU-Vogelschutzgebiet 1823 Haaler Au-Niederung (©Hans-Joachim Augst)
Zwergschwäne rasten am Gewässer in der Haaler Au

Rund die Hälfte der in Nordwesteuropa beheimateten Zwergschwäne rastet jedes Jahr auf dem Zug in die Überwinterungsgebiete in Deutschland. Seit einigen Jahren sind massive Bestandsrückgange dieser Art zu verzeichnen, die Ursachen dafür sind noch unklar. Ziel dieses Projektes ist es, die Gründe für diesen Abwärtstrend aufzudecken, ein Schutzkonzept zu entwickeln und dazu beizutragen, die Bestände wieder ansteigen zu lassen.

Zwergschwan: Schutzkonzept für eine bedrohte Zugvogelart in Deutschland

Zwergschwäne nutzen traditionell Feuchtgrünländer, auf denen sie die für den Zug in die arktischen Brutgebiete benötigte Energie sammeln. Nachts ruhen sie geschützt auf nahegelegenen Schlafgewässern. Rund die Hälfte der nordwesteuropäischen Zwergschwan-Population rastet jedes Jahr auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete in Deutschland, woraus sich eine besondere Verantwortung Deutschlands für diese Art ergibt. Seit einigen Jahren erleidet der Zwergschwan einen massiven Bestandsrückgang, deren Ursachen jedoch im Dunkeln liegen. Habitatverluste, Scheuchwirkung durch Windparks, Gefährdungen durch Windkraftanlagen oder Freileitungen sowie der Mangel an Schlafgewässern könnten Gründe für den Rückgang der Zwergschwäne sein.

Das Michael-Otto-Institut im NABU entwickelt gemeinsam mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA) im Projekt „Zwergschwan: Schutzkonzept für eine bedrohte Zugvogelart in Deutschland“ einen bundesweiten Aktionsplan für den effektiven Schutz von Zwergschwänen und anderen Vögeln im Feuchtgrünland. Erste Maßnahmen werden im Rahmen der Projektlaufzeit bereits umgesetzt.

Mehr Erkenntnisse durch moderne Technik

Zur Klärung der Lebensraumansprüche und spezifischer Gefährdungen von Zwergschwänen werden insgesamt 40 Zwergschwäne mit GPS-Satellitensendern ausgestattet. Hierzu liefern auch großräumige Habitatanalysen mit Hilfe von Fernerkundungsdaten wertvolle Erkenntnisse. Durch die Neuanlage eines Schlafgewässers wird getestet, wie schnell Zwergschwäne solche neu geschaffenen Lebensräume annehmen und nutzen. Über die Besenderung ist es möglich, den Tieren auch in die arktischen Brutgebiete zu folgen und einzigartige Einblicke in das Brutgeschehen der Zwergschwäne zu erlangen.

Citizen Science für den Zwergschwan

Das Projektteam setzt außerdem auf das Engagement Vogelbegeisterter: Über eine „Online-Zählgebietsbörse“ können Ehrenamtliche Zählgebiete suchen, buchen und ihre Beobachtungsdaten eintragen. Die Zählgebietsbörse baut auf den Eingabeportalen des DDAs (ornitho.de und die dazugehörige App NaturaList) auf. Regionale Infotage und ein Blog, der über die besenderten Tiere berichtet, sollen Interesse und Begeisterung für den Zwergschwan in der Bevölkerung wecken.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands

Bundesländer: Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Laufzeit: November 2020 – Oktober 2026

Gesamt-Finanzvolumen: 1,82 Mio. €

Koordinierender Projektpartner: Michael-Otto-Institut im NABU

Verbundpartner: Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA), Kuno e.V., Naturschutzstiftung Landkreis Emsland, Niedersächsische Ornithologische Vereinigung e.V. (NOV), Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (OAMV), Ornithologische Arbeitsgemeinschaft für Schleswig-Holstein und Hamburg e.V. (OAGSH), Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Wildfowl and Wetlands Trust (WWT)

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Niedersächsisches Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein und Naturschutzstiftung Landkreis Emsland

Webseite: im Aufbau

Kontakt:

Kai-Michael Thomsen

Michael-Otto-Institut im NABU
Goosstroot 1
24861 Bergenhusen

Tel.: +49 (0) 4885 570
E-Mail: Kai-Michael.Thomsen@NABU.de

Letzte Änderung: 12.01.2021

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