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Waldgartensysteme ‒ Insektenlebensräume und Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft schaffen (WASYS)


Waldwerkstatt Kyritz (© STATTwerke e.V.)
Uweltbildungsmaßnahme: Kinder sitzen draußen auf der Wiese und lesen eine Text
Waldgartenstruktur (© STATTwerke e.V.)
Waldgarten mit verschiedenen Vegetationsschichten
Kohlweißling im Waldgarten Barenthin (© STATTwerke e.V.)
Kohlweißling sitzt an den Blüten eines Sommerflieders

Waldgärten können einen großen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten. Ziel des Projektes WASYS (Waldgartensysteme als insektenfördernde, landwirtschaftliche Produktionsmethode ‒ Insektenlebensräume und Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft schaffen) ist es, verschiedene Waldgartensysteme modellhaft zu testen und sie dann großflächig als landwirtschaftliche Produktionssysteme zum Schutz und zur Erhöhung der Insektenvielfalt zu etablieren.

Wälder für die biologische Vielfalt

Waldgärten zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Bepflanzung der Vegetationsstruktur von Wäldern mit ihren verschiedenen Vegetationsschichten aus Bäumen, Sträuchern und Kräutern entsprechen und damit eine Vielzahl an Pflanzen- und Tierarten beherbergen. Derzeit existierende konventionelle Landwirtschaftsflächen, die vor allem durch wenig strukturierte Monokulturen geprägt und artenarm sind, sollen im Projekt WASYS in insektenreiche, naturnahe, und produktive Waldgartensysteme umgestaltet werden zur Nahrungsmittelproduktion aber auch zum Zweck der Bildung und Erholung.

Waldgarten ist nicht gleich Waldgarten

Im Rahmen des Vorhabens werden durch den Verein STATTwerke e.V. auf einem insgesamt etwa elf Hektar großen Areal Modellflächen entwickelt. Auf fünf verschiedenen Parzellen werden unterschiedliche Waldgartensysteme in verschiedenen Kombinationen mit Nutzpflanzen erprobt.

Ein Vergleich der Artenvielfalt hinsichtlich Artenanzahl und Häufigkeit ausgewählter Insektengruppen -wird in Gegenüberstellung der zu untersuchenden Produktionsmethode sowie einer Probefläche der konventionellen Landwirtschaft durchgeführt. Dabei wird der zeitliche Verlauf ab Pflanzung über die Etablierungsphase bis zum Eintritt der Ertragsphase (ab dem fünften Jahr) betrachtet.

Außerdem werden die fünf Produktionsmethoden hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit gegenübergestellt und untersucht. Die hohe Produktionsleistung des Systems Waldgarten soll langfristig nachgewiesen, mittels einer Datenerhebung eruiert und durch eine Untersuchung der aufgewendeten Ressourcen gegenüber der Produktionsleistung dargestellt werden. Im Zuge des Vorhabens werden STATTwerke e.V. zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern als Multiplikatoren für dieses Bewirtschaftungssystem dienen und mit verschiedenen Bildungsangeboten darüber informieren und zum Nachahmen anregen.

Das ist das Ziel:

Ziel des Gesamtvorhabens ist es, Waldgartensysteme großflächig als zukunftsweisende landwirtschaftliche Produktionssysteme zum Schutz und zur Erhöhung der Insektendiversität zu etablieren. Die Ergebnisse sollen einen wesentlichen Anteil zur Akzeptanzsteigerung der Produktionsmethode "Waldgartensysteme" leisten. Landwirtschaftlichen Betrieben und Erzeugerbetrieben sollen die Umgestaltungsmöglichkeiten hin zu einer vielfältigen Agrarlandschaft aufgezeigt und der Nachweis der langfristigen Wirtschaftlichkeit von Waldgartensystemen erbracht werden.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)

Bundesland: Brandenburg

Laufzeit: Juni 2020 – Mai 2025

Gesamt-Finanzvolumen: 877 Tsd. €

Projektträger: STATTwerke e.V.

Verbundpartner: Institut für Umweltplanung (Leibniz Universität Hannover)

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Webseite: im Aufbau

Kontakt:

Dr. Stephan Lehmann

STATTwerke e.V.           
Präsidentenstraße 5a
16816 Neuruppin

Tel.: +49 (0) 3391 348295
E-Mail: lehmann@stattwerke.de

Letzte Änderung: 30.09.2020

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