Bundesamt für Naturschutz

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UBi – Unternehmen Biologische Vielfalt


Im Dialog mit Unternehmen (© Frank Nürnberger/Biodiversity in Good Company)
Moderator steht vor einer Moderationswand
Bepflanzte Recyclingmauer (© Volker Kranz)
Steinmauer umgibt ein Beet mit Blühpflanzen
Dialogforum (© Frank Nürnberger/Biodiversity in Good Company)
Sechs Personen sitzen vor einer Moderationswand, eine Frau spricht in ein Mikrofon

Die 2013 seitens BMU, BfN und BMWi gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden sowie Naturschutzorganisationen initiierte Initiative Unternehmen Biologische Vielfalt 2020 - UBi 2020 -wurde gegründet, um die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) zu unterstützen. Das Projekt „UBi – Unternehmen Biologische Vielfalt“ führt diese Initiativen jetzt weiter. Die Biodiversity in Good Company-Initiative ist weiterhin für die Dialog- und Aktionsplattform von UBi zuständig. Das Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) übernimmt die übergeordnete Koordination und Kommunikation der zehn Arbeitspakete. Die Bodensee-Stiftung und der Global Nature Fund als Mitgründer der Initiative bringen als Projektpartner ihr langjähriges Wissen im Themenfeld Unternehmen und biologische Vielfalt mit ein. Die DIHK Service GmbH (Projektpartner) stellt als zentraler Akteur und Multiplikator gemeinsam mit den IHK (Kooperationspartner) die Verbindung zu den Unternehmen vor Ort her.

Dialog und Vernetzung

Dialog und Vernetzung zwischen Wirtschaft, NGOs und Politik sind Schwerpunkte des Projektes. Beides soll sowohl durch regelmäßige physische und digitale Treffen des UBi-Unterstützerkreises als auch öffentliche Veranstaltungen, wie dem jährlichen Dialogforum Unternehmen Biologische Vielfalt weiter intensiviert werden. Darüber hinaus findet alle zwei Jahre ein Wettbewerb dazu statt, wie Unternehmen zur nachhaltigen Nutzung biologischer Vielfalt beitragen können.

Um nationale Wirtschaftsakteure in den bestehenden internationalen Commitment-Prozess im Rahmen des post 2020 Biodiversitäts-Rahmenwerks der CBD einzubeziehen, wird unter anderem der vom BMUV/BfN geförderte Biodiversity Commitment-Prozess der Wirtschaftsakteure weitergeführt. Dafür besteht auch die Plattform www.german-business-for-biodiversity.de fort. Ebenfalls soll ein regelmäßiger Austausch und eine Vernetzung mit der CBD Global Partnership on Business and Biodiversity, der EU B&B Plattform und anderen internationalen Akteuren erfolgen.

Branchenübergreifende Sensibilisierung

Damit negative Wirkungen der unternehmerischen Tätigkeit auf die Biodiversität verringert werden oder sogar positiv ausfallen, müssen Aspekte der Biodiversität im betrieblichen Management umfänglich berücksichtigt werden. Im Projekt werden daher Unternehmen aller Branchen und Größen ebenso wie Umweltsachverständige angesprochen und beraten, wie Biodiversitätsaspekte im Umweltmanagement berücksichtigt werden können. Neben mehreren Leitfäden (EMAS III, ISO 14001, Ökoprofit), wird ein digitales Seminarangebot entwickelt und ein branchenübergreifender SelbstCheck als Online-Tool erarbeitet und bereitgestellt.

Standardorganisationen und Unternehmen mit eigenem Firmenlabel sollen motiviert werden umfassende Biodiversitäts-Kriterien in ihre Standards und Firmenlabel zu integrieren. Um Aussagen hinsichtlich Effektivität, Transparenz und Überprüfbarkeit der Kriterien bezüglich Biodiversität (direkter und indirekter Bezug), sollen die wichtigsten Standards/Firmenlabel von drei Wirtschaftsbranchen analysiert und Empfehlungen erarbeitet werden.

Biodiversität im deutschen Mittelstand

Die DIHK Service GmbH wird gemeinsam mit mehreren IHK ihre Expertise im Themengebiet biologische Vielfalt ausbauen. Dazu sind Dialog- und Coachingangebote einerseits für IHK Mitarbeiter und andererseits für Unternehmen geplant. Mit bundesweit ca. 90 Biodiversitäts-Roadshows  sollen  außerdem etwa 3.000 Unternehmen über die Bedeutung von Biodiversität informiert werden.

In fünf Regionen sollen Biodiversitäts-Bündnisse eingerichtet werden, um vor Ort Unternehmen zu gewinnen, die sich gemeinsam mit anderen Stakeholdern für konkrete und nachhaltige (Kooperations-)Maßnahmen entscheiden. Außerdem sollen in fünf ausgewählten Branchen Unternehmen mit spezifischen Biodiversity-Checks dabei unterstützt werden, das Handlungsfeld Biodiversität in ihrem (Umwelt-)Management zu berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Akteure des Finanzsektors werden informiert und dazu beraten, Biodiversitätskriterien bei der Kreditvergabe, Investitionen, Ratings und Versicherungsleistungen zu berücksichtigen. Dazu werden biodiversitätsrelevante Bewertungskriterien und Informationen zu Risiken in verschiedenen Branchen erarbeitet und exemplarisch an Unternehmen aus drei Branchen (Lebensmittel, extrahierende Industrie und weitere Industriebranche) angewendet.

Naturnahe Firmengelände

Einige Institutionen und Unternehmen engagieren sich bereits für naturnah gestaltete Firmengeländen. Da das Potenzial flächenmäßig und ökologisch jedoch noch sehr groß ist, werden im Projekt Aktivitäten angestoßen, um ein Mainstreaming des Themas „Naturnahe Firmengelände“ zu erreichen. Nach dem Vorbild der Schweizer Stiftung Natur und Wirtschaft soll ein Label für naturnahe Firmengelände vergeben werden. Zur Verstetigung des Labels soll eine Organisation in Deutschland aufgebaut werden, die sich langfristig selbst trägt.

„Food for Biodiversity“

Das UBi-Projekt unterstützt die neu gegründete Branchen-Initiative „Food for Biodiversity“ mit verschiedenen konkreten Maßnahmen:  Ein bereits erarbeitetes Basis-Set mit 60 Biodiversitätskriterien für die Erzeugung von agrarischen Rohstoffen wird erprobt und nach der Implementierung in 12 Pilotregionen überarbeitet. Es ist geplant, mit einem Monitoring der Pilotprojekte Daten zu Kosten und Einsparungen, Potenziale für Biodiversität, Verringerung negativer Wirkungen und weiteren positive Wirkungen zu gewinnen. Darüber hinaus wird über Fortbildungen für Personen aus der landwirtschaftlichen Beratung, Zertifizierung, Produkt- und Qualitätsmanagement sowie Einkauf und Lobbyarbeit auf politischer Ebene die biologische Vielfalt als ein zentrales Qualitätsmerkmal der Lebensmittelbranche entwickelt.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)

Bundesland: bundesweit

Laufzeit: November 2021 – Oktober 2026

Gesamt-Finanzvolumen: 4,73 Mio. €

Koordinierender Projektpartner: Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) gGmbH

Verbundpartner: Biodiversity in Good Company Initiative e.V., DIHK GmbH, Global Nature Fund, Bodensee-Stiftung

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) sowie Food for Biodiversity e.V.

Website: im Aufbau

Kontakt:

Cristina Fedato

Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP)
Hagenauer Strasse 30
42107 Wuppertal

Tel.: +49 (0)202 45958 - 48
E-Mail: cristina.fedato@scp-centre.org

Letzte Änderung: 21.12.2021

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