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Schulwandern – Draußen erleben. Vielfalt entdecken. Menschen bewegen.


Spiegelgang. Foto: Deutscher Wanderverband
Der Wald aus Sicht einer Maus – Spiegelgang. Foto: Deutscher Wanderverband
Orientieren. Foto: Deutscher Wanderverband
Orientieren mit der Wander-AG der Stauferschule. Foto: Deutscher Wanderverband
Barfuß durch den Bach. Foto: Deutscher Wanderverband
Barfuß durch den Bach – Eine Wanderung mit allen Sinnen. Foto: Deutscher Wanderverband

Das Wissen um die Zusammenhänge, die Bedeutung und die Schutzbedürftigkeit der biologischen Vielfalt ist in Deutschland nicht so weit verbreitet, wie es die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) als Ziel für 2015 formuliert hat. Vielfach fehlt es gerade Kindern und Jugendlichen an praktischer Naturerfahrung und einem persönlichen Bezug zur Natur. Daran könnte die Schule etwas ändern, bspw. mit regelmäßigen „Draußentagen“ und schulischen Wanderaktivitäten zum Thema „biologische Vielfalt“.

Regelmäßige „Wandertage“ in schulnaher Umgebung schaffen Gelegenheit für unmittelbares Naturerleben. Die Schüler und Schülerinnen lernen genau hinzuschauen. Sie schärfen ihren Blick für Details und nehmen Veränderungen der natürlichen Umgebung im Jahresverlauf oder durch andere Einflüsse bewusst und reflektiert wahr. Das öffnet den Blick für die Zusammenhänge, Einflüsse und Abhängigkeiten in der Natur. Und es stärkt das Urteilsvermögen in naturwissenschaftlichen und ökologischen Fragestellungen. Außerschulische Lernerfahrungen verbunden mit Bewegung und gemeinsamem Naturerleben wirken sich zudem positiv auf das Lernen allgemein und das soziale Miteinander in der Schule aus. Diese Erfahrung haben viele Schulen in Skandinavien mit dem Modell der Uteskole, der „Draußenschule“, gemacht.

Hier hat das Projekt „Schulwandern“ des Deutschen Wanderverbandes und seines wissenschaftlichen Projektpartners, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, angesetzt. „Draußentage“ nach dem Vorbild der skandinavischen Uteskole und Schulwanderungen sollen die Wahrnehmung für die biologische Vielfalt schärfen, vernetztes Denken fördern und das Ausprobieren von Handlungsmöglichkeiten anregen.

Schulen in ganz Deutschland sollten angeregt werden, regelmäßige Wander-Aktivitäten zur biologischen Vielfalt einzuführen und als selbstverständliche Ergänzung zur abstrakten Wissensvermittlung in den Schulalltag einzubinden. Ziel war es sowohl Lehrer und Lehrerinnen als auch Schüler und Schülerinnen stärker für die Bedeutung und Schutzwürdigkeit der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren. Auf diese Weise sollen sie letztlich auch befähigt werden, gesellschaftliche Verantwortung für die biologische Vielfalt zu übernehmen, die auf eigener Natur-Erfahrung beruht.

Die Umsetzung des Projekts erfolgte über zwei Wege: Zum einen wurde unter wissenschaftlicher Begleitung an drei ausgewählten Grundschulen aus verschiedenen Bundesländern ein Modellkonzept mit Handlungsanregungen und Bildungsmaterial für die Draußenschule entwickelt. Zum anderen bewarb der Deutsche Wanderverband ganzjährig und insbesondere im Rahmen der „Wandertage biologische Vielfalt“ Schulwanderungen mit Bezug zur Biodiversität, zertifizierte Lehrer und erstellte Bildungsmaterialien.

An den Modellschulen wurden regelmäßige „Draußentage“ eingeführt, ausprobiert und wissenschaftlich ausgewertet. Sie dienten als Best-Practise-Beispiele, lieferten schuldidaktische Grundlagen und sollen bundesweit andere Schulen zur Nachahmung anregen. Gesteuert wurden die Prozesse durch Expertenteams, die sich aus Vertretern der jeweiligen Schulen, Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Fachleuten des Deutschen Wanderverbandes zusammensetzten. Bei der konkreten Umsetzung wurden die Schulen zudem fachlich, pädagogisch und organisatorisch von lokalen Experten wie Umweltpädagogen, Förstern, Sozialpädagogen, Mitgliedsvereinen und Landesverbänden des Wanderverbands und der Deutschen Wanderjugend unterstützt.

Im Rahmen der jährlichen Wandertage zur biologischen Vielfalt vom Bundesumweltministerium (BMU) und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) bewarb der Deutsche Wanderverband in den Jahren 2014-2016 besondere Angebote für Schulen zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen. Alle beteiligten Schule erhielten ein umfangreiches Starterset mit Infomaterialien, Flyern, Give Aways, Postern, Broschüren und einer speziellen Smartphone-App zum Thema und nahmen an einem Wettbewerb für besonders innovative und kreative Wanderungen teil. Ziel dieser Maßnahme war es, möglichst viele Schulen zur Durchführung eigener Wandertage zur biologischen Vielfalt anzuregen.

Das gesamte Projekt wurde von der Johannes Gutenberg-Universität im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitstudie evaluiert. Die Ergebnisse wurden nach Abschluss des Projekts im Rahmen einer Fachtagung präsentiert und in verschiedenen Publikationen veröffentlicht.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen

Bundesland: Bundesweit

Laufzeit: 01.01.2014-31.03.2017

Gesamt-Finanzvolumen: 1,03 Mio. €

Projektträger: Deutscher Wanderverband (DWV)

Projektpartner: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)/ Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Abschlussbericht

Webseite: www.schulwandern.de

Facebook: https://de-de.facebook.com/schulwandern

Videoclip: Link zur Mediathek

Ansprechpartner/in:

Ute Dicks
Deutscher Wanderverband
Wilhelmshöher Allee 157-159
34121 Kassel

Tel: 0561 9387315
u.dicks@wanderverband.de

Prof. Dr. Marius Harring
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Erziehungswissenschaft
Jakob-Welder-Weg 12
55128 Mainz

Tel: 06131 3924811
harring@uni-mainz.de

Letzte Änderung: 07.02.2019

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