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Sandküste St. Peter-Ording – ökologische Aufwertung eines Wattenmeergebietes und Anpassung an den beschleunigten Meeresspiegelanstieg


Sandküste von St. Peter-Ording (© Martin Stock)
Luftaufnahme der Sandküste St. Peter-Ordings
Dünen als gemeinsamer Raum für Natur- und Hochwasserschutz (© Martin Stock)
Blick auf Dünenlandschaft, Strand und Meer
Hinter dem Deich gelegene Binnendünen (© Hans-Ulrich Rösner)
Menschen spazieren durch die Dünen, im Hintergrund das Meer

Die zum schleswig-holsteinischen Wattenmeer gehörende Sandküste von St. Peter-Ording hat eine herausragende Bedeutung: Die Salzwiesen und die Strand- und Dünenlebensräume zeigen eine beeindruckende Lebensraumvielfalt, die in großen Teilen noch der natürlichen Küstendynamik unterliegt. Der Außensand, die vorgelagerten Salzwiesen und die Dünen sind zudem wichtige Elemente für den Schutz des Hinterlandes vor Überflutungen. Zugleich ist St. Peter-Ording mit jährlich etwa einer Million Gästen einer der zentralen Tourismusstandorte in Deutschland.

Natürlichkeit und Artenvielfalt der Dünenlebensräume stärken

Die Sandküste St. Peter-Ordings ist jedoch durch Lebensraumverluste sowie durch die Folgen des Klimawandels gefährdet. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Binnendünen St. Peter-Ordings durch Aufforstungsarbeiten mit Nadelgehölzen verändert. Dadurch haben sich die offenen Dünenlebensräume verkleinert und wurden in Teilflächen zerschnitten. Zudem verdrängen standortfremde Pflanzen zunehmend dünentypische Arten. Das Projekt hat daher zum Ziel, durch Offenhaltungsmaßnahmen, Entfernen von standortfremder Vegetation sowie einer Vernetzung der Teilflächen die wertvollen Dünenlebensräume St. Peter-Ordings wiederherzustellen bzw. zu erhalten sowie ihren Zustand langfristig zu verbessern. Dies soll auch die Lebensraumqualität für stark bedrohte Tierarten beispielsweise Zauneidechse und Kreuzkröte verbessern.

Wie kann die Sandküste vor dem steigenden Meeresspiegel geschützt werden?

Der beschleunigte Anstieg des Meeresspiegels kann künftig die Küsten des Wattenmeeres stark verändern. Für eine Vorbereitung auf die möglichen Folgen des Meerespegelanstiegs und die Entwicklung von Anpassungsstrategien für Mensch und Natur sollen im Projekt die zukünftige geomorphologische Entwicklung der Sandküste von St. Peter-Ording sowie die Hochwasserschutzfunktion der Dünen in einem Küstenabschnitt ohne Deich untersucht werden. Die Ergebnisse sollen Anpassungsmaßnahmen ermöglichen, die im Einklang mit Naturschutz, Küstenschutz und Gemeindeentwicklung stehen.

Natur erleben, verstehen und gemeinsam schützen

Ein langfristiger Schutz der Küstenlandschaft in St. Peter-Ording kann nur gelingen, wenn dieser gesellschaftlich unterstützt wird. Das Projekt möchte daher die Identifikation der Menschen mit der Küstenlandschaft vor Ort und die Akzeptanz für deren Schutz stärken. Dazu werden im Rahmen des Projektes zahlreiche Angebote entwickelt - von Naturinformations- und Naturerlebnisangeboten bis zur aktiven Einbindung der Bevölkerung, ihrer Gäste sowie von Tourismusakteuren in die Projektumsetzung.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Sicherung von Ökosystemleistungen

Bundesland: Schleswig-Holstein

Laufzeit: August 2020 – Juli 2026

Gesamt-Finanzvolumen: 2.05 Mio. €

Koordinierender Projektpartner: WWF Deutschland

Verbundpartner: Schutzstation Wattenmeer e. V., Universität Braunschweig, Universität Kiel, Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, Gemeinde St. Peter-Ording und VR Bank Eiderstedt

Webseite: im Aufbau

Ansprechpartner:

Jannes Fröhlich

WWF Deutschland
Wattenmeerbüro
Hafenstraße 3
25813 Husum

Tel: +49 (0)4841-668558  
E-Mail: jannes.froehlich@wwf.de

Letzte Änderung: 07.09.2020

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