Bundesamt für Naturschutz

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Insekten beleben Moore


Hochmoorfläche nach dem Torfabbau (© Lotta Zoch)
Blick auf eine abgebaute Moorfläche
Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica) (© Lotta Zoch)
Ein Weibchen einer Torfmosakjungfer bei der Eiablage
Zielvegetation mit Torfmoosen und Heidearten (© Lotta Zoch)
Verschiedene Toormoose und Heidearten

Hochmoore sind von großer Bedeutung für die biologische Vielfalt und den Klimaschutz. Werden diese Flächen entwässert und abgebaut, bleiben große, homogene und weitgehend vegetationsfreie Flächen zurück. Im Projekt „Insekten beleben Moore“ sollen auf solchen Flächen die Lebensbedingungen für Insekten wiederhergestellt und dauerhaft verbessert werden.

Eine Chance für die biologische Vielfalt

Auch nach der Wiedervernässung bleiben die strukturarmen Flächen überwiegend artenarm und nahezu blütenfrei. Es entstehen Lebensräume mit sehr armer Insektenfauna, die viele Jahrzehnte stabil bleiben können. Damit bleiben auf großer Fläche eigentlich hervorragende Potenziale, die durch die Nährstoffarmut und ausbleibender konkurrierender Nutzung entstehen, zur Förderung von Insekten ungenutzt.

Ziel des Projektes „Insekten beleben Moore“, das gemeinsam von der Region Hannover mit dem Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover durchgeführt wird, ist es, die Lebensbedingungen für Insekten auf stark degradierten Hochmoorstandorten erheblich und dauerhaft zu verbessern. Durch die Schaffung geeigneter Mikrohabitate und das gezielte Einbringen von Initialpflanzen aus lokalem Spendermaterial sollen ehemalige Abtorfungsflächen im Naturschutzgebiet „Totes Moor“ bei Hannover beispielhaft entwickelt werden. Hier werden in sechs Jahren Projektlaufzeit auf Flächen mit unterschiedlichen Standortbedingungen Maßnahmen zur Entwicklung insektenfreundlicher Habitatstrukturen erprobt und die dort gewonnen Erfahrungen dann großflächig umgesetzt. Auf diese Weise soll die Besiedlung durch typische Insektenarten der Hochmoore gefördert und deren Bestände langfristig gestärkt werden.

Gemeinsam Moore zu neuem Leben erwecken

Die Untere Naturschutzbehörde der Region Hannover ist für die Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen zuständig. Akzeptanzbildende Maßnahmen sollen außerdem das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung der Hochmoore und der Insektenwelt stärken. Über einen gezielten fachlichen Erfahrungsaustausch mit anderen Maßnahmenträgern soll das Verständnis über die Potenziale des Insektenschutzes bei Hochmoor-Renaturierungen wachsen.

Die Entwicklung der Maßnahmenflächen wird vom Institut für Umweltplanung fortlaufend evaluiert. Das Institut untersucht die Bestandsentwicklung ausgewählter Zielarten verschiedener Insektengruppen (Käfer, Libellen, Tagfalter, Heuschrecken, Ameisen) ebenso wie die Entwicklung der Vegetation, sowie die abiotischen Bedingungen. Auch die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit wird vom Institut für Umweltplanung evaluiert. Die Arbeiten finden von Beginn an in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern der Region Hannover statt, um die Zwischenergebnisse umgehend in die weitere Maßnahmenumsetzung einfließen lassen zu können.

Durch das Projekt soll im "Toten Moor" großflächig struktur- und insektenreiches, lebendes Hochmoor geschaffen werden, das seine Funktion als Lebensraum sowie Kohlenstoffsenke und -speicher wieder erfüllen kann. Abschließend soll ein Leitfaden entwickelt werden, der unter Berücksichtigung unterschiedlicher Standortbedingungen und Vernässungspotenziale die jeweiligen Maßnahmen vorstellt und bundesweit Anwendung finden kann.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)

Bundesland: Niedersachsen

Laufzeit: Juli 2020 – Juni 2026

Gesamt-Finanzvolumen: 1.71 Mio. €

Koordinierender Projektpartner: Region Hannover

Verbundpartner: Institut für Umweltplanung (Leibniz Universität Hannover)

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Webseite: im Aufbau

Kontakt:

Amanda Grobe und Lotta Zoch

Institut für Umweltplanung
Leibniz Universität Hannover
Herrenhäuser Straße 2
30419 Hannover

Tel.: +49 (0) 511 76217921
E-Mail: grobe@umwelt.uni-hannover.de und zoch@umwelt.uni-hannover.de

Letzte Änderung: 07.09.2020

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