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FörTax ‒ Förderung von taxonomischem Wissen als Grundlage für den Naturschutz


Exkursion mit Käferbestimmung (© A. Scheersoi)
Zwei Schüler bestimmen gemeinsam Käfer
Exkursion in der Rheinaue (©Marc Bieschinski)
Eine Gruppe von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern blickt mit Ferngläsern auf ein Gewässer
Schülerinnen bei der Heuschreckenbestimmung (©A. Scheersoi)
Drei Schülerinnen bestimmen gemeiinsam Heuschrecken.

Die Kenntnis der Artenvielfalt ist eine essenzielle Grundlage für den Naturschutz. Bundesweit fehlt es jedoch an Fachleuten in Behörden, Universitäten, Fachgesellschaften und Verbänden, die dieses taxonomische Wissen zur Untersuchung und zum Schutz der biologischen Vielfalt einsetzen oder zukünftig Artenkennerinnen und Artenkenner ausbilden können. Das Projekt FörTax setzt bei seiner Initiative für mehr Artenkenntnis auf die Förderung und Ausbildung von interessierten jugendlichen Schülerinnen und Schülern, erstellt auch Angebote für Erwachsene und startet mit einer umfassenden Analyse der Situation.

Mehr Artenkennerinnen und Artenkenner – eine Gemeinschaftsaufgabe

Im Projekt FörTax haben sich das Bonner Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig, die Naturforschende Gesellschaft des Saarlandes e.V. (Delattinia) und die Rheinische Friedrich Wilhelms Universität Bonn zusammengeschlossen, um dem fortschreitenden Mangel an Artenkennerinnen und Artenkennern entgegenzuwirken. Denn nicht nur die biologische Vielfalt schwindet seit Jahren, auch das Wissen über die Arten und ihre ökologischen Ansprüche ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Die drei Verbundpartner nehmen diesen Fachleutemangel seit Jahren in ihrer Forschungs-, Naturschutz- und Bildungsarbeit wahr und haben im Verbundvorhaben FörTax verschiedene Maßnahmen geplant, diese Situation zu verändern.

Taxonomieclubs für Jungforscherinnen und -forscher

Das Projekt setzt besonderes Augenmerk auf die Vermittlung von Artenkenntnis für jugendlichen Schülerinnen und Schülern, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass das taxonomisches Interesse meist während der Kindheit geprägt wird. Im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig sind daher sogenannten Taxonomie-Clubs für Jugendliche geplant. Deren Ziel ist es, jungen Menschen zu vermitteln, dass die wissenschaftliche Erfassung von Artenvielfalt nicht nur Spaß macht, sondern auch eine erfüllende und gesellschaftlich relevante Aufgabe ist. Dabei setzen die Projektverantwortlichen auf die bewährte Kombination aus Kursen, Exkursionen in nahegelegene Biotope und Laborarbeit zur Auswertung der Funde.

Aufbau einer Artenkenner-Akademie im Saarland

Das Projekt umfasst außerdem Bildungsangebote für Erwachsene: Die Naturforschende Gesellschaft Delattinia wird im Saarland den Aufbau einer Artenkenner-Akademie vorantreiben. Hier entstehen Grund- und Aufbaukurse zu beliebten Artengruppen wie Vögel und Tagfalter, aber auch eher unüblichen Gruppen wie Moosen, Flechten, Wasserinsekten und Steinfliegen. Zielgruppen sind beispielsweise Studierende, Lehrkräfte sowie interessierte Erwachsene. Zur Vermittlung der Inhalte kann die Naturforschende Gesellschaft des Saarlandes auf eine große Anzahl von Expertinnen und Experten sowie auf einen Schatz von Sammlungsobjekten unterschiedlichster Arten zurückgreifen.

Fachdidaktische Analyse der Angebote

Mit umfassenden Untersuchungen wird die „Fachdidaktik Biologie“ der Universität Bonn ermitteln, ob und inwieweit sich Angebot und gewählte Methoden eignen, das Interesse der Zielgruppen an Arten und Biodiversität zu wecken und langfristig aufrechtzuerhalten. So sollen langfristig wirkungsvolle Konzepte entstehen, die auch auf andere Standorte übertragen und dort effektiv genutzt werden können. Ziel der Untersuchungen ist die Entwicklung von exemplarischen Programmeinheiten als Best Practice-Beispiele sowie von Handreichungen und konkreten Empfehlungen für die Gestaltung von Bildungsprogrammen zu den Themen Biodiversität und Taxonomie. Diese Materialien sollen sowohl Schulen als auch außerschulischen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)

Bundesländer: Nordrhein-Westfalen, Saarland

Laufzeit: September 2020 – August 2026

Gesamt-Finanzvolumen: 4.3 Mio. €

Koordinierender Projektpartner: Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZMFK)

Verbundpartner: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Naturforschende Gesellschaft des Saarlandes e.V. (Delattinia)

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie Dr. Hans Riegel-Stiftung und Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland

Webseite: im Aufbau

Kontakt:

Eva Stoye

Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig
Adenauerallee 160
53113 Bonn, Germany

Tel.: +49 228 9122-224
E-Mail: e.stoye@leibniz-zfmk.de

Letzte Änderung: 28.08.2020

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