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FLIP ‒ Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten


Salbeiwiesenfragment am Straßenrand (© Institut für Umweltforschung, RWTH Aachen)
Salbei blüht am Rand eines asphaltierten Weges.
Magerwiese bei Aachen-Orsbach (© Institut für Umweltforschung, RWTH Aachen University)
Blick auf eine Magerwise, im Hintergrund Felder und Hecken
Naturerleben durch Umweltbildungsarbeit (© Institut für Umweltforschung, RWTH Aachen)
Drei Erwachsene beugen sich beobachtend über eine Hecke.

Artenreiches Grünland, wie extensive Mähweiden, Weidelgrasweiden, Goldhaferwiesen oder Glatthaferwiesen, unterliegt in Deutschland einem negativen Entwicklungstrend. Die bestehenden Flächen sind in einem unzureichenden oder schlechten Erhaltungszustand. Über 2.000 der heimischen Pflanzenarten kommen jedoch im Grünland vor. Das Anliegen des Projektes ist es deshalb in und rund um die Stadt Aachen regionaltypische artenreiche Glatthaferwiesen dauerhaft  und nachhaltig zu entwickeln und damit mehr Lebensraum für entsprechend angepasste Tier- und Pflanzenarten, vor allem aber auch mehr Bewusstsein für dieses Ökosystem zu schaffen.

Vielfalt in der Wiese

Im Projekt „FLIP ‒ Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten“ haben sich die Universität RWTH Aachen (Institut für Umweltforschung und Lehrstuhl für Communication Science), die Stadt Aachen (Stadtbetrieb und Fachbereich Umwelt) und die Städteregion Aachen (Bildungsbüro und Umweltamt) zusammengeschlossen, um gemeinsam Flächen aufzuwerten: Dazu wird auf bisher intensiv genutzten innerstädtischen Grünflächen (Rasen & Fettweiden) und die Stadt umgebenden Intensivwiesen der Agrarlandschaft eine standortgerechten Vielfalt regionaltypischer Pflanzen der artenreichen Glatthaferwiesen angesiedelt, um so an diesen Lebensraum angepasste Insekten und Spinnentiere dauerhaft zu beheimaten.

Das Projekt FLIP widmet sich in der Städteregion Aachen Rasenflächen städtischer Grünflächen wie Parks, Universitäts- und Kirchengeländen, aber auch Feldrainen, Ackerrandstreifen und intensivem Mäh- und Weidegrünland der landwirtschaftlich genutzten Gebiete am Stadtrand. Diese Flächen sollen dauerhaft ökologisch sinnvoll und standortgerecht aufgewertet werden. Die Maßnahmen orientieren sich an historischen Nutzungskonzepten zum extensiven Heuertrag auf Wiesen. Das Konzept soll am Ende für andere Stadt-Umland-Situationen mittelgroßer Städte – entsprechend regionalspezifisch angepasst – übertragbar sein.

Erklärtes Ziel ist nicht allein die Erhöhung des Blühangebotes im Sinne einer möglichst bunten Blumenwiese, sondern die Rückkehr zu einer stabilen, naturraumtypischen und standortgerechten Wiesenvegetation mit einheimischen Arten. Dabei streben die Projektpartner an, ein Zusammenleben „auf Augenhöhe“ zwischen Menschen und Insekten zu ermöglichen.

Ein ökologisches Monitoring prüft den ökologischen Erfolg der Wiesenumwandlung hinsichtlich der Entwicklung verschiedener Arthropodengruppen (Laufkäfer, Spinnen, Schwebfliegen, Bienen und Hummeln).

Neue Umweltbildungsangebote in der Region Aachen

Im Projekt werden mittels empirischer sozialwissenschaftlicher Methodik Informations- und Kommunikationsbedarfe der Bevölkerung im Zusammenhang mit Wiesenvielfalt, Insekten und Insektenschutz erfasst. Auf dieser Grundlage werden umfassende Bildungs- und Öffentlichkeitsmaßnahmen auf regionaler und überregionaler Ebene entwickelt, die langfristig zu einer nachhaltigen Bewusstseinsbildung für den Erhalt der biologischen Vielfalt führen sollen.

Die Bildungsarbeit für Schulen, sowie Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Vielfalt in der Wiese” umfassen dezentrale Angebote an außerschulischen Lernorten, Medienentwicklung, eine Wanderausstellung und Aufklärungsarbeit mit relevanten Multiplikatoren.

Die Projektpartner vermitteln den Wert der artenreichen Wiesen und ihrer Funktionen an unterschiedlichste Akteursgruppen (dazu gehören Stadt- und Regionalverwaltungen, Landwirte, sowie Bürger und Privatpersonen) und setzen damit langfristig eine nachhaltige Bewusstseinsbildung in Gang.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)

Bundesländer: Nordrhein-Westfalen

Laufzeit: April 2020 – März 2026

Gesamt-Finanzvolumen: 2,5 Mio. €

Koordinierender Projektpartner: RWTH Aachen University (Institut für Umweltforschung und Lehrstuhl für Communication Science)

Verbundpartner: Stadt Aachen (Stadtbetrieb und Fachbereich Umwelt), Städteregion Aachen (Bildungsbüro und Umweltamt)

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Webseite: im Aufbau

Ansprechpartner:

Dr. Martina Roß-Nickoll

RWTH Aachen University,
Institut für Umweltforschung
Worringerweg 1,
52074 Aachen

Tel: +49 241 8027262
E-Mail: FLIP@bio5.rwth-aachen.de