Bundesamt für Naturschutz

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FINKA ‒ Förderung von Insekten im Ackerbau


Verzicht auf Herbizide und chemisch-synthetische Insektizide (©Landvolk Niedersachsen)
Zwei Personen stehen auf einem Feld neben einem Traktor und unterhalten sich.
Insektenvielfalt im Ackerbau (©Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Ein Grüner Scheinbockkäfer sitzt auf einer Margeritenblüte.
Ergebnispräsentation an Feldtagen (© Landvolk Niedersachsen)
Ein Mann steht auf einem Feld und wird von einem zweiköpfigem Kamerateam gefilmt.

Die Anzahl und die Vielfalt an Insekten nehmen weltweit dramatisch ab. Die Gründe hierfür sind vielfältig ‒ die intensive Landwirtschaft mit ihrem Einsatz von Insektiziden und Herbiziden hat einen großen Anteil daran.

Bessere Lebensbedingungen für Insekten in der Agrarlandschaft

Das Verbundvorhaben „FINKA ‒ Förderung der Biodiversität von Insekten im Ackerbau durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Insektizide und Herbizide“ will deshalb Lösungsstrategien zur Förderung der Insektenvielfalt und der dazugehörigen Ackerbegleitflora erarbeiten und eine breite Diskussion innerhalb der Landwirtschaft anstoßen. Dafür setzen sich die Verbundpartner ‒ das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN), Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V. (LV), das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN), die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) und die Georg-August-Universität Göttingen (GAUG) ‒ zusammen mit landwirtschaftliche Modellbetrieben ein, die auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Insektiziden und Herbiziden verzichten sollen. Die Auseinandersetzung mit der Fragestellung, wie ein Verzicht auf diese Pflanzenschutzmittel in der Praxis betriebswirtschaftlich und arbeitstechnisch umgesetzt werden kann, steht hierbei im Mittelpunkt.

Im Rahmen des Modellprojektes werden 30 Betriebspartnerschaften zwischen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Ackerbaubetrieben in verschiedenen Boden-Klima-Räumen Niedersachsens geschlossen. Um die Lebensgrundlage von Insekten in der Agrarlandschaft zu verbessern, verzichten die konventionellen Betriebe auf bestimmten Flächen über fünf Jahre auf den Einsatz von Herbiziden und chemisch-synthetischen Insektiziden.  Stattdessen werden zusammen mit landwirtschaftlichen Beratern sowie den ökologisch wirtschaftenden Partnerbetrieben alternative Anbaumethoden erarbeitet, auf diesen Maßnahmenflächen erprobt und ausgewertet. Gemeinsam werden Fragen zur Fruchfolge, Sortenwahl etc. diskutiert und umgesetzt. Es werden außerdem auf diesen Modellflächen sowie auf konventionellen und ökologisch bewirtschafteten Vergleichsflächen wissenschaftliche Erhebungen zur Ackerbegleitflora und Insektenfauna durchgeführt, um die biologische Vielfalt der Flächen anhand ökologischer Messgrößen (unter anderem Artenvielfalt, Biomasse) vergleichen zu können.

Bewusstsein für eine insektenverträgliche Landwirtschaft entwickeln

Die gewonnenen Erkenntnisse im Projekt werden von den Projektpartnern sowohl in landwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Medien als auch im Internet veröffentlicht und so über die Projekt-Region in Niedersachsen an die Fachöffentlichkeit verbreitet. Aus der Landwirtschaft heraus werden nachhaltige Lösungsansätze zum Erhalt der biologischen Vielfalt erarbeitet und innerhalb des Berufsstandes sowie an relevante politische Akteure kommuniziert. Die Ergebnisse sollen die Auseinandersetzung mit dem Thema „Biodiversität in der Agrarlandschaft“ unter den Landwirtinnen und Landwirten fördern und dazu beitragen, dass zukünftig mehr Betriebe den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren und durch praktikable, insektenfreundliche Anbaumethoden ersetzen.

Zusätzlich sollen öffentliche Feldtage und weitere regionale und überregionale Veranstaltungen die breite Öffentlichkeit über die gefährdete biologische Vielfalt einerseits und insektenfreundliche Agrarmaßnahmen andererseits informieren.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)

Bundeslander: Niedersachsen

Laufzeit: April 2020 – Dezember 2025

Gesamt-Finanzvolumen: 3,65 Mio. €

Koordinierender Projektpartner: Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN)

Verbundpartner: Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V. (LV), Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN), Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU), Georg-August-Universität Göttingen (GAUG)

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) und des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU)

Webseite: im Aufbau

Kontakt:

Sara Kuschnereit

Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH
Bahnhofstr. 15b
27374 Visselhövede

Tel: +49 4262 959369
E-Mail: s.kuschnereit@oeko-komp.de