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DaLLî – extensive Dachbegrünungen in urbanen Landschaften als Lebensraum für Insekten


Extensive Dachbegrünung mit gebietseigenen Wildpflanzen (© Daniel Jeschke)
Dachbegrünung mit blühenden Wildpflanzen
Gründachvegetation als Nahrungshabitat für Insekten (© Roland Schröder)
Eine Schwebfliege sitzt auf einer Heidenelke.
Sandmagerrasenvegetation auf einem Gründach (© Daniel Jeschke)
Durch Rechgut-Transfer etablierte Sandmagerrasenvegetation auf einem Gründach

Dachbegrünungen können einen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz leisten ‒ vor allem im urbanen Raum. Derzeit werden extensive Dachbegrünungen jedoch meist in konventioneller Form mit artenarmen Pflanzenmischungen aus gebietsfremden Arten und Zuchtsorten (z.B. Sedum oder Phedimus spp.) ausgeführt. Im Projekt DaLLî sollen daher Verfahren für die Anlage naturschutzfachlich hochwertiger extensiver Dachbegrünungen mit gebietseigenen Wildpflanzen entwickelt unter Praxisbedingungen erprobt werden.

Dächer für die Vielfalt

Konventionelle extensive Dachbegrünungen sind für heimische blütenbesuchende Insekten nur sehr eingeschränkt nutzbar, da sie aus artenarmen Pflanzenmischungen bestehen und geeignete Nisthabitate meist fehlen. Dies gilt insbesondere für stärker spezialisierte Arten wie oligolektische Wildbienen, die ausschließlich Pollen bestimmter Pflanzenarten oder -familien sammeln.

Im Projekt „DaLLî – extensive Dachbegrünungen in urbanen Landschaften als Lebensraum für Insekten“ werden Verfahren für die Anlage naturschutzfachlich hochwertiger extensiver Dachbegrünungen mit gebietseigenen Wildpflanzen aus regionaltypischen Sandmagerrasen weiterentwickelt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit als Habitat für blütenbesuchende Insekten auf sechs Modelldächern in Nordwestdeutschland evaluiert und ggfs. optimiert. Um die Potenziale von Gründächern nicht nur als Nahrungs- sondern auch als Nistplatz für Insekten zu untersuchen, werden auf den naturnah begrünten Modelldächern Nisthabitate, wie (vegetationsarme) Sandlinsen, Totholz und gebündelte Pflanzenstängel eingebracht. Diese Maßnahmen werden bezüglich ihrer Wirksamkeit als Nisthabitate für Insekten getestet. Zum Vergleich werden auch konventionell begrünte Dächer untersucht. Über die Erarbeitung von Empfehlungen zu Saatmischungen für Dachbegrünungen mit Wildpflanzen für weitere ausgewählte Herkunftsregionen Deutschlands, werden die Projektergebnisse auch bundesweit übertragbar gemacht.

Wissenstransfer und Informationen für die Öffentlichkeit

Die Ergebnisse des Projektes werden mit verschiedenen Zielgruppen, wie dem Bundesverband GebäudeGrün e.V. und dem Osnabrücker Bienenbündnis diskutiert. Architekten, Unternehmen, Behörden, Planungsbüros und interessierte Privatleute werden über die Maßnahmen für insektenfördernde Dachbegrünungen informiert. Ziel ist es, die Akzeptanz und Bereitschaft für die Umsetzung solcher Maßnahmen innerhalb dieser Akteursgruppen zu fördern. Hierzu sollen im Projekt sowohl zielgruppenspezifische Fortbildungsveranstaltungen entwickelt und durchgeführt als auch praxisorientierte Handlungsempfehlungen erarbeitet und veröffentlicht werden.

Für die interessierte Öffentlichkeit wird zudem eine Ausstellung zum Thema „Schutz und Entwicklung von Lebensräumen für Insekten“ unter besonderer Berücksichtigung von Gründächern erarbeitet. Darüber hinaus sind Umweltbildungsangebote für Schülerinnen und Schüler vorgesehen.

Drei der insgesamt sechs naturnah begrünten Modelldächer werden durch die Kooperationspartner Alfred- Töpfer Akademie für Naturschutz (NNA), Friedrich Lütvogt GmbH & Co. KG sowie der GEWOBA AG auf ihren Gebäuden angelegt und finanziert. Diese und weitere Kooperationspartner fungieren zudem Multiplikatoren.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen von besonderer repräsentativer Bedeutung für die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)

Bundesländer: Niedersachsen und bundesweit

Laufzeit: April 2020 – März 2024

Gesamt-Finanzvolumen: 558 Tsd. €

Projektträger: Hochschule Osnabrück

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Webseite: im Aufbau

Ansprechpartner:

Dr. Roland Schröder

Fakultät A & L
Hochschule Osnabrück
Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur
Oldenburger Landstraße 24
49090 Osnabrück

Tel: +49 541 969-5163
E-Mail: r.schroeder@hs-osnabrueck.de