Bundesamt für Naturschutz

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Aktivierung benachteiligter Gruppen für die biologische Vielfalt


Biologische Vielfalt erhalten. © Gabriela Adamski
Grünflächenaufwertung. © Gabriela Adamski
Insekten bestimmen. © Gabriela Adamski

In dem Projekt „Entwicklung und Erprobung didaktischer Modelle zur Aktivierung benachteiligter Gruppen für den Erhalt der biologischen Vielfalt“ werden sozioökonomisch benachteiligte Gruppen in gesellschaftliche Prozesse im Bereich des Naturschutzes eingebunden. Das Projekt wird von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in Kooperation mit der Stiftung WaldWelten durchgeführt. Teilnehmende setzen sich durch praktische Aktivitäten in ihrem unmittelbaren Umfeld für die biologische Vielfalt ein. Auf diese Weise möchten die Projektmitarbeitenden ihnen Gestaltungsspielräume eröffnen, ihr Verantwortungsgefühl stärken und ihr Engagement für den Naturschutz fördern.

Zielgruppen aktivieren und beteiligen

Zielgruppen sind vor allem benachteiligte Kinder aus dem Vorschulbereich, der Grund- oder Förderschule und benachteiligte Erwachsene, die sich in Arbeitsförderungsmaßnahmen befinden bzw. ohne Arbeit sind. Die Teilnehmenden lernen im Projekt in altershomogenen Gruppen globale und nationale Entwicklungen im Bereich der biologischen Vielfalt kennen und werden sowohl anhand ausgewählter Informationen als auch durch eigene Beobachtungen für die Herausforderungen im Naturschutz sensibilisiert. Wald- und Wiesenexkursionen wecken die Begeisterung für die Natur und stärken die Wahrnehmung für bestimmte Tier- und Pflanzenarten.

Darauf aufbauend entwickeln die Teilnehmenden Handlungsoptionen und Lösungsansätze zur Erhöhung der biologischen Vielfalt in ihrem eigenen Umfeld. Diese setzen sie schließlich beispielhaft auf Grün- und Brachflächen der Stadt Eberswalde, des Landkreises Barnim und weiterer Akteure wie z. B. örtlichen Wohnungsgesellschaften um. Dabei erleben die Teilnehmenden ihre natürliche Umwelt auf sinnliche und sinnhafte Weise. Ihre Naturverbindung wird gestärkt und trägt dazu bei, eine Basis für ökologisches Interesse und nachhaltiges Handeln zu schaffen.

Die Grundlage für die praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden bilden im Projekt entwickelte zielgruppenspezifische, didaktische Modelle. Diese werden in der Gruppenarbeit erprobt und im Verlauf des Projektes angepasst.

Naturschutz, soziales Engagement und nachhaltige Lösungen

Im Rahmen der Praxisprojekte werden durch die Teilnehmenden Lebensräume ökologisch aufgewertet, beispielsweise durch die Anpflanzungen seltener gebietsheimischer Arten, die Einbringung von Nistmöglichkeiten und Strukturen sowie Pflegemaßnahmen in Wäldern, auf Streuobstwiesen oder in Auen. Damit leistet das Vorhaben einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Eberswalde und der umliegenden Region.

Gleichzeitig werden die am Projekt beteiligten Zielgruppen für den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt sensibilisiert. Sie erwerben durch die Umweltbildung neues Wissen über ökologische Zusammenhänge sowie Kenntnisse und Fähigkeiten im praktischen Naturschutz. Kinder und Erwachsene, die bislang kaum Zugang zum Thema biologische Vielfalt haben, nehmen im Rahmen des Projektes selbst an konkreten Naturschutzmaßnahmen teil und werden dazu befähigt, sich über das Projekt hinaus dauerhaft in bestehenden Naturschutzinitiativen zu engagieren und ihre Erfahrungen in ihrem persönlichen Umfeld weiterzugeben.

Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen und Institutionen soll eine langfristige Vernetzung der entsprechenden Organisationen erreicht werden. Lokale Umwelt- und Naturschutzorganisationen, Freiwilligenverbände und andere zivilgesellschaftliche Träger profitieren durch die flächenwirksamen Praxisprojekte unmittelbar vom Engagement der Teilnehmenden. Die institutionellen und privaten Partner auf Stadt- und Landkreisebene erhalten Konzepte und best-practice-Beispiele, die sie für eigene Projekte nutzen können.

Die im Projekt entwickelten didaktischen Modelle zur Aktivierung benachteiligter Gruppen für den Erhalt der biologischen Vielfalt sind bundesweit übertragbar und werden über bestehende und neu gebildete Kooperationen, Veranstaltungen sowie Veröffentlichungen verbreitet.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen

Bundesland: Brandenburg

Laufzeit: 01.05.2019 – 30.04.2023

Gesamt-Finanzvolumen: 951 Tsd. €

Projektträger: Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Kooperationspartner: Stiftung WaldWelten

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Webseite: im Aufbau

Ansprechpartnerin:

Carolin Schlenther
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Am Zainhammer 5
16225 Eberswalde

Tel: +49 3334 - 65 72 99
E-Mail: carolin.schlenther@hnee.de