Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Projekt-Evaluation

Warum wird evaluiert?

Evaluation ist notwendig, um die Wirkungen und Erfolge von umgesetzten Maßnahmen überprüfen zu können. Ziel der Evaluationen im Bundesprogramm Biologische Vielfalt (BPBV) ist es, den Projekterfolg zu dokumentieren und Hinweise zu geben, wo weitere Verbesserungen oder Anpassungen bei der Maßnahmenumsetzung erforderlich sind. Unter Projekterfolg wird die Erreichung gesetzter Ziele verstanden. Auf die Formulierung konkreter Ziele in der Projektplanung wird daher viel Wert gelegt.

Auch Erläuterungen über das Nicht-Erreichen von Zielen und die Gründe hierfür können wertvolle Hinweise für die Planung und Durchführung zukünftiger Projekte sowie für die Weiterentwicklung des BPBV geben.

Was wird evaluiert?

Im BPBV sollen laut Förderrichtlinie alle Projekte evaluiert werden. Um ihre Wirksamkeit messen zu können, sind entsprechend ausgerichtete Projekt-Evaluationen notwendig. In den anfangs angelaufenen Projekten wurden im Rahmen der Evaluation vor allem Leistungen dargestellt, sogenannte Outputs, wie z.B. Anzahl durchgeführter Tagungen. Diese Informationen sind aber für die Bewertung der Projekterfolge nicht aussagekräftig. Deshalb hat das BfN 2017 einen Leitfaden zur Evaluation von Projekten im BPBV herausgebracht. Durch den Leitfaden werden nun allgemeine Standards für die Projektevaluation eingeführt und der Fokus auf die Erfassung von Wirkungen (Outcomes) gelenkt.
Standardisierte Projektevaluationen gewährleisten nicht nur gute Einzelevaluationen, sondern generieren noch einen Mehrwert: Die Vergleichbarkeit der einzelnen Projektevaluationen wird erhöht und damit die Grundlage für Querschnittsevaluationen des gesamten Programmes gebildet. So kann das BfN Aussagen über die Qualität dieses Förderprogrammes machen.

Wie wird evaluiert?

Um Wirkungen erfassen zu können, müssen die Projekte so konzipiert werden, dass sie „evaluierbar“ sind. Hierfür ist es notwendig, dass die Evaluation bereits bei der Planung des Projekts konzeptionell mit gedacht wird. Die Formulierung konkreter Projektziele ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Erfolge auch messbar werden. Sogenannte SMARTe Ziele, d.h. spezifische, messbare, angemessene, realistische und terminierbare Ziele, ermöglichen erst eine wirkungsorientierte Evaluation – denn solche Ziele können mit Indikatoren hinterlegt werden, anhand derer die Projektzielerreichung ermittelt werden kann.

Bereits auf Skizzenebene sollten die Projektziele so genau wie möglich formuliert und möglichst mit Indikatoren hinterlegt werden. Bei Antragstellung muss auf Grundlage des Leitfadens ein erstes Konzept zur Evaluation vorgelegt werden, was auf die Projektziele abgestimmt ist (sog. Grobkonzept). Dieses Grobkonzept soll auf die wesentlichen Projektziele eingehen. Zudem sollen Indikatoren und ihre Zielwerte festgelegt werden, die zur Ermittlung der Zielerreichung dienen. Die Erhebungsmethoden, die Zeitpunkte der Erhebung und die Bewertungsmethoden sollen ebenfalls genannt werden (Beispiele für Grobkonzepte s. u.). Auf diese Weise werden die Projektziele messbar und beurteilbar gemacht, d.h. „operationalisiert“.

Das genaue Evaluationsdesign hängt selbstverständlich von den jeweiligen Zielen des einzelnen Projektes ab. Projektübergreifend soll vor Maßnahmendurchführung i.d.R. eine Erfassung der Ausgangsituation durchgeführt werden, um Daten z.B. für einen Vorher-Nachher-Vergleich zu generieren. Die Evaluation soll prozessbegleitend angelegt werden, um ggf. Anpassungen des Projektdesigns vornehmen zu können. Während der Projektdurchführung sollen deshalb Daten zu den projektspezifischen Indikatoren erhoben werden. Am Projektende sollen diese Daten zum Vergleich erneut erhoben werden. 

Wer evaluiert?

Die Evaluation soll in der Antragsphase von den Projektnehmenden selbst konzipiert werden (Grobkonzept). Eine Orientierung für die Erstellung solcher Evaluationskonzepte liefert der Leitfaden. Grund für die Erarbeitung des Grobkonzeptes durch die Antragstellenden ist die notwendige Auseinandersetzung mit den Projektzielen während der Projektplanung. Der interne Prozess der Zielschärfung hat eine positive Wirkung auf die gesamte Projektplanung, da die einzelnen Arbeitspakete mit den jeweiligen Zielen des Projektes verknüpft und klarer voneinander abgegrenzt werden. Nach Projektstart sollen i.d.R. Expertinnen und Experten beauftragt werden, die die Evaluation auf Grundlage des Grobkonzeptes und des Leitfadens im Detail planen und durchführen. In Anbetracht der Komplexität einiger Projekte können hierfür auch Konsortien gebildet werden.

Aktuelles

Virtuelles Austauschforum zur Projektevaluation

am 2. September 2021 für Projektbeteiligte im Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Erfahrungsaustausch - Vernetzung - Klärung offener Fragen zur Evaluation

Die Veranstaltungsreihe wird vom Programmbüro durchgeführt und fachlich begleitet. Weitere Termine:  2.9.2021 und 26.10.2021, jeweils von 10.00 bis 11.00 Uhr.

Anmeldung und Fragen: Christelle Nowack christelle.nowack@dlr.de

Literatur

Kommunikation über Evaluationen zu Umweltfragen - sechs Thesen am Beispiel des Bundesprogramms Biologische Vielfalt. Publikation in der Zeitschrift für Evaluation (Heft 1/2021), digitaler Sonderdruck

Publikation über aktuelle Evaluations-Aktivitäten im Bundesprogramm Biologische Vielfalt in der Zeitschrift für Evaluation (Heft 1/2020)
digitaler Sonderdruck

Projektevaluation im Bundesprogramm Biologische Vielfalt: Erkenntnisse aus der DeGEval-Jahrestagung 2019 und weiteren AKtivitäten zum Thema Evaluation

weitere Informationen

Dialogforum Projektevaluation im Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Evaluationsworkshop bei der DeGEval-Tagung (2019)

Bitte beachten Sie auch die Fragen und Antworten zur Evaluation bei den FAQs.

 

Bei Rückfragen zur Evaluation wenden Sie sich gerne an Christelle Nowack:

Tel. 0228 38211661
christelle.nowack@dlr.de

Letzte Änderung: 05.07.2021

 Artikel drucken