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Studie belegt: Alarmierender Rückgang bei Fluginsekten

Mit Hilfe sogenannter Malaise-Fallen haben ehrenamtliche Entomologen unter Leitung des Entomologischen Vereins Krefeld an 63 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg seit 1989 Fluginsekten gesammelt und ihre Masse gewogen. Obwohl alle Fallen in Naturschutzgebieten standen, hat die nun vorliegende Auswertung der Daten einen Rückgang der Biomasse an Fluginsekten von 81,6 Prozent im Sommer und für die gesamte Vegetationsperiode von April bis Oktober von 76,7 Prozent gegenüber 1989 ergeben.

Klimawandel und Veränderungen der Biotopmerkmale nicht entscheidend

Aus den Daten umliegender Wetterstationen und Luftbilder der Standorte während des Untersuchungszeitraums konnten die Wissenschaftler ermitteln, dass der starke Rückgang der Insekten weder durch klimatische Veränderungen noch durch Veränderungen der Biotopmerkmale der Standorte zu erklären ist. Mangels verfügbarer Daten konnte die Belastung durch Pestizide und Düngemittel aus direkt umliegender Agrarnutzung jedoch nicht berücksichtigt werden.

Intensive Landwirtschaft hat Insektensterben vermutlich massiv verschärft

Dennoch vermuten die  Autoren der Studie, dass eine der Hauptursachen für das Insektensterben in der intensiven Landwirtschaft zu suchen ist: 94 Prozent der untersuchten Biotope sind umgeben von intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen, so dass der Eintrag von Pestiziden und Düngemitteln sich auch auf die Naturschutzflächen auswirke: "Die Intensivierung der Landwirtschaft hat die Abnahme der Insekten in den Naturschutzgebieten während der letzten Jahrzehnte vermutlich massiv verschärft", so die Autoren. In jedem Fall, erklären die Autoren weiter, habe das Insektensterben - was auch immer es ausgelöst habe - noch viel verheerendere Auswirkungen als zuvor angenommen.

Dringender Handlungsbedarf!

"Es besteht ein dringender Bedarf, die Ursachen und die geografische Ausdehnung des Insektenschwunds zu ermitteln und seine Folgen für Ökosysteme und Ökosystemdienstleistungen zu analysieren", plädieren die Autoren für ein weiterführendes, flächendeckendes Insekten-Monitoring.

Die Studie von niederländischen, deutschen und britischen Wissenschaftlern wurde jetzt im renommierten Wissenschaftsjournal PLOS One veröffentlicht: Zur Studie

 

 

Letzte Änderung: 19.10.2017

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