Bundesamt für Naturschutz

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Tagungen zur Stärkung der Wildnis in Deutschland

Mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) hat sich die Bundesregierung unter anderem das Ziel gesetzt, der Natur mehr Raum für eine freie Entfaltung zu geben. Dies soll in Form von Wildnisgebieten gewährleistet werden. Bis 2020 soll sich die Natur auf mindestens zwei Prozent der Landesfläche wieder nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln können. Darüber hinaus sieht die NBS eine natürliche Waldentwicklung auf fünf Prozent der Waldfläche vor.

Wildnis im Dialog 2019: Managementplanung in Wildnisgebieten

Die Teilnehmer der Wildnistagung 2019. Foto: Stefan Schwill / Nabu-Stiftung "Nationales Naturerbe"
Gruppenfoto: Teilnehmer der Tagung 2019

Im Rahmen der Tagungsreihe „Wildnis im Dialog“ treffen sich seit 2012 in regelmäßigen Abständen die deutschen Akteure aus dem Wildnisbereich, um aktuelle und für die Zukunft notwendige Entwicklungen zu diskutieren, Probleme zu erörtern und mögliche Lösungen aufzuzeigen. An den Tagungen sind Vertreter des Bundes, der Länder, von Universitäten, Stiftungen sowie Naturschutz- und Nutzerverbänden beteiligt. Die Ergebnisse der Tagungen fanden zum Beispiel in der Definition von Wildnisgebieten, den Qualitätskriterien für Wildnisgebiete und auch bei der Ausgestaltung des im Juli gestarteten Wildnisfonds des Bundes Anwendung.

Zentrales Thema der Tagung vom 8.-12. August 2019 in Dresden war die Managementplanung von Wildnisgebieten. In Managementplänen soll beschrieben werden, welche Strategien und Maßnahmen nötig sind, um das Schutzziel „großflächige Wildnis“ zu erreichen. Die Zerschneidung und Vernetzung innerhalb eines Wildnisgebiets und zwischen Wildnisgebieten, die Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen des Wildtiermanagements und der Umgang mit Brandschutz in Wäldern waren einige der Themen, die im Rahmen von Vorträgen, Workshops und einer Tagesexkursion in das Wildnisgebiet Königsbrücker Heide diskutiert wurden.

Emotionale Seite von Wildnis kann Menschen begeistern

Der lebendige Austausch zwischen verschiedenen Akteuren war auch Ziel der Wildnistagung 2017 im Zoo Frankfurt. Im Rahmen des Projekts "Wilniskommunikation" stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie die Menschen für Wildnisgebiete in Deutschland begeistert werden können.

Wild ist in, wild verkauft sich gut. Doch warum springen wir auf Wildnis-Werbung an? Was steckt hinter dieser Sehnsucht? Wie wirkt sich Wildnis auf Körper und Psyche aus und wie können wir die Erkenntnisse aus Werbung und Psychologie nutzen, um Wildnisgebiete in Deutschland zu schützen? Diesen und weiteren spannenden fachlichen Wildnis-Fragen gingen die die Teilnehmer der Tagung nach.

In Präsentationen, Workshops und Podiumsdiskussionen wurde deutlich, dass der erhobene Zeigefinger in der Naturschutzwerbung ausgedient hat. Vielmehr sei es wichtig, die emotionale Seite von Wildnis, die auf Menschen unterschiedlich wirkt, für die Wildniskommunikation auszunutzen.

Warum mehr Wildnis?

Laubmischwälder mit viel Totholz sind der Lebensraum des Grauspechts. Foto: www.wildnisindeutschland.de
Grauspecht

Die Entwicklung von Wildnis ist in den Zielstellungen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) mehrfach vertreten. Die Bedeutung der natürlichen Dynamik für den Erhalt der Biodiversität von Küstenökosystemen, Gebirgen, Flüssen, Wäldern und Auen wird herausgehoben.  Im Jahr 2015 hat die Bundesregierung mit der Naturschutzoffensive 2020 die Etablierung von Wildnisgebieten als eines der prioritären Ziele im staatlichen Naturschutz bis 2020 gestärkt. Auch das Europaparlament hat im Mai 2009 zum Schutz von Wildnisgebieten in Europa aufgerufen.

Weitere Informationen

Foto: www.wildnisindeutschland.de

Mehr über die Initiative "Wildnis in Deutschland" finden Sie hier:

Wildnis in Deutschland

Und hier gibt es mehr Informationen zu den Wildnisgebieten sowie die Tagunsdokumentationen 2014 und 2016:

Wildnisgebiete und Dokumentation