Bundesamt für Naturschutz

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Artenvielfalt, Biodiversität, Evolution, Artensterben

Verlust der Artenvielfalt kann Evolution der Arten verlangsamen

Jede Art erfüllt eine Rolle für das reibungslose Funktionieren des Ökosystems als Ganzes. Wie wirkt sich ein massenhaftes Aussterben von Arten weltweit auf die Biodiversität und das Funktionieren der betroffenen Ökosysteme aus? „Unsere Studie zeigt, dass das Artensterben nicht nur das aktuelle Funktionieren des Ökosystems beeinträchtigt, sondern auch die evolutionäre Entwicklung neuer Arten verlangsamen kann“, erklärt Erstautor Dr. Alexandre Jousset. Sein Göttinger Kollege Prof. Dr. Stefan Scheu ergänzt: „Wir können außerdem nachweisen, dass die Entwicklung neuer Arten verhindert wird, die für die Bewältigung neuer Herausforderungen, zum Beispiel als Folge des globalen Klimawandels, notwendig wären.“

Experimentelle Methode

Frühere Studien zu Veränderungen im Ökosystem berichteten sowohl von der Zunahme als auch der Abnahme bei der Entstehung neuer Arten. Das deutsch-französische Forscherteam untersuchte experimentell die Mechanismen, die den Zu- und Abnahmen zugrunde liegen. Mit unterschiedlichen Bakteriengemeinschaften simulierten sie Ökosysteme auf mikroskopischer Skala. In dieser kontrollierten Umgebung konnten sie untersuchen, ob die gegenläufigen Ergebnisse vereinbar sind, wenn man die Vielfalt biologischer Funktionen und die Spezialisierung der verbleibenden Arten berücksichtigt.

Mehr Biodiversität - mehr Evolution

Sie fanden heraus, dass Biodiversität die Evolution neuer Arten stimuliert, wenn die Ressourcen im Ökosystem zunehmend knapp werden und die neuen Arten bislang wenig verwendete Ressourcen nutzen können. Indem die Arten die Nutzung dieser Ressourcen immer effizienter gestalten, verhindern sie nach Meinung des Forscherteams das Ende ihrer evolutionären Ent