Bundesamt für Naturschutz

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Abschlussveranstaltung zum F+E Vorhaben „Naturschutz im Landeswald“

Im Rahmen des 3-jährigen BfN-Forschungs- und Entwicklungsvorhabens "Naturschutz im Landeswald" haben Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaftler der Professur für Forst- und Umweltpolitik der Universität Freiburg in Kooperation mit dem European Forest Institute und der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt sowie einem unabhängigen Rechtswissen­schaftler die Entwicklung und Verankerung des Wald­naturschutzes in den Landeswäldern analysiert. Neben einem deutschlandweiten Überblick wurden in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in enger Zusammenarbeit mit den Verwaltungen und Landesforstbetrieben vertiefende Untersuchungen durchge­führt. Beim Abschlussworkshop am 2. März 2017 in Göttingen wurden die wesentlichen Ergebnisse aus den Teilprojekten vorgestellt und die Schlussfolgerungen im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutiert.

Waldnaturschutz ist ein wesentliches Element einer nach­haltigen, multifunktionalen Forstwirtschaft. Neben un­terschiedlichen Schutzgebieten kommt der integrativen Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen eine zentrale Bedeutung zu. Insbesondere der Naturschutz im Landes­wald ist häufig Gegenstand von Kontroversen über kon­zeptionelle Ansätze und ihre Umsetzung. Vor diesem Hintergrund liefert das Forschungsvorhaben "Naturschutz im Landeswald" Antworten auf folgen­de Fragen:

1. Welche Naturschutzziele werden im Rahmen einer nachhaltigen, multifunktionalen Bewirtschaftung von Landeswäldern verfolgt?

2. Auf welche Art und Weise finden diese Ziele Eingang in Planungs- und Umsetzungsprozesse? Haben die Ziele Einfluss auf die Organisation der Betriebe und Verwaltungen?

3. Wie werden die Waldnaturschutzziele auf der opera­tiven Ebene der Forstreviere umgesetzt?

4. Welche rechtlichen Anforderungen sind beim Naturschutz in Landeswäldern zu beachten, und wie haben sich diese in den letzten Jahren entwickelt?

Der Abschlussworkshop machte einerseits die Vielfalt der existierenden Programme und Initiativen in den Landesfortverwaltungen zum Thema "Waldnaturschutz" deutlich. Andererseits konnten die Forscherinnen zeigen, dass Naturschutzhandeln im Wald auf Revierebene oft als Spagat zwischen zum Teil widersprüchlichen Anforderungen zu Waldnaturschutz, ökonomischen und sozialen Zielen empfunden wird. Transparente Nachweise zu den konkreten Wirkungen der Naturschutzkonzepte auf die Biodiversität in Wäldern fehlen bislang oder sind nur in ersten Ansätzen vorhanden. Hier besteht somit ein großes Potential für öffentliche Forstbetriebe ihr Engagement für Biodiversität weiter zu intensivieren.

Bei der Podiumsdiskussion wurden als weitere Themen die Eignung der Forsteinrichtung als Monitoringinstrument, eine echte integrative Einbindung und frühzeitige Beteiligung der Naturschutzverwaltungen in Forstplanungen und eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit in Planungsprozessen diskutiert.

Die Ergebnisse des Vorhabens sollen Mitte 2017 in der BfN-Skriptenreihe veröffentlicht werden. Die Zeitschrift AFZ-Der Wald plant zudem im Juni 2017 eine Schwerpunktausgabe mit den Vorträgen der Veranstaltung. Weitere Informationen zum Vorhaben

Letzte Änderung: 30.05.2017

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