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Zugvögel, Brut, Frühjahr, Rauchschwalben, Bestandsabnahme

Schlechtes Timing - früh brütende Zugvögel sind nicht erfolgreicher

Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung haben die Bruten von Rauchschwalben von 1997 bis 2010 verglichen und festgestellt, dass sich der Brutbeginn in dreizehn Jahren um knapp eine Woche nach vorne verlagert hat. Rauchschwalben kehren im April aus Südafrika zurück, um hier zu brüten. Wenn ihre Küken nach zwei Wochen geschlüpft sind, werden sie drei Wochen lang von den Eltern mit Insekten gefüttert. Sobald die erste Brut das Nest verlassen hat, brüten die Eltern ein zweites Mal. In warmen Jahren gelingt ihnen auch noch eine dritte Brut.

Schlechtes Timing

Obwohl die Zeitspanne länger geworden ist, die die Schwalben in ihren Brutgebieten verbringen, ist der Bruterfolg der Rauchschwalben stetig zurückgegangen. Immer weniger Rauchschwalben erreichen das Erwachsenenalter. Auf der Suche nach den Ursachen sind die Wissenschaftler auf ein interessantes Phänomen gestoßen: Während der Frühling seit Jahren immer früher beginnt, ist der Mai kühler als früher - eigentlich die wichtigste Zeit der Kükenaufzucht, zu der Schwalbennachwuchs besonders viele Insekten bräuchte.

Mehr dritte Bruten

Dennoch sind die Wissenschaftler zuversichtlich, dass die Schwalben und auch andere Zugvögel die insektenarme Zeit im Mai durch vermehrte dritte Bruten auf Dauer ausgleichen können. Damit würde sich der frühere Brutbeginn langfristig doch noch als Vorteil herausstellen.

Letzte Änderung: 15.04.2016