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Klimawandel: bis zu ein Drittel der Arten gefährdet

Biologische Vielfalt könnte stärker schwinden als bisher angenommen

Wenn die Klimaerwärmung wie erwartet fortschreitet, könnten weltweit nahezu ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten aussterben. Wie Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums und der Senckenberg Gesellschaft für Naturkunde herausfanden, muss die Rate des tatsächlichen Biodiversitätsverlusts möglicherweise deutlich nach oben korrigiert werden: Bis zum Jahr 2080 könnte in bestimmten Organismengruppen über 80 % der genetischen Vielfalt innerhalb von Arten verschwinden, so die Forscher in der Titelstory des Fachjournals „Nature Climate Change“. Die Studie ist die erste weltweit, die den Verlust der biologischen Diversität auf Basis der genetischen Vielfalt quantifiziert.

Die meisten gängigen Modelle zur Auswirkung des Klimawandels auf die Tier- und Pflanzenwelt, konzentrieren sich auf „klassisch“ beschriebene Arten, also Gruppen von Organismen, die morphologisch klar voneinander getrennt sind. Bislang nicht berücksichtigt wird die sogenannte kryptische Diversität, die die Vielfalt genetischer Variationen und Abweichungen innerhalb beschriebener Arten umfasst und erst seit der Entwicklung molekulargenetischer Methoden voll erfasst werden kann. Sie ist neben der Vielfalt der Ökosysteme und Arten ein zentraler Teil der globalen Biodiversität. In einer Pionierstudie haben Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der Senckenberg Gesellschaft für Naturkunde daher den Einfluss der Klimaerwärmung auf die genetische Vielfalt innerhalb von Arten untersucht.


Über 80 Prozent der genetischen Varianten könnten aussterben
Dazu wurde die Verbreitung von neun europäischen Wasserinsektenarten, die heute noch in mehreren höheren Gebirgslagen Mittel-