Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Auenschutz ist effektiver Klima-, Hochwasser- und Naturschutz

Studie zum gesellschaftlichen Nutzen deutscher Flussauen vorgestellt

Deutschlands Flussauen sind mehr als attraktive Landschaften und nationale Hotspots der biologischen Vielfalt. Sie erbringen einen großen Nutzen für die Gesellschaft: Bei Hochwasser schützen sie als natürliche Rückhalteflächen Vermögenswerte von über 300 Milliarden Euro. Jährlich halten sie bis zu 42.000 Tonnen Stickstoff und über 1.000 Tonnen Phosphor zurück. Damit tragen sie erheblich zur Reinhaltung der Flüsse und zum Schutz der Meere vor weiterer Überdüngung bei.

Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz mit Mitteln des Umweltbundesministeriums durchgeführte Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ, Leipzig) und des Instituts biota (Bützow). Die Studie gibt einen Überblick über zentrale Ökosystemfunktionen der Flussauen in Deutschland und beziffert erstmals auch deren volkswirtschaftlichen Wert. Die Wissenschaftler untersuchten Auenflächen von rund 15.000 Quadratkilometern an insgesamt 79 Flüssen. 

Von den ursprünglichen Überschwemmungsflächen an Deutschlands Flüssen ist durch den Bau von Deichen heute nur noch rund ein Drittel übrig geblieben. Menschliche Eingriffe, die ursprünglich den lokalen Hochwasserschutz verbessern sollten, hätten das Gegenteil bewirkt, sagte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, bei der Vorstellung der Studie. Flussabwärts habe sich das Hochwasserrisiko infolgedessen erhöht und wertvolle Ökosystemdienstleistungen seien verloren gegangen. Umso größer sei die Bedeutung der verblieben Auenreste für die Artenvielfalt und die Volkswirtschaft. 

Aus Sicht der Wissenschaftler sind die Ergebnisse ein Plädoyer für Deichrückverlegungen und Renaturieru