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Entwicklung einer handlungsorientierten Verantwortung für feuchte und nasse Wiesen mit Beständen des Breitblättrigen Knabenkrauts (Dactylorhiza majalis) im Saarland


Breitblättriges Knabenkraut. Foto: Anita Naumann
Breitblättriges Knabenkraut. Foto: Anita Naumann
Feuchtwiese. Foto: Rainer Ulrich
Feuchtwiese. Foto: Rainer Ulrich
Breitblättriges Knabenkraut. Foto: Anita Naumann
Breitblättriges Knabenkraut. Foto: Anita Naumann

Das breitblättrige Knabenkraut ist eine einheimische Orchideenart, die sich besonders auf wenig gedüngten artenreichen Feucht- und Nasswiesen wohlfühlt. Die 40 cm große Pflanze, die im Mai violett blüht, gehört zu den „Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands“. Im Saarland soll sie dazu beitragen, bürgerschaftliches Engagement für den Schutz dieser seltenen Pflanzenart und ihrer Lebensräume zu stärken. Dadurch soll zugleich die biologische Vielfalt wertvoller Feucht- und Nasswiesen erhalten werden.

Projektträger ist der NABU Saarland, Projektgebiet das gesamte Saarland. Hier sind aufgrund der überwiegend klein parzellierten Nutzung durch Nebenerwerbs- und Hobbylandwirte viele Feucht- und Nasswiesen in Ortsrandlagen erhalten geblieben. Die Verbreitung des Knabenkrauts auf diesen Flächen ist (relativ) konstant. In der gesamten Bundesrepublik gehen die Bestände jedoch seit Jahrzehnten zurück. Das Projekt hat daher eine bundesweite Bedeutung für den Erhalt dieser Art.

Wildwachsende Orchideen als Sympathieträger eignen sich, um Wiesenbesitzer, Pächter und die interessierte Bevölkerung für diese besondere Art und ihre Lebensräume zu sensibilisieren und für deren Schutz zu motivieren. Die Orchidee wird dabei auf lokaler Ebene zu einem Identifikationssymbol der Bürger für ihre Heimat und ihre Kulturlandschaft. Dadurch wird auch die Bereitschaft der lokal verantwortlichen Akteure erhöht, mehr zum Erhalt „ihrer“ Orchidee zu unternehmen. Dazu gehören bspw. der Verzicht auf Düngung und Drainage sowie die partielle Wiedereinführung extensiver Nutzungen von Wiesenflächen.

Aus dem gemeinsamen Fokus für die Erhaltung des Knabenkrauts entstehen lokale Handlungsallianzen, die sich dauerhaft zu Schutzmaßnahmen verpflichten und für die langfristige Beobachtung der Bestände verantwortlich sind. Dabei arbeiten Landnutzer, Naturfreunde, Schulen und Jugendgruppen, örtliche Vereine, Kommunen, Dorfgemeinschaften und die interessierte Bevölkerung zusammen. Die Kooperationen kommunaler Administratoren, lokaler Naturschutzgruppen und relevanter Nutzer tragen langfristig auch dazu bei, dass die noch bestehenden Feucht- und Nasswiesen im Saarland als Lebensraum vieler weiterer Arten erhalten bleiben. Ein schöner Erfolg nach knapp einjähriger Laufzeit: Sämtliche Gemeinden des Saarlands unterstützen das Projekt, indem sie Patenschaften für Wiesen mit Beständen des Knabenkrauts übernommen haben. Auch politische Persönlichkeiten wie der Bundesumweltminister Herr Altmaier und die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Frau Prof. Jessel haben eine Patenschaft für das Knabenkraut übernommen.

Die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über Flyer, Infotafeln, Ausstellungen, den Internetauftritt des NABU Saarland und einen Pocketführer zum „Lebensraum Feucht- und Nasswiese“. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt und soll durch die Etablierung von Patenschaften und die Betreuung des NABU Saarland langfristig fortgeführt werden.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Verantwortungsarten

Bundesland: Saarland

Laufzeit: 01.07.2012–28.02.2015

Gesamt-Finanzvolumen: 318.000 Euro

Projektträger: Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Saarland e.V.

Kooperationspartner: Zentrum für Biodokumentation des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz Saarland, DELATTINIA (Naturforschende Gesellschaft des Saarlandes e. V.), AHO (Arbeitskreis heimischer Orchideen e.V.)

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)/ Bundesamt für Naturschutz (BfN), Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes

Webseite:   http://www.knabenkraut-saar.de/

Ansprechpartner im Auftrag des BfN:

Programmbüro des Bundesprogramms Biologische Vielfalt im
Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn

Tel: 0228 3821 1809 (Sekretariat)

E-Mail:  programmbuero-bpbv@dlr.de 

Letzte Änderung: 07.04.2015

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