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Erhalt und Entwicklung des überregional bedeutsamen Vorkommens des Feuersalamanders im Thüringer Wald


Feuersalamander. Foto: Thomas Stephan
Feuersalamander. Foto: Thomas Stephan
Strukturreicher Bach. Foto: Naturstiftung David
Strukturreicher Bach. Foto: Naturstiftung David
Salamanderlarven. Foto: Thomas Stephan
Salamanderlarven. Foto: Thomas Stephan

Der seltene Feuersalamander ist Leitart dieses Projektes. Feuersalamander zählen zu den Verantwortungsarten Deutschlands. Das sind Arten, für die Deutschland international eine besondere Verantwortung hat, weil sie nur hier vorkommen oder weil ein hoher Anteil der Weltpopulation hier vorkommt. Das Gebiet im Thüringer Wald, um das es bei diesem Projekt geht, liegt nahe der nordöstlichen Verbreitungsgrenze dieser Art. Die hier noch vorhandene Population ist seit Jahrzehnten rückläufig.

Die Lurche mit der charakteristischen schwarz-gelben-Färbung lieben strukturreiche schmale Bäche und Laub- oder Mischwälder mit einem hohen Anteil an Alt- und Totholz. Die Haut der Salamander trocknet leicht aus. Deshalb können erwachsene Feuersalamander erst ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 85 % aktiv werden, was meist nur nachts der Fall ist. Die Larven des Feuersalamanders leben in Quellbächen. Sie ernähren sich von Wasserinsekten, Bachflohkrebsen und anderen Kleintieren.

Im Rahmen des Projektes sollen bis Ende 2017 an allen 40 Seitenbächen der Wilden Gera und der Zahmen Gera im Mittleren Thüringer Wald Rohrdurchlässe und andere Bauwerke zurückgebaut oder so verändert werden, dass sie von den Bachlebewesen wieder in beide Richtungen durchwandert werden können. Die Wälder im Projektgebiet, vor allem an den Ufern der Bäche, werden zu naturnahen Laub- und Bergmischwäldern umgestaltet. Tote Bäume oder große Äste im Wasser sollen Stillwasserbereiche schaffen, in denen sich die Salamanderlarven in Ruhe und geschützt entwickeln können.

Die Verbesserung der Gewässerstruktur ändert nicht nur die Lebensbedingungen seltener Arten, sondern trägt auch dazu bei, die Gefahr von Überschwemmungen im Unterlauf zu reduzieren. Das Projekt wirkt sich daher positiv sowohl für die Natur als auch für den Menschen aus. Naturschutz und Forstwirtschaft arbeiten in diesem Projekt mustergültig zusammen und setzen sich gemeinsam aktiv für den Artenschutz ein. Primäres Ziel ist, dass sich die Population des Feuersalamanders im Thüringer Wald wieder stabilisiert. Mit den Maßnahmen soll aber auch der Lebensraum Waldbach insgesamt erhalten und verbessert werden. Der Schutz und die Entwicklung von Waldbächen soll künftig generell stärker in die reguläre Waldbewirtschaftung integriert werden.

 

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Verantwortungsarten

Bundesland: Thüringen

Laufzeit: 01.11.2011 bis 31.10.2017

Gesamt-Finanzvolumen: 1,7 Millionen Euro

Projektträger:  Naturstiftung David

Kooperationspartner: Freistaat Thüringen (Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz sowie ThüringenForst – AöR)

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)/ Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Webseite:  http://www.naturstiftung.de/waldbach

Ansprechpartner:

Martin Schmidt

Naturstiftung David
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt

Tel: 0361 5550333
 Martin.Schmidt@naturstiftung-david.de

Letzte Änderung: 03.02.2017

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