Bundesamt für Naturschutz

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Die biologische Vielfalt in Deutschland

Bestand und Gefährdung

Deutschland beherbergt auf Grund seiner klimatischen Lage in Mitteleuropa und seiner durch die Eiszeiten geprägten Landschaften insgesamt nicht so viele Arten wie tropische Länder. Bei uns kommen ca. 25.000 Pflanzen- und Pilzarten (weltweit ca. 420.000 Arten höherer Pflanzen) und ca. 48.000 Tierarten vor (weltweit ca. 1,4 Mio. Arten). Anders ausgedrückt: in Deutschland leben etwa 0,7 % des Weltbestandes der bekannten Pflanzenarten und etwa 3,5 % des Weltbestandes der bisher bekannten Tierarten.

Eine weltweite Verantwortung übernimmt Deutschland für Arten, von denen ein hoher Anteil der Weltpopulation hier beheimatet ist. Dazu gehören bspw. die Wildkatze, der Fischotter und die Gelbbauchunke. Dies gilt auch für rastende oder überwinternde Tierarten. Gemäß der Roten Liste für Wirbeltiere von 2009 sind in Deutschland 28 % der untersuchten Wirbeltiere in ihrem Bestand gefährdet, 8 % gelten als ausgestorben oder verschollen. Bei den Farn- und Blütenpflanzen wurden 1996 26,8 % aller vorkommenden Arten als in ihrem Bestand gefährdet und 1,6 % als ausgestorben oder verschollen eingestuft.

Artenschutz-Report 2015

Eine aktuelle Bestandsaufnahme der in Deutschland lebenden Tier-, Pflanzen- und Pilzarten stellt der Artenschutz-Report des BfN aus dem Jahre 2015 vor. Danach ist der Zustand der Artenvielfalt in Deutschland alarmierend: Ein Drittel der auf der roten Liste erfassten Arten ist in ihrem Bestand gefährdet, weitere Arten sind vom Aussterben bedroht.

Hauptursachen sind intensive Formen der Landbewirtschaftung. Wesentliche Gefährdungen werden in der Forstwirtschaft, in Wasserbau und Gewässerunterhaltung, Baumaßnahmen sowie in Sport- und Freizeitaktivitäten gesehen. Unter den 25 wichtigsten Gefährdungsursachen dominieren somit Maßnahmen, die mit einer intensiven Nutzung von Natur und Landschaft und damit einhergehenden Veränderungen bzw. der Zerstörung der Lebensräume verbunden sind.

 Weitere Informationen zum Artenschutz-Report 2015

Schutzgebietsentwicklung in Deutschland

Die Bilanz der Schutzgebietsentwicklung in Deutschland der vergangenen Jahre zeigt, dass erhebliche und erfolgreiche Anstrengungen zum Aufbau eines repräsentativen Schutzgebietsnetzes unternommen worden sind. Die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete beträgt 1.378.410 ha (Stand 12/2014), das sind 3,9% der deutschen Gesamtfläche.

Darüber hinaus gibt es 16 Nationalparke mit einer Gesamtfläche von 1.047.859 ha (einschließlich Watt- und Wasserflächen der Nord- und Ostsee), 17 Biosphärenreservate mit einer Gesamtfläche von 1.977.682 ha (ebenfalls einschließlich Watt- und Wasserflächen der Nord- und Ostsee), wovon 15 von der UNESCO anerkannt sind, und 103 Naturparke mit über 9,9 Mio. ha. (Stand 06/2016, s.  Großschutzgebiete in Deutschland, BfN)

Nahezu alle Naturschutzgebiete liegen innerhalb des europäischen Schutzgebietssystems  Natura 2000, welches zudem mit Nationalparken und den Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten erhebliche Überschneidungen aufweist.

Deutschland hat gerade mit dem Blick auf ein global einzurichtendes Schutzgebietssystem unter dem Dach des Übereinkommens über die biologische Vielfalt erhebliche Fortschritte erzielt.

Weiterführende Informationen

Artenschutz-Report 2015

 Artenschutz-Report 2015

Herausgeber Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Bericht zur Lage der Natur, 16. Legislaturperiode

 Bericht zur Lage der Natur für die 16. Legislaturperiode (BMU)

Der Bericht zur Lage der Natur enthält eine Bestandsaufnahme und Analyse der Gefährdung der biologischen Vielfalt, die Schwerpunkte der Naturschutzpolitik der Bundesregierung sowie Perspektiven für den künftigen Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt.