Bundesamt für Naturschutz

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Treffpunkt Vielfalt – Naturnahe Gestaltung und Pflege von Freiflächen in Wohnquartieren

Aktionsfeld

Biologische Vielfalt im Nachhaltigkeitsmanagement


Beteiligte Akteure

  • Stiftung für Mensch und Umwelt (Verbundkoordinator)
  • Wissenschaftsladen Bonn e.V. (Verbundpartner)
  • Drei Wohnungsbaugenossenschaften in Berlin und je eine Wohnungsbaugesellschaft in Erfurt, Bonn und Dortmund (WBGs)
  • Naturgartenfachbetriebe
  • Mieter/Mitglieder der WBGs
  • Zivilgesellschaftliche Akteure und engagierte Bürger/innen in den Wohnvierteln

Ziele

Das von der Stiftung für Mensch und Umwelt aus Berlin und dem Wissenschaftsladen Bonn e.V. umgesetzte und durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt geförderte Verbundprojekt verfolgt das Ziel, bisher kaum beachtete und wenig naturnah gestaltete Außenflächen im Wohnungsbau als einen Hort und Rückzugsort für viele in Deutschland heimische Tier- und Pflanzenarten umzuwandeln. Dadurch lässt sich ein Beitrag leisten, die Verluste biologischer Vielfalt zu reduzieren. 

Im Rahmen der Umgestaltung der Außenflächen und der flankierenden Kommunikationsarbeit möchten wir immer wieder die Sinnhaftigkeit der heimischen Blühpflanzen als Nektar- und Pollenquellen für Bestäuberinsekten in den Vordergrund stellen. 

Auch soll im Rahmen unseres Projektes ein neuer Grünflächentyp entwickelt werden – der sog. PikoPark. Ziel ist es, den Wohnungsunternehmen einen kundenorientierten Ansatz anzubieten. Die geringe Größe eines PikoParks (ca. 300 qm) soll die Motivation in den Einstieg hin zu einer naturnahen Flächenumgestaltung fördern.


Logo Projekt Treffpunkt Vielfalt

Projektbeschreibung

Um das enorme Potential der deutschen Wohnungswirtschaft für biologische Vielfalt aufzuzeigen, bieten sich in Zeiten zunehmender Flächenkonkurrenz vor allem in Städten die vorhandenen Freiflächen von Wohnquartieren an. Bisher fokussieren Wohnungsunternehmen in ihrem Engagement für nachhaltiges Wirtschaften nahezu ausschließlich auf energieeffizienten Wohnungsbau, nicht jedoch auf die Förderung von biologischer Vielfalt.


Das hier beschriebene Projekt wird dem Wohnungsbau daher ein weiteres Maßnahmenfeld im Bereich nachhaltigen Wirtschaftens nahebringen: die Erhaltung von biologischer Vielfalt durch ein ökologisches Grünflächenmanagement. So kann die Branche zukünftig auf funktionale und kostenreduzierende Art und Weise einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie vor Ort leisten. Dabei übernehmen die Wohnungsbauunternehmen und ihre Dachverbände wegen ihres Zugangs zu einer breiten Bevölkerungsschicht (Mieterschaft, Gartendienstleister) die Rolle eines gewinnbringenden Multiplikators für die Sache.


Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) © Corinna Hölzer
Im Vordergrund Pflanze, im Hintergrund verschwommen Hochhäuser

Die ästhetisch ansprechend umgestalteten Flächen sollen auch als
(a) Orte der Erholung
(b) Treffpunkt für die Mieter sowie
(c) Imagegewinn für die Wohnungsunternehmen wahrgenommen werden.

Fortbildungsseminare für professionelle Gartendienstleister sollen zudem helfen, in dieser „grünen Branche“ den Blick auf den Nutzen von biologischer Vielfalt zu schärfen und naturnahes Gärtnern langfristig zu etablieren.


Maßnahmen zur Zielerreichung

In Kooperation mit mehreren Wohnungsunternehmen in Berlin, Erfurt, Bonn und Dortmund wird auf einem Dutzend Modellflächen ein ökologisches Grünflächenmanagement etabliert. Damit ist das naturnahe Planen, Anlegen und Pflegen von Flächen mit heimischen Blühpflanzen und Gartenstrukturen wie Hecken, Trockenmauern, Totholz u.a. in bestehenden oder neuen Außenanlagen gemeint.

Im Teilprojekt (A),„Wohnquartiere Berlin“, durchgeführt von der Stiftung für Mensch und Umwelt, werden konventionelle, naturferne Grünflächentypen und Gartenstrukturen von drei Wohnungsbaugenossenschaften durch einen Naturgartenfachbetrieb in naturnahe Flächen umgestaltet. Insgesamt sollen etwa 6.000 qm ökologisch aufgewertet werden. Projektbegleitend stehen dabei im Fokus 1.) die Schulung der Dienstleister, die bisher für Außenflächengestaltung und -pflege zuständig waren, 2.) die Einbeziehung der Vorstände der Wohnungsbaugenossenschaften im Hinblick auf die für eine naturnahe Gestaltung notwendigen Leistungsanforderungen sowie 3.) die Akzeptanzförderung auf Seiten der Mieterschaft. Hierfür werden Wohnanlagen mit möglichst unterschiedlichen Mieterstrukturen ausgewählt und verschiedenartige Außenflächentypen neu gestaltet.

Im Teilprojekt (B), „PikoParks“, durchgeführt vom Wissenschaftsladen Bonn, wird ein neuer Grünflächentyp entwickelt, der sogenannte „PikoPark“. Dieses Teilprojekt rückt Mieter/innen und Anwohner/-innen als Zielgruppe in den Mittelpunkt und ergänzt damit die zielgruppenrelevante Ansprache für ein ökologisches Grünflächenmanagement auf Freiflächen von Wohnungsunternehmen. 

Die Erfahrungen aus den Planungs-, Akzeptanzsteigerungs- und Umsetzungsprozessen an allen Standorten werden in einen modernen, interaktiven und auch digital verfügbaren Handlungsleitfaden fließen. Interessierte finden hier Empfehlungen für die Etablierung unterschiedlicher naturnaher Grünflächentypen (für Rasenflächen, Vorderbeete, Hinterhöfe, Zuwegungen bis hin zu PikoParks) und unterschiedlicher Gartenstrukturen (Hecken, Blumenwiesen, Trockenmauern usw.). Das Modellvorhaben „Treffpunkt Vielfalt“ erreicht im Rahmen seiner zwei unterschiedlich ausgeprägten Teilprojekte sowohl genossenschaftliche als auch städtische und private Wohnungsunternehmen.


Laufzeit

01.09.2017 – 28.02.2021


Ergebnisse

Da das Modellvorhaben erst im Herbst 2017 gestartet ist, können z.Z. noch keine Ergebnisse präsentiert werden. Ergebnisse sind am Ende mind. 6.000 qm ökologisch hochwertiger Außenflächen auf unterschiedlichen Standorten und mit unterschiedlichen Nutzungsansprüchen (Innenhof, offenes Zwischengrün, Zuwegung, Vorderrasen, Parkplatzgrün, Spielplatzgrün, Gründach, Fahrradhaus, Umgrünung Mülltonnen) sowie fünf Pikoparks mit insgesamt ca. 1.500 qm Fläche.

Kontakt

Dr. Corinna Hölzer

Stiftung für Mensch und Umwelt
Hermannstr. 29
14163 Berlin

Weiterführende Informationen

Flyer zum Projekt. 

Eine Projektwebseite befindet sich im Aufbau.