Bundesamt für Naturschutz

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Deutscher Moorschutzfonds im NABU

Aktionsfeld

Finanzierung von Naturschutzprojekten in Kooperation mit Unternehmen

Verantwortlich

Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V.


Beteiligte Akteure

  • Neudorff
  • Krombacher
  • toom Baumarkt
  • Volkswagen Financial Services
  • u.a.

Projektbeschreibung

Baggerarbeiten im Zeichen des Moorschutzes, Bild: NABU/ A. Schüring
Baggerarbeiten im Zeichen des Moorschutzes, Bild: NABU/ A. Schüring

Ursprünglich prägten Moore vielerorts das Landschaftsbild Deutschlands. Heute hat ein Großteil dieser einzigartigen Ökosysteme ihren ursprünglichen Charakter verloren. Mit dem Deutschen Moorschutzfonds im NABU besteht eine Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung von Moorschutzprojekten in Deutschland.

Die heimischen Moorlandschaften bedeckten ursprünglich mit 1,5 Millionen Hektar eine Fläche von 4,2 Prozent der Landfläche Deutschlands. Heute sind sie zu 95 Prozent entwässert, abgetorft, bebaut oder landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzt. Diese Moore gelten als „tot“. Dabei erfüllen sie bedeutende Funktionen für unsere Umwelt. Sie stellen mit ihren einzigartigen Ökosystemen Lebens- und Rückzugsräume für viele bedrohte Arten dar, speichern riesige Mengen Kohlenstoff und wirken ausgleichend im Landschaftswasserhaushalt als Filter und Rückhalteflächen. 

Insbesondere ihre herausragende Bedeutung als Kohlenstoffspeicher hat die Moore in den Fokus der klimapolitischen Diskussion rücken lassen. Weltweit binden Moore auf nur 3 Prozent der Landoberfläche doppelt so viel Kohlenstoff wie in allen Wäldern der Erde. Der Erhalt der Moore ist vor dem Hintergrund der großen gesellschaftlichen Herausforderung im Klimaschutz eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben.


Erfolgreiche Wiedervernässung im Naturschutzgebiet Theikenmeer, Bild: NABU/ A. Schüring
Erfolgreiche Wiedervernässung im Naturschutzgebiet Theikenmeer, Bild: NABU/ A. Schüring

Mit seinen über 2.000 Gruppen und seiner NABU-Stiftung Nationales Naturerbe ist der NABU deutschlandweit aktiv. An vielen Orten setzen sich die Aktiven für den Erhalt und die Entwicklung von Mooren ein. Viele Projekte zur Revitalisierung dieser einzigartigen Ökosysteme wurden in den vergangenen 100 Jahren schon umgesetzt, doch es bleibt noch viel zu tun. Der NABU hat daher in den letzten Jahren sein Moorschutzengagement deutlich intensiviert und dafür starke Partner aus der Wirtschaft gewinnen können. Die beispielhaften Projekte wie am niedersächsischen Theikenmeer zeigen, wie gemeinsames Handeln zum Wohle der Natur und für den Klimaschutz zum Erfolg führen kann. 

Ziel des NABU ist es, diesen Weg weiter zu beschreiten, um in Deutschland Projekten zur Revitalisierung von Mooren eine langfristige Perspektive zu geben. Um die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken und Moore als wertvolle Lebensräume zu entwickeln, stehen dabei Maßnahmen zur Wiedervernässung der Moore im Fokus. In Moorlandschaften, in denen die ursprünglichen hydrologischen Verhältnisse nicht vollständig wieder hergestellt werden können, entwickelt der NABU nach natur- und klimaschutzfachlichen Anforderungen angepasste Bewirtschaftungskonzepte mit dem Ziel, die Artenvielfalt zu erhöhen und den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu minimieren. 

Mit dem 2011 gegründeten Moorschutzfonds wurde ein Instrument geschaffen, mit dem dauerhafte zusätzliche Moorschutzprojekte in Deutschland finanziert werden können. Durch die gezielte Kombination mit Fördergeldern kann das aus dem Moorschutzfonds eingesetzte Geld vervielfacht werden. Finanziert werden folgende Projektschritte: Entwicklung und Planung, Flächenerwerb und Flächentausch, Vorbereitung der Flächen, Wiedervernässungsmaßnahmen sowie Unterhaltungskosten und Pflegemaßnahmen. Allein bis zum Jahr 2017 konnten deutschlandweit in über 13 Projektgebieten mehr als 1,3 Millionen Euro für den Moorschutz investiert werden. Der NABU entwickelt fortwährend neue Projekte. Mit der finanziellen Beteiligung am Deutschen Moorschutzfonds bietet sich für alle Partner die Gelegenheit jeden Euro doppelt auszugeben: für den Erhalt der biologischen Vielfalt und für den Klimaschutz in Deutschland. 

Als Partner bereits eingebunden in das Projekt sind u.a. die Unternehmen Neudorff, Krombacher, toom Baumarkt, Volkswagen Financial Services. Der NABU begrüßt jegliche weitere Interessierte.

Kontakt

Karin Flohr
Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V.
Tel.: +49 30 284 984 1571

Erster Spatenstich im Großen Moor bei Gifhorn mit Vertretern von Volkswagen, NABU, Gemeinde und Landkreis, Bild: NABU/ K. Flohr
Erster Spatenstich im Großen Moor bei Gifhorn mit Vertretern von Volkswagen, NABU, Gemeinde und Landkreis, Bild: NABU/ K. Flohr