Bundesamt für Naturschutz

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Dachbegrünung und Biodiversität

Aktionsfeld

Kommunikation, Netzwerkbildung und Informationen


Beteiligte Akteure u.a.:

  • Deutscher Dachgärtner Verband e.V. (DDV) (nun Bundesverband GebäudeGrün e.V. BuGG) (verantwortlich)
  • Internationale Gartenausstellung IGA Berlin 2017 GmbH
  • Grün Berlin GmbH
  • fairplants-system GmbH
  • ZinCo GmbH
  • Fehrle Stauden GmbH
  • Rieger-Hofmann GmbH
  • Schwegler Vogel- und Naturschutzprodukte GmbH
  • Kusche und Dremel GmbH Baumdienst
  • Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Berlin und Brandenburg

Ziele

Durch den Einsatz von Nisthilfen lässt sich die Ansiedlung von Insekten gezielt unterstützen, Bild: DDV
Durch den Einsatz von Nisthilfen lässt sich die Ansiedlung von Insekten gezielt unterstützen, Bild: DDV

Das Projekt soll dazu beitragen, die Ökosystemleistungen begrünter Dächer im Bereich der Artenvielfalt zu optimieren. Neben der Anwendung im Neubau existiert auch bei den bereits vorhandenen Dachbegrünungen ein riesiges Flächenpotenzial für den Einsatz der Biodiversitätsmodule. Gerade Unternehmen besitzen häufig sehr große Flachdach-Gebäude, die sich für Biodiversitäts-Gründächer eignen würden.

Als Grundlage für die Identifizierung bereits vorhandener Dachbegrünungen kann die Methode zur fernerkundlichen Inventarisierung und Potenzialanalyse von Dachbegrünung dienen, die der Deutsche Dachgärtner Verband gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Rahmen eines Forschungsprojektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) entwickelt hat.

Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit soll bei Unternehmen ein Bewusstsein dafür schaffen, begrünte Dachflächen als wichtige Komponente der naturnahen Firmengeländegestaltung in ihre Planungen einzubeziehen. Gleichzeitig soll die Anrechenbarkeit biodiverser Gründächer im Rahmen der Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung verbessert werden, um den Betrieben einen zusätzlichen Anreiz für ihre Aktivitäten zu bieten.


Kurzbeschreibung

Bereits in der Ausführung: Das Biodiversitäts-Gründach der IGA Berlin 2017, Bild: DDV
Bereits in der Ausführung: Das Biodiversitäts-Gründach der IGA Berlin 2017, Bild: DDV
Das Architekturmodell des Biodiversitätsdaches der IGA Berlin 2017, Bild: DDV
Das Architekturmodell des Biodiversitätsdaches der IGA Berlin 2017, Bild: DDV

Dort, wo die Natur durch Baumaßnahmen zerstört und der Boden versiegelt wurde, können Dachbegrünungen verloren gegangene Grünflächen zum Teil kompensieren und Ersatzlebensräume für Flora und Fauna schaffen. Als "Trittsteinbiotope" bilden sie lebendige und erlebnisreiche Standorte in den sterilen Innenstädten. Vor allem naturbelassene, pflegearme Extensivbegrünungen sind wichtige Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten. Wildbienen, Schmetterlinge und Laufkäfer finden hier Nahrung und Unterschlupf. Auch gefährdete "Rote Liste"- Arten können sich auf begrünten Dächern ansiedeln.

Aktuelle Untersuchungen bestätigen, dass die Biodiversität auch Einfluss auf die weiteren Wohlfahrtswirkungen begrünter Dächer (Luftverschmutzung, Regenwasserrückhalt, Stadtklima) nehmen kann. Bei der Umsetzung begrünter Dächer in Deutschland wurde in den letzten Jahren aus Kostengründen allerdings häufig nur ein reduzierter Artenmix verwendet, der sehr stark auf Sukkulenten fokussiert ist. In Bezug auf die Lebensraumvielfalt können diese Begrünungen ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Dabei kann durch verschiedene Gestaltungsmaßnahmen und die Berücksichtigung grundlegender Biodiversitätsprinzipien die Biotop-Funktion begrünter Dachflächen gezielt gefördert werden.

Welche Potenziale sich im Bereich der Biodiversität auf neu angelegten und bereits existierenden Dachbegrünungen entwickeln lassen, möchte der Deutsche Dachgärtner Verband mit verschiedenen Kooperationspartnern durch die Initiative "Dachbegrünung und Biodiversität" zeigen.


Arbeitsschritte und Methoden

  • Umsetzung eines Demonstrationsprojektes mit verschiedenen Biodiversitätsmodulen (Besucherzentrum der IGA Berlin 2017)
  • Publikation eines Leitfadens zur Planung, Ausführung und Pflege von Biodiversitäts-Gründächern
  • Begleitende Forschungsaktivitäten zur Entwicklung der Artenvielfalt
  • Praktische Anwendung der Methoden im Neubau und bei Bestands-Gründächern
  • Umfangreiche begleitende Öffentlichkeitsarbeit

Laufzeit

2015 - 2018


Ergebnisse

Am Beispiel des Biodiversitätsdaches auf dem Besucherzentrum der Internationalen Gartenausstellung in Berlin stellt die neue DDV-Broschüre verschiedene Gestaltungsprinzipien vor, mit deren Hilfe die Biotop-Funktion begrünter Dachflächen gezielt gefördert werden kann. Die Biodiversitätsmodule lassen sich sowohl im Neubau als auch bei bereits existierenden Dachbegrünungen einsetzen.

Kontakt

Präsident
Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG)
In den Birken 11
66130 Saarbrücken-Germany

Tel.: 0049 681- 9880570
Fax: 0049 681- 9880572
Mobil: 0049 172-9301138 


Weitere Informationen

Mehr als 50 verschiedene Pflanzenarten werden auf dem Dach ausgebracht, Bild: DDV
Mehr als 50 verschiedene Pflanzenarten werden auf dem Dach ausgebracht, Bild: DDV

Website DDV

Broschüre Dachbegrünung und Biodiversität

Der Deutsche Dachgärtner Verband e. V. (DDV) und die Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e. V. (FBB) haben im Mai 2018 fusioniert zum Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG).