Bundesamt für Naturschutz

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Teilindikatoren des Indikators "Artenvielfalt und Landschaftsqualität"

Der negative Trend des Gesamtindikators wird wesentlich durch den Teilindikator für das Agrarland beeinflusst. Dieser ist in 2011 bis auf 56 % des Zielwertes abgesunken und hat sich in den letzten zehn Jahren statistisch signifikant verschlechtert. Auch der Teilindikator für Küsten und Meere (in 2011 bei 61 % des Zielwertes) entwickelte sich in den letzten zehn Jahren statistisch weg vom Ziel. Die Teilindindikatoren für Binnengewässer und für Siedlungen lagen 2011 jeweils bei 68 % des Zielwertes (ohne statistisch signifikanten Trend). Der Teilindikator für Wälder verzeichnete mit 76 % des Zielwertes in 2011 den günstigsten Wert unter den Teilindikatoren (jedoch ohne statistisch signifikanten Trend).


Agrarland

Im Agrarland ist die Bestandssituation vieler Vogelarten kritisch. Vögel, die auf Äckern, Wiesen und Weiden brüten, gehen – regional unterschiedlich – aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung nach wie vor im Bestand zurück. Während der letzten zehn Jahre bis zum Jahr 2011 wird dies am stark negativen Trend beispielsweise der Bestände von Braunkehlchen, Kiebitz, Neuntöter und Uferschnepfe deutlich. Grünlandumbruch und Energiepflanzenanbau können Auswirkungen auf Landschaftsqualität und Artenvielfalt haben. Ob die eingeleiteten Agrarumwelt- und Naturschutzmaßnahmen mittel- und langfristig zur Umkehr des negativen Trends im Agrarland führen, ist derzeit offen. Neben diesen Maßnahmen ist eine nachhaltige Nutzung in der Fläche erforderlich


Grafik: BfN 2014, Daten: DDA 2013
Das Säulendiagramm stellt die Entwicklung des Teilindikators „Agrarland“ dar. Die Zeitreihe der Säulen beginnt im Jahr 1990 mit einem Wert von 74 Prozent und fällt mit leichten Schwankungen im weiteren Verlauf auf einen Wert von 56 Prozent im Jahr 2011 ab

Wälder

Wälder haben derzeit den besten Teilindikatorwert, der bei 76 % des Zielwertes liegt. Die Förderung naturnaher Waldbewirtschaftung hat hierzu beigetragen. Für den Zeitraum von 1998 bis 2008 gab es noch einen statistisch signifikanten positiven Trend, im Zeitraum von 2001 bis 2011 entwickelte sich der Indikator ohne statistisch signifikanten Trend. Um zu einem positiven Trend zurückzukehren, müssen staatliche Fördermöglichkeiten (z. B. Waldumweltmaßnahmen) ausgeweitet und noch konsequenter genutzt werden. Trotz einer im Vergleich zu den anderen Teilindikatoren günstigeren Situation ist der Zielwert auch in Wäldern bei Weitem noch nicht erreicht. Hierfür bedarf es einer konsequenten Fortführung des naturnahen Waldbaus sowie der fortgesetzten Berücksichtigung naturschutzfachlicher Aspekte bei der forstlichen Bewirtschaftung.


Grafik: BfN 2014, Daten: DDA 2013
Das Säulendiagramm zeigt die Entwicklung des Teilindikators „Wälder“. Die Zeitreihe beginnt im Jahr 1990 mit einem Wert von 82 Prozent und entwickelt sich mit Schwankungen im weiteren Verlauf hin zu einem Wert von 76 Prozent im Jahr 2011.

Siedlungen

In Siedlungen findet man sowohl Gebäudebrüter als auch Arten, die auf Brachen, Obstwiesen und bäuerliche Strukturen in Dörfern und Ortsrandlagen angewiesen sind. Die Bestandssituation für diese Arten ist nach wie vor noch weit vom Zielwert entfernt. Gründe hierfür liegen in erster Linie in der zunehmenden Versiegelung von Flächen, der Gebäudesanierung sowie dem Verlust naturnaher Lebensräume und dörflicher Strukturen.


Grafik: BfN 2014, Daten: DDA 2013
Das Säulendiagramm stellt die Entwicklung des Teilindikators „Siedlungen“ dar. Die Zeitreihe beginnt im Jahr 1990 mit einem Wert von 81 Prozent und fällt mit deutlichen Schwankungen im weiteren Verlauf auf einen Wert von 68 Prozent im Jahr 2011 ab.

Binnengewässer

Der Indikatorverlauf für die Binnengewässer weist über die letzten Jahre hinweg deutliche Schwankungen auf, ein statistisch signifikanter Trend zeichnet sich nicht ab. Eine wichtige Rolle für die zukünftige Entwicklung dieser Lebensräume spielen Maßnahmen zur Renaturierung von Flüssen und Auen, die im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie verstärkt durchgeführt werden sollen. Darüber hinaus muss in vielen Gewässern die Nährstofffracht weiter reduziert werden als Voraussetzung für eine hohe biologische Vielfalt.


Grafik: BfN 2014, Daten: DDA 2013
Das Säulendiagramm zeigt die Entwicklung des Teilindikators „Binnengewässer“.

Küsten und Meere

Von dem negativen Trend bei den Küsten und Meeren sind sowohl die Brutbestände der Vogelarten der Strände und Dünen als auch diejenigen des Grünlandes betroffen. Deutliche Rückgänge gab es in den letzten zehn Jahren bis zum Jahr 2011 beispielsweise bei den Beständen von Austernfischer, Sandregenpfeifer und Küstenseeschwalbe. Die an den Küsten ergriffenen Schutzmaßnahmen konnten noch keine Trendumkehr bewirken und sollten daher intensiviert werden.


Grafik: BfN 2014, Daten: DDA 2013
Das Säulendiagramm stellt die Entwicklung des Teilindikators „Küsten und Meere“ dar.

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Weitere Informationen

Die historischen Werte für die Jahre 1970 und 1975 sind rekonstruiert. Die Zeitreihen wurden nach einer methodischen Umstellung der Basisdaten mit einem modifizierten Verfahren neu berechnet. Die Werte einiger Vogelarten in den Lebensräumen der Binnengewässer sowie der Küsten und Meere wurden in einzelnen Jahren extrapoliert. Der Teilindikator zu den Alpen ist derzeit über die gesamte Datenreihe ausgesetzt.