Bundesamt für Naturschutz

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Biodiversitätsstrategie Nordrhein-Westfalen

Einführung

Am 20. Januar 2015 hat das Landeskabinett die  Biodiversitätsstrategie NRW verabschiedet. Mit dieser Strategie wird die Naturschutzpolitik in Nordrhein-Westfalen neu ausgerichtet. Sie beschreibt den derzeitigen Ist-Zustand der Natur, formuliert Leitbilder, beschreibt rund 150 Ziele und Maßnahmen für einen ambitionierten Biodiversitätsschutz für das nächste Jahrzehnt und benennt Indikatoren für die Erfolgskontrolle.

Die Strategie umfasst folgende Schwerpunkt-Bereiche:

  • Vervollständigung des Schutzgebietssystems sowie Qualitätsoffensive in den Schutzgebieten
  • Qualitative Verbesserung der Lebensräume
  • Schutzprogramme für besonders gefährdete Arten
  • Verbesserung der Biodiversität in der Agrarlandschaft
  • Klimawandel und erneuerbare Energien
  • Verankerung des Naturschutzes in der Gesellschaft

Auswahl an Aktivitäten

1) Strategien, Programme, Instrumente

  • Einige in der Biodiversitätsstrategie NRW vorgesehenen Ziele und Maßnahmen erforderten eine Änderung des Landschaftsgesetzes. Beispielsweise wurden der Grünlandschutz und der Biotopverbund als wichtige Elemente zur Wahrung der Biodiversität gestärkt. Am 25.11.2016 ist das neue Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) in Kraft getreten.
  • Am 28. Mai 2015 ist das neue  Ökologische Jagdgesetz für Nordrhein-Westfalen (ÖJG) in Kraft getreten. Schwerpunkte des neuen Gesetzes sind der stärkere Schutz des Waldes und der Wildtiere. Die Anpassung der Wildbestände an die Kapazitäten des jeweiligen Naturraumes ist oberstes Ziel. Arten wie Wildkatze, Luchs, Graureiher und Greifvögel sind aus der Liste der jagdbaren Arten gestrichen worden.

2) Schutz und Entwicklung von Lebensräumen

  • 2015 hat das Umweltministerium NRW einen Erlass zur Sicherung der Qualität wertvoller Grünlandflächen in Naturschutzgebieten herausgegeben. Die Regelungen sind als Präzisierungen des sog. „Grundschutzes“ anzusehen, der in allen Grünland-NSG-Verordnungen aufgeführt ist, aber aufgrund mangelnder Konkretheit sowie häufig fehlender flächengenauer Darstellung oftmals nicht zu einem wirkungsvollen Schutz des vegetationskundlich oder ornithologisch wertvollen Grünlandes führte.
  • Im Jahr 2011 wurde für den Staatswald ein fachlich abgeleitetes Netz von Wildnisentwicklungsgebieten ermittelt, das rund 100 Gebiete mit insgesamt etwa 7.820 ha umfasst. Diese Flächen sind dauerhaft aus der Nutzung genommen. Die gesetzliche Sicherung dieser Gebiete ist im § 40 LNatSchG geregelt. Die Vorbildfunktion des Staatswaldes soll zur freiwilligen Erweiterung des Wildniskonzepts in den anderen Besitzarten anregen.
  • Die  Biologischen Stationen in NRW sind aus dem ehrenamtlichen Naturschutz hervorgegangen und stellen heute ein Bindeglied zwischen dem ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutz dar. Sie sind in Vereinsträgerschaft in Kooperation mit den Naturschutzverbänden organisiert und werden vom Umweltministerium und dem jeweiligen Kreis finanziert. Die Biologischen Stationen betreuen die meisten der pflegebedürftigen Naturschutzgebiete.
  • 2014 wurde die  "Rahmenvereinbarung zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften" von den Präsidenten der Landwirtschaftsverbände und der Landwirtschaftskammer sowie dem Umweltminister unterzeichnet. In der Vereinbarung verständigen sich die Vertragspartner auf einen Maßnahmenkatalog zur Erhaltung und Entwicklung der Artenvielfalt und der Lebensräume in der Agrarlandschaft, der die Aussagen der Biodiversitätsstrategie NRW präzisiert.

3) Schutz und Entwicklung von Arten und Artengruppen

  • Das  Neobiota-Portal informiert über die invasiven und potenziell invasiven Arten Nordrhein-Westfalens, gibt Empfehlungen zur Bekämpfung und sammelt Fundortdaten, um einen aktuellen Überblick über die Verbreitung der Arten zu erhalten.

4) Bildung und Öffentlichkeitsarbeit / Naturschutzstiftungen

  • Die  Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege wurde 1986 gegründet und hilft seitdem gemeinnützigen Vereinen, Verbänden und ehrenamtlich arbeitenden Gruppen, die sich in NRW für den Naturschutz und die Heimat- und Kulturpflege einsetzen. Im Naturschutz liegt ein Schwerpunkt im Erwerb schutzwürdiger Flächen, um gefährdeten Tieren und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum auf Dauer zu erhalten.

Letzte Änderung: 10.07.2015

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