Bundesamt für Naturschutz

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Aktivitäten Baden-Württembergs zur Biodiversität

Einführung

Die am 2. Juli 2013 durch Kabinettsbeschluss von der Landesregierung verabschiedete  Naturschutzstrategie Baden-Württemberg hat das übergeordnete Ziel, die biologische Vielfalt zu stabilisieren, die heimischen Tier- und Pflanzenarten in ihrer genetischen Vielfalt zu erhalten sowie deren Lebensräume zu sichern und zu verbessern. Sie dient damit der Umsetzung der Nationalen Strategie Biologische Vielfalt in Baden-Württemberg. Entsprechend ihrem integralen Ansatz, Naturschutz als Querschnittsaufgabe anzuerkennen, verfolgt die Naturschutzstrategie mehrere Schwerpunkte: Naturverträgliche Landnutzung und Siedlungsentwicklung, Naturschutz und Landschaftspflege, Klimaschutz und Moore, nachhaltiges und naturverträgliches Wirtschaften sowie Naturerfahrung, Bildung und Kommunikation für eine nachhaltige Entwicklung.

Auswahl an Aktivitäten

1) Strategien, Programme, Instrumente

  • Einer der Schwerpunkte der Naturschutzstrategie ist die Erarbeitung einer landesweiten  Moorschutzkonzeption. Dieses Konzept wird als zentrale Ziele sowohl den Schutz der biologischen Vielfalt als auch den Klimaschutz berücksichtigen. In einem ersten Schritt sollen wichtige Hinweise und Umsetzungsleitlinien zur Moorregeneration in einem Handbuch dargestellt sowie der notwendige Forschungs- und Entwicklungsbedarf analysiert und erste Umsetzungsprojekte angestoßen werden.
  • Mit Personalkostenzuschüssen des Landes sollen flächendeckend  Landschaftserhaltungsverbände (LEV) eingerichtet werden. Deren Kernaufgabe ist die Erhaltung und Entwicklung von Kulturlandschaften, die eine besondere Rolle für die biologische Vielfalt, die Offenhaltung und das Landschaftsbild spielen sowie zur Umsetzung von Natura 2000 beitragen. Die Maßnahmen werden im Wesentlichen auf Basis der Landschaftspflegerichtlinie in enger Kooperation mit den zuständigen Behörden und Flächenbewirtschaftern realisiert. 

2) Schutz und Entwicklung von Lebensräumen

  • In Baden-Württemberg werden für alle   FFH - und Vogelschutz-Gebiete Managementpläne (MaP) erstellt. Die Maßnahmenplanungen werden durch einen Beirat begleitet, in dem die betroffenen lokalen Interessengruppen und Institutionen vertreten sind. Die Umsetzung der MaP erfolgt durch die unteren Verwaltungsbehörden, insbesondere durch die Untere Naturschutzbehörden. Dabei wirken die Landschaftserhaltungsverbände mit. 

3) Schutz und Entwicklung von Arten und Artengruppen

  • Der  Aktionsplan Biologische Vielfalt zur Sicherung der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg wurde zusammen mit Naturschutz- und Nutzerverbänden von der Landesregierung entwickelt. Er umfasst mehrere Module und hat das Ziel, die Lebensbedingungen unserer heimischen Tiere und Pflanzen nachhaltig zu verbessern und zu sichern. Dabei sollen möglichst viele Gruppen der Bevölkerung zum Mitmachen gewonnen werden, um die Bedeutung der biologischen Vielfalt in der Öffentlichkeit zu verankern. 
  • Das  Artenschutzprogramm Baden-Württemberg (ASP) hat sich zum Ziel gesetzt, Vorkommen hochgradig bedrohter Arten zu erfassen und Maßnahmen zu deren Schutz einzuleiten. Insgesamt werden rund 900 Arten aus zehn Artengruppen bearbeitet. Um gezielt die landesweite Situation von FFH -Arten in derzeit schlechtem Erhaltungszustand zu verbessern, werden landesweite Artenhilfskonzepte erstellt, so zum Beispiel für die Sand-Silberscharte und den Eremit.

4) Bildung und Öffentlichkeitsarbeit / Naturschutzstiftungen

  • Die vier  Ökomobile sind rollende „Naturschutzzentren“ der staatlichen Naturschutzverwaltung Baden-Württembergs mit jeweils 24 Arbeitsplätzen und einer umfangreichen naturwissenschaftlichen Ausstattung - eine kostenlose Form außerschulischer Umweltbildung. Unter fachkundiger Betreuung und Anleitung werden Schülern und Erwachsenen Naturerlebnisse und Kenntnisse über Arten und ihrer Lebensräume vor Ort vermittelt. Die Fahrzeuge werden auch zur Information über Natura 2000-Gebiete und LIFE-Projekte eingesetzt.
  • Das Land Baden-Württemberg hat gemeinsam mit Landkreisen, Städten, Gemeinden und Verbänden in sieben Regionen des Landes  Naturschutzzentren zur fachlichen Betreuung besonders schutzbedürftiger Landschaftsräume eingerichtet. Als zentrale Informations- und Begegnungsstätten stellen sie mit vielfältigen Angeboten den Besuchern die Entstehungsgeschichte, Kultur, Besonderheiten und ökologische Zusammenhänge der jeweiligen Landschaftsräume mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt vor.
  • Unter dem Motto „Wir fördern Vielfalt“ arbeitet die  Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg mit einer Vielzahl an Partnern zusammen und verhilft den unterschiedlichsten Ideen seit 1978 zur Umsetzung. Die Förderung von Artenschutzmaßnahmen gehört zu ihren zentralen Aufgabenbereichen. Des Weiteren unterstützt sie Landschaftspflegeprojekte, Forschungen und modellhafte Untersuchungen oder Umweltbildungsmaßnahmen und setzt auch eigene Projekte um.

Letzte Änderung: 15.07.2015

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