Bundesamt für Naturschutz

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Einleitung


Fischotter (Lutra lutra) © Götz Ellwanger
Bild eines Fischotters

Die biologische Vielfalt ist eine wesentliche Grundlage für das Leben und die Gesundheit der Menschen. Sie umfasst nicht nur den Reichtum an Arten bei Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen, sondern auch die Vielfalt an Lebensräumen und Erbanlagen. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Schutz und nachhaltige Nutzung sichert langfristig die Bedürfnisse heutiger und künftiger Generationen. Sie zählt neben dem Klimaschutz zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Jahr 1992 hat die Weltgemeinschaft das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD ) verabschiedet mit dem Ziel, weltweit dem dramatischen Verlust an Arten, Lebensräumen und genetischer Diversität zu begegnen. Deutschland hat sich international und national mit Nachdruck für die Ziele der CBD eingesetzt und im Jahr 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt im Bundeskabinett beschlossen (BMU 2007).

Mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt hat sich die Bundesregierung ehrgeizige Ziele für die Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt sowie deren nachhaltige Nutzung gesteckt. Ob Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele umgesetzt werden und ob die gesetzten Ziele tatsächlich erreicht wurden, muss fortlaufend erfasst und bewertet werden. Hierfür werden in langfristigen Monitoringprogrammen mit standardisierten Methoden u. a. Daten zum Zustand der biologischen Vielfalt und zu Belastungen, die auf Arten und Lebensräume einwirken, erhoben. Die daraus resultierenden Ergebnisse können in Form von Indikatoren dargestellt werden.


Erfolgskontrolle mit Indikatoren

Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt legt fest, dass mit Hilfe von Indikatoren eine zusammenfassende Erfolgskontrolle vorgenommen werden soll. Sie enthielt bereits bei ihrer Verabschiedung im Jahr 2007 ein erstes Indikatorenset für die künftige Berichterstattung (BMU 2007). Die Indikatoren der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt haben Bezüge zu den Visionen und Aktionsfeldern der Strategie. Sie informieren in zusammenfassender Form über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt in Deutschland. Die Indikatoren geben weiterhin Auskunft über Belastungen und die bisher durchgeführten Maßnahmen zur Erhaltung und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt. Im Ergebnis werden Fortschritte und Handlungsbedarf für die Gestaltung der Naturschutzpolitik und anderer Politikbereiche mit Bezug zum Schutz der biologischen Vielfalt deutlich.


Ziele und Maßnahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt

Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beinhaltet eine Vision für die Zukunft, die durch rund 330 Qualitäts- und Handlungsziele zu einer Vielzahl biodiversitätsrelevanter Themen konkretisiert wurde. Aus den Handlungszielen wurden in 16 Aktionsfeldern rund 430 konkrete Maßnahmen staatlicher und nicht-staatlicher Akteure abgeleitet. Deutschland hat damit eine anspruchsvolle ressortübergreifende nationale Strategie zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt entwickelt. Zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt findet ein breit angelegter politischer und gesellschaftlicher Prozess statt, der staatliche wie nicht-staatliche Akteure einbezieht. Es wurden vielfältige Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung unserer Natur- und Kulturlandschaften, der Artenvielfalt sowie der genetischen Ressourcen bei Pflanzen und Tieren einschließlich Wildpopulationen eingeleitet, u. a. Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutzmaßnahmen. Zukünftig werden diese Maßnahmen um Klimamaßnahmen ergänzt. Dieser Umsetzungsprozess verlangt nach einer wissenschaftlich fundierten und transparenten Erfolgskontrolle. Dabei ist jedoch zu beachten, dass viele eingeleitete Maßnahmen erst mittel- oder langfristig Fortschritte zeigen werden.


Weiterentwicklung des Indikatorensets

Das bereits in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt enthaltene erste Indikatorenset wurde in den folgenden Jahren ergänzt und weiterentwickelt. Im Indikatorenbericht 2010 wurden die bis zu diesem Zeitpunkt entwickelten 19 Indikatoren erstmals in einheitlicher Form bilanziert (BMU 2010). Der Rechenschaftsbericht 2013 zum Umsetzungsstand der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt enthielt ein eigenes Kapitel, in dem mit Hilfe des Indikatorensets Bilanz gezogen wurde (BMU 2013).

Für den vorliegenden Indikatorenbericht 2014 ergeben sich gegenüber dem Bericht von 2010 folgende Veränderungen des Indikatorensets:

  • Bei dem Indikator „Invasive Arten“ werden jetzt die beiden folgenden Teilindikatoren berichtet: Der erste Teilindikator erfasst die absolute Anzahl bisher in Deutschland nur kleinräumig vorkommender invasiver Arten für die Artengruppen der Gefäß-pflanzen und Fische. Der zweite Teilindikator benennt für diese beiden Artengruppen die absolute Anzahl der sich nach dem Jahr 2010 großräumig ausbreitenden invasiven Arten.
  • Der bisherige Indikator „Klimawandel und Frühlingsbeginn“ wird durch den Indikator „Dauer der Vegetationsperiode“ ersetzt, der Veränderungen in der Länge der Vegetationsperiode sowie Verschiebungen im jährlichen Eintrittsdatum des phänologischen Frühlings und Winters darstellt. Die Messungen beziehen sich auf ausgewählte Entwicklungsstadien zweier einheimischer Wildpflanzenarten im Verlauf des Jahres.

UN-Dekade der biologischen Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011-2020 zur UN-Dekade der biologischen Vielfalt ausgerufen. Durch vielfältige Maßnahmen und Programme sollen mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt sensibilisiert werden. Das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt und die Verantwortung für deren Schutz und nachhaltige Nutzung soll gefördert werden. Ziel der UN-Dekade zur biologischen Vielfalt ist es, dass staatliche und nicht-staatliche Akteure gemeinsam dazu beitragen, die biologische Vielfalt auch für die Zukunft zu bewahren. Im Verlauf der UN-Dekade soll international und national Bilanz gezogen werden, wie es um die Erhaltung der biologischen Vielfalt bestellt ist. Der Indikatorenbericht 2014 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt leistet hierzu einen Beitrag, indem er wichtige Entwicklungstrends für Deutschland darstellt und bilanziert, wo Deutschland in Hinblick auf das Ziel steht, den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen.

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Weitere Information:

Die Indikatoren der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt informieren in zusammenfassender Form über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt in Deutschland. Sie geben weiterhin Auskunft über Belastungen und Maßnahmen zur Erhaltung und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt. Im Ergebnis werden Fortschritte und Handlungsbedarf für die Gestaltung der Naturschutzpolitik und anderer Politikbereiche mit Bezug zum Schutz der biologischen Vielfalt deutlich.