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Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD)


Korallenriff. Foto: vlad61 - Fotolia.com
Korallenriff. Foto: vlad61 - Fotolia.com

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD ) ist eines der drei völkerrechtlichen Abkommen, die bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 zur Unterzeichnung auslagen. Das Übereinkommen trat am 29.Dezember 1993 völkerrechtlich in Kraft. Deutschland ist seit 1994 Vertragspartei.

Das Übereinkommen hat drei übergeordnete Ziele:

  • die Erhaltung biologischer Vielfalt,
  • eine nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und
  • die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen

Die CBD ist das weltweit umfassendste Abkommen zum Schutz der Natur und der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen. Bei der Umsetzung des Übereinkommens sollen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in ausgewogener Form berücksichtigt werden.

Im Strategischen Plan der Konvention wurde das Ziel festgelegt, bis 2010 die gegenwärtige Rate des Verlustes an biologischer Vielfalt signifikant zu reduzieren.

Ambitionierte Ziele bis 2020

Bei der 10. Vertragsstaatenkonferenz der CBD 2010 im japanischen Nagoya verabschiedeten die Vertragsstaaten einen neuen aktionsorientierten strategischen Plan mit Unterzielen für die verschiedenen Sektoren (Fischerei, Landwirtschaft, Verkehr, Wirtschaft etc.). In drei zentralen Bereichen konnten ambitionierte Beschlüsse erreicht werden: die Teilnehmer beschlossen ein neues globales Biodiversitätsziel und eine Strategie für den globalen Schutz der biologischen Vielfalt von 2011 bis 2020, stellten verbindliche Finanzierungsziele für deren Umsetzung auf und verabschiedeten das "Nagoya-Protokoll" über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile.

Nagoya-Protokoll gegen Biopiraterie

Dieses "Nagoya-Protokoll" legt international verbindliche Regelungen für den Zugang zu genetischen Ressourcen sowie die gerechte Gewinnaufteilung aus deren Nutzung fest. Damit verfügt die internationale Staatengemeinschaft nunmehr über ein wirksames Instrument zur Verhinderung von Biopiraterie, das sowohl den Entwicklungsländern als auch den Nutzerländern, insbesondere Industrieländern, einen verlässlichen Rahmen bei der Nutzung genetischer Ressourcen gibt.

Halbzeitbewertung: Bemühungen verstärken!

Die Halbzeitbewertung der Strategieziele auf der 12. Vertragsstaatenkonferenz 2014 in Pyeongchang (Südkorea) kam allerdings zu gemischten Ergebnissen: Der Globale Bericht zur Lage der biologischen Vielfalt stellt fest, dass die Weltgemeinschaft bei den meisten Zielen Fortschritte macht, jedoch nicht in ausreichendem Maße, um die Ziele bis 2020 zu erreichen. Das Ziel, die vielfältigen anthropogenen Belastungen der Korallenriffe und der übrigen vom Klimawandel oder von der Versauerung der Ozeane betroffenen empfindlichen Ökosysteme bis 2015 auf ein Minimum zu reduzieren, wurde klar verfehlt. 

Die nächste Vertragsstaatenkonferenz findet im Dezember 2016 in Mexiko statt. Bisher sind dem Übereinkommen über die Biologische Vielfalt 196 Staaten einschließlich der Europäischen Union als Vertragsparteien beigetreten. (Stand: 23.06.2016; Quellen: BMU/BfN)

Clearing-House Mechanism (CHM)

Im Rahmen des Abkommens wurde der Clearing-House Mechanism (CHM) als Vermittlungsmechanismus eingerichtet. Er soll die Zusammenarbeit auf den Gebieten des Übereinkommens fördern und als Plattform für Wissenschaftskooperation, Technologietransfer und Umweltbildung dienen. Als Finanzierungsinstrument wurde die GEF (Global Environment Facility) bestimmt, welche finanzschwächeren Ländern hilft, die bei der Umsetzung des Übereinkommens zusätzlich entstehenden Kosten zu tragen.

 Wortlaut des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (engl. und andere Sprachen, aber nicht auf Deutsch)

 Die Website der CBD