Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Laufende Projekte

Wildbienenhotel. Foto: Alfons Krismann

Struktur- und artenreiche Obstbauflächen sind wichtige Rückzugs-, Nahrungs- und Lebensräume. Das Verbundprojekt soll die Potenziale für die Förderung der Biodiversität und der Ökosystemleistungen im Erwerbsobstbau erheben und zielführende Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den Obstbaubetrieben umsetzen.


Gelbbauchunke im Laichhabitat. Foto: Hans Schwaiger

Die Bestände der Gelbbauchunken gehen selbst in ihren Kernarealen in Bayern stark zurück. Das liegt insbesondere am Mangel an geeigneten Laichhabitaten. Dieses neue Projekt zieht nun in Bayern ein übergreifendes, großangelegtes Schutzprogramm auf auch um den Schutz der Verantwortungsart und ihrer Lebensräume ins alltägliche Handeln der Bevölkerung zu integrieren.


Lüneburger Heide. Foto: Prof. Dr. Werner Härdtle (Univ. Lüneburg)

Kulturlandschaften mit Lebensraumkomplexen aus extensiv genutzten Äckern, Heiden und Offenland-Wald-Übergangsbereichen erbringen herausragende Ökosystemleistungen, so z.B. die Speicherung von Kohlenstoff oder Stickstoff, Neubildung von Grundwasser oder sozioökonomische Leistungen. Im Rahmen des interdisziplinär ausgerichteten Projektes werden die von diesen Kulturlandschaften erbrachten Ökosystemleistungen im Zusammenhang mit der für sie typischen Biodiversität qualitativ und quantitativ untersucht sowie neue und adaptive, den genannten Gefährdungsfaktoren Rechnung tragende Management- und Restitutionsverfahren entwickelt.


Baggersee. Foto: Matthias Emmrich

Kleine Baggerseen von einer Größe < 50 ha sind in der BRD weit verbreitet. Sie werden gerne als Naherholungsgebiete (Angeln, Baden, Spazierengehen, Wildtierbeobachtung) genutzt. Viele Baggerseen in Deutschland werden von Angelvereinen bewirtschaftet. Eine wesentliche Managementmaßnahme ist der Fischbesatz, aber es stehen auch alternative Hegeansätze wie die Aufwertung von Uferlebensräumen zur Verfügung. Lebensraumverbessernde Maßnahmen werden weit seltener eingesetzt als Fischbesatz, sie versprechen aber positive Effekte auf eine ganze Reihe von Organismengruppen sowie die ästhetische Qualität von Baggerseen für die Erholungsnutzung.


AgoraNatura-Konsortium. Foto: ZALF

Durch den anhaltenden Biodiversitätsverlust ist die Bereitstellung von Leistungen der Ökosysteme, die dem Menschen zugute kommen, bedroht. Ziel des Projektes AgoraNatura ist die forschungsbasierte Entwicklung eines Online-Marktplatzes, um die Bereitstellung von Ökosystemleistungen und Biodiversität deutschlandweit zu fördern und Anbieter und Nachfragende miteinander zu vernetzen.


Frankfurt: Verwilderter Nordpark Bonames an der Niddaschleife ©Umweltamt Stadt Frankfurt am Main
Frankfurt: Verwilderter Nordpark Bonames an der Niddaschleife ©Umweltamt Stadt Frankfurt am Main

Stadt und Wildnis werden häufig als Gegensätze wahrgenommen; wo das eine ist, kann das andere nicht sein. Über ein neues ästhetisches Leitbild von Wildnis in der Stadt will das Projekt diesen Gegensatz aufheben und so die Akzeptanz von extensiv bewirtschafteten Grün- und Sukzessionsflächen in der Stadt verbessern.


Stadt Bad Saulgau: Das Straßenbegleitgrün bietet Potential für großen Artenreichtum
Stadt Bad Saulgau: Das Straßenbegleitgrün bietet Potential für großen Artenreichtum

Das Projekt „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“ motiviert Städte und Gemeinden in Deutschland zur naturnahen Gestaltung und Pflege von Grün- und Freiflächen. Im Mittelpunkt steht das gleichnamige Label, das die Etablierung einheitlicher ökologischer Standards für den Umgang mit Grünflächen zum Ziel hat.


Kiesbank an der Jägerbrücke. Foto: Georg Rast
Kiesbank an der Jägerbrücke. Foto: Georg Rast

Natürliche Flusslandschaften sind extrem selten in Deutschland trotz ihrer außergewöhnlichen Bedeutung für die Artenvielfalt und die Vernetzung der Lebensräume. Das von BMUB und BMBF geförderte Verbundprojekt Wilde Mulde will in stadtnahen Flussabschnitten mit dem aktiven Einbau von großem Totholz und durch Entsteinung von Flussufern die natürliche Verlagerung des Flussbettes fördern. In die Umsetzung wird die lokale Bevölkerung zur Akzeptanzsteigerung aktiv eingebunden. Die entstehenden Veränderungsprozesse am Fluss und in der Aue sollen durch Zeitrafferaufnahmen für eine breite Öffentlichkeit erlebbar werden. In das Vorhaben sind umfassende ökosystembezogene Forschungsarbeiten integriert.


Rehbock. Foto: Soru Epotok/Fotolia
Rehbock. Foto: Soru Epotok/Fotolia

In fünf großflächigen Projektregionen, verteilt über das gesamte Bundesgebiet, erforscht das Projekt, wie sich ein verändertes Wildtiermanagement auf die natürliche Verjüngung des Waldes und die biologische Vielfalt der Waldgesellschaften auswirkt.


Teilnehmer Workshop © Gespa
Jugendliche beim Medienworkshop der Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft e.V. © Gespa

In Medienworkshops zur biologischen Vielfalt setzen sich Jugendliche mit dem Thema Biodiversität auseinander. Sie lernen den Umgang mit der Kamera und die Schritte der Filmproduktion. Schauplätze sind u.a. Naturschutzgebiete, Natur- und Nationalparks, Biosphärenreservate sowie Naturerbeflächen.


Baumpilze auf Fichte. Foto: Universität Marburg
Baumpilze auf Fichte

Wälder stellen zahlreiche Ökosystemleistungen bereit, für die Totholz eine zentrale Rolle spielt. Das Projekt erarbeitet gemeinsam mit Forstwirtschaft und Bürgern praxisgerechte Konzepte für eine nachhaltige Nutzung von Wäldern, um die Bereitstellung von Ökosystem-leistungen zu optimieren und seltene Arten zu fördern, die von Totholz abhängig sind.


Grünfläche Stadt Bielefeld. Foto: IÖR
Grünfläche in Bielefeld

Städte tragen eine hohe Verantwortung für den Erhalt und die Förderung von Biodiversität, oft fehlt es jedoch an übergreifenden Strategien für die lokale Umsetzung. Das Projekt Urban-NBS erarbeitet Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der NBS im urbanen Raum in den Städten Bielefeld und Heidelberg.

Im Mittelpunkt stehen dabei Grünstrukturen im dicht bebauten und intensiv genutzten Innenbereich der Städte.


Flussperlmuschel. Foto: Technische Universität Dresden
Flussperlmuschel

Malermuschel (Unio pictorum) und Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) waren früher häufige Großmuschelarten in unseren Gewässern. Aufgrund des andauernden rapiden Rückgangs sind sie heute gefährdet (Malermuschel) oder vom Aussterben bedroht (Flusspermuschel). Das Projekt „ArKoNaVera“ entwickelt Konzepte, die zu einem sich selbst erhaltenden Bestand dieser Großmuschelarten führen sollen.


Goldener Scheckenfalter © Regina Saller
Goldener Scheckenfalter © Regina Saller

Der Goldene Scheckenfalter ist bundesweit stark gefährdet. Das Projekt zwischen Bayern, Sachsen und der Tschechischen Republik will die Lebensraumsituation für Euphydryas aurinia verbessern, bestehende Vorkommen stabilisieren und im Projektgebiet eine überlebensfähige Population aufbauen.


Vielfalt im Blühstreifen © Wolfgang Ganser
Vielfalt im Blühstreifen © Wolfgang Ganser

Das Projekt ist Teil des Verbundprojektes „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt“. Dieses erprobt in Modellregionen, wie die konventionelle Landwirtschaft zur Sicherung ausgewählter Ökosystemleistungen beitragen kann. Das Teilprojekt will im Münsterland den Energiepflanzenanbau optimieren und die Biodiversität stärken.


Streuobstwiese © Europarc Deutschland
Streuobstwiese © Europarc Deutschland

Um neue Finanzierungsmöglichkeiten für wichtige zusätzliche Klima- und Naturschutzmaßnahmen in den Nationalen Naturlandschaften zu erschließen, baut EUROPARC Deutschland e.V. im Rahmen dieses Projektes Vermarktungsstrukturen für den freiwilligen Kauf von Zertifikaten durch umweltbewusste Unternehmen und Privatpersonen auf.


Biogasanlage hinter einem Rapsfeld © Stephan Leyk - Fotolia
Biogasanlage hinter einem Rapsfeld © Stephan Leyk - Fotolia

Mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Welche Beiträge die konventionelle Landwirtschaft zur Sicherung ausgewählter Ökosystemleistungen, wie der Bodenfruchtbarkeit, und zum Erhalt der Biodiversität erbringen kann, soll im Rahmen dieses Verbundprojekts des Deutschen Bauernverbandes erprobt werden. 


Pündericher Marienburg Mosel bei Pünderich Rheinland Pfalz © ah_fotobox - Fotolia
Pündericher Marienburg Mosel bei Pünderich Rheinland Pfalz © ah_fotobox - Fotolia

Das Weinbaugebiet Mosel ist das weltweit größte Steillagenweinbaugebiet – mit besonderen Ökosystemen und einer charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt. Das Projekt des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau will Winzer ermutigen, die Flächen weiter nachhaltig zu bewirtschaften und die Landschaft mit ihrer biologischen Vielfalt zu erhalten. 


Ammerschlucht. Foto: Claire Tranter/WWF
Ammerschlucht. Foto: Claire Tranter/WWF

Die Hotspot-Regionen um Lech, Ammer, Loisach und Isar beheimaten seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Da die Alpenflüsse sehr störungsempfindlich und nur noch partiell intakt sind, ist es Ziel des Verbundprojekts, die vorhandene Biodiversität zu verbessern sowie Strukturen und Akzeptanz für eine Revitalisierung zu schaffen.


Arnikablüte. Fotos: Regina Saller
Arnikablüte. Fotos: Regina Saller

Die Echte Arnika gehört zu den traditionellen Heilpflanzen und den in der Nationalen Biodiversitätsstrategie ausgewiesenen Verantwortungsarten Deutschlands. Das Arnikaprojekt verbindet den Schutz der Heilpflanze, ihrer Lebensräume und der dazugehörigen Kulturlandschaft mit nachhaltiger Nutzung.


Bergküchenschelle. Foto: Wilhelm Gailberger/piclease.de
Bergküchenschelle - Pulsatilla montana. Foto: Wilhelm Gailberger/piclease.de

Das Wissen über Pflanzen und Tiere und wie man sie bestimmt ist in der Bevölkerung gering. Selbst ausgewiesene Fachleute gibt es immer weniger. Hier setzt das Projekt an: Mit neuen Informationstechniken will es weiter helfen. Ziel ist es, herkömmliche Methoden der Bestimmung von Pflanzen für die Nutzer zu vereinfachen. 


Buchenhallenwald, DBU-Naturerbe Prora. Foto: DBU Naturerbe/H. Culmsee
Buchenhallenwald, DBU-Naturerbe Prora. Foto: DBU Naturerbe/H. Culmsee

Die natürliche Entwicklung von Wäldern ist Leitbild für die Flächen des Nationalen Naturerbes. Die Waldbestände, häufig ehemals bewirtschaftete strukturarme Kiefernwälder, dauerhaft aus der Nutzung zu nehmen und möglichst schnell einer natürlichen Entwicklung zuzuführen, ist Schwerpunkt des Forschungsprojekts. 


Die Bestände der mitteleuropäischen Blütenpflanze Arnika sind dramatisch eingebrochen. Am Beispiel von Beständen und Standorten in Mittelhessen erforscht das Projekt „Arnica Montana“ die Hintergründe des Rückgangs. Darauf aufbauend wird ein deutschlandweit übertragbares Managementkonzept für den Arterhalt entwickelt und erprobt.


Foto: Biosphärenreservat Rhön
Foto: Biosphärenreservat Rhön

Mehr als die Hälfte des Bestandes des seltenen Rotmilans ist in Deutschland beheimatet – mit der Rhön als bedeutsamer Brutregion. Jedoch ist der Bestand seit Jahren rückläufig, hauptsächlich infolge des Verlustes von Grünland als Nahrungsquelle. Diesen Trend aufzuhalten und umzukehren ist Ziel des Projektes.


Foto: Hans Glader, piclease
Kiebitz im Feld. Foto: Hans Glader, piclease

Die Bestände des Kiebitzes gehen in Deutschland seit vielen Jahren dramatisch zurück. Der Bodenbrüter findet immer weniger geeignete Brutplätze. Mit dem Projekt sollen bundesweit Landwirte ermuntert werden, dauerhaft einen Teil ihrer Flächen für den Kiebitzschutz bereitzustellen und sogenannte Kiebitzinseln zu etablieren.


Foto: Ostseestiftung
Foto: Ostseestiftung

Die Region Vorpommersche Boddenlandschaft und Rostocker Heide zählt zu den 30 Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland. Das Gebiet umschließt eine einzigartige, vielgestaltige Küstenlandschaft. Aufklärungs-, Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen sollen den Erhalt dieses Schatzes der Biodiversität an der deutschen Ostseeküste fördern.


Artenreiche Wiese. Foto: B. Rickert
Artenreiche Wiese. Foto: B. Rickert

Schleswig-Holstein ist vom Rückgang artenreichen Grünlands besonders betroffen. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein plant daher eine großflächige Wiederherstellung dieser Lebensräume. Dies soll durch Mahdgutübertragung, den Einsatz von Regiosaatgut und durch eine Ex-Situ-Vermehrung besonders wertgebender Arten erfolgen. 


Scheidiger Gelbstern (Gagea spathacea). Foto: Knut Sturm
Scheidiger Gelbstern (Gagea spathacea). Foto: Knut Sturm

Ein neues Verbundprojekt aus Forschung und Praxis entwickelt Schutzmaßnahmen für den Scheidigen Gelbstern (Gagea spathacea). Die zierliche Pflanze liebt nährstoffreiche und bodennasse Eschen- und Eschen-Buchenwälder und hat einen weltweiten Verbreitungsschwerpunkt in Schleswig-Holstein. Das Projekt dient der Umsetzung der NBS und wird gemeinsam vom BMBF und vom BMUB gefördert. 


Biodiversität entdecken: die Kornrade. Foto: A. Lude
Biodiversität entdecken: die Kornrade. Foto: A. Lude

Sind Geospiele für Smartphone und Tablets ein Weg, Jugendliche und junge Erwachsene für die biologische Vielfalt zu interessieren und ihre Wertschätzung gegenüber der natürlichen Vielfalt zu erhöhen? Dieser Frage geht ein neues Verbundprojekt aus Forschung und Praxis nach, das aus Mitteln des BMBF und des BMUB gefördert wird.


Barfuß durch den Bach. Foto: Deutscher Wanderverband
Barfuß durch den Bach –Eine Wanderung mit allen Sinnen. Foto: Deutscher Wanderverbandv

Schulen in Deutschland sollen angeregt werden, regelmäßige Wander-Aktivitäten zur biologischen Vielfalt einzuführen und als selbstverständliche Ergänzung zur abstrakten Wissensvermittlung in den Schulalltag einzubinden. Ein Projekt des Deutschen Wanderverbandes und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.


Rotmilan. Foto: Michael Radloff
Rotmilan. Foto: Michael Radloff

Mit vereinten Kräften wollen drei große Naturschutzverbände den Rückgang der Bestände des Rotmilans stoppen. Dazu haben der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL), der Dachverband Deutscher Avifaunisten e. V. (DDA) und die Deutsche Wildtier Stiftung (DeWiSt) ein gemeinsames bundesweites Verbundvorhaben gestartet.


Drosera rotifundila. Foto: intention
Drosera rotifundila. Foto: intention

VegetWeb, heute ein Teil von Floraweb, wird zu einer zentralen nationalen Vegetationsdatenbank ausgebaut. Dazu werden bisher nur lokal oder regional vorhandene Daten zusammengefasst und bundesweit verfügbar gemacht. Zudem werden neue repräsentative Daten zu Wald- und Graslandlebensräumen erfasst.


Flussbegleitender Auenwald. Foto: NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen
Flussbegleitender Auenwald. Foto:  NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen

Schutz, Entwicklung und Vernetzung von Lebensräumen und Arten im Hotspot "Nördlicher Oberrhein mit Hardtplatten" sind Gegenstand dieses Projektes der beiden NABU-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, das mit 3,8 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird.


Knautien-Sandbiene auf Acker-Witwenblume. Foto: Stiftung Rheinische Kulturlandschaft

Mit dem Projekt setzt sich die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft gemeinsam mit Landwirten für den Schutz und die Förderung von bestäubenden Insekten in der intensiv ackerbaulich geprägten Köln-Aachener Bucht ein. Produktionsintegrierte Maßnahmen sollen im Sinne des Naturschutzes dazu dienen, ein ausreichendes Nektar- und Pollenangebot für Wildbienen und weitere zum Teil gefährdete Insektenarten zu schaffen.


Blütenreicher Sandmagerrasen. Foto: Thomas Starkmann
Blütenreicher Sandmagerrasen. Foto: Thomas Starkmann

Für den Schutz und die Vernetzung von Lebensräumen und Arten nährstoffarmer Sandstandorte im Hotspot „Südliches Emsland und nördliche Westfälische Bucht“ erhält der  Kreis Steinfurt  mit seinen sechs Verbundpartnern aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen rund 2,6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt.


Bechsteinfledermaus. Foto: Günter Hahn piclease.de
Bechsteinfledermaus. Foto: Günter Hahn piclease.de

Die Verantwortungsart Bechsteinfledermaus steht im Zentrum dieses Naturschutzprojekts. In einem ausgedehnten Waldgebiet im Naturpark Rhein-Taunus sollen modellhafte Schutzmaßnahmen entwickelt und in die laufende forstliche Bewirtschaftung integriert werden. Das Projekt wird mit 710.000 Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. 


Frucht der Grauen Skabiose. Foto: Botanischer Garten Osnabrück
Frucht der Grauen Skabiose. Foto: Botanischer Garten Osnabrück

WIPs-De baut ein nationales Schutzprogramm für die 15 Verantwortungs-Pflanzenarten aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt auf. Grundlage ist ein Netzwerk aus fünf botanischen Gärten, einer pädagogischen Hochschule, dem amtlichem Naturschutz, Naturschutz-Organisationen und ehrenamtlichen Botanikern.


Waldpflege. Foto: Bergwaldprojekt e. V.
Jugendlicher bei der Waldpflege. Foto: Bergwaldprojekt e. V.

Gemeinsam mit fachkundigen Projektleitern führen Jugendliche selbständig konkrete Naturschutzarbeiten im Wald, in Moorgebieten, Auwäldern und Kulturlandschaften durch. Dieses hautnahe Naturerlebnis soll sie für die Bedürfnisse der Natur sensibilisieren und zu einer nachhaltigen Lebensweise anregen.


Klettermikado zwischen Wildpflanzenbeeten. Foto: Kerstin Lüchow
Klettermikado zwischen Wildpflanzenbeeten. Foto: Kerstin Lüchow

Das FiBL Deutschland e. V. (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) steht hinter dem Projekt. Ziel ist der Aufbau eines bundesweiten Netzwerks mit 200 Natur-Erlebnis-Kinder-Gärten. Schon Vorschulkinder sollen so den Wert und die Bedeutung biologischer Vielfalt unmittelbar entdecken und erleben können.


Quelle bei Diemerstein/Pfalz. Foto: BUND
Quelle bei Diemerstein/Pfalz. Foto: BUND

Quellen und Bachoberläufe im Mittelgebirge gelten als „Schatzkästen der Biodiversität“. Viele sind in ihrer natürlichen Funktion beeinträchtigt oder geschädigt. In Rheinland-Pfalz werden ausgewählte Biotope nun zusammen mit ehrenamtlichen Gewässer-Botschaftern kartiert, verbessert und langfristig gesichert. 


Foto: Matthias Beidek
Foto: Matthias Beidek

Gegenstand des Projektes ist die Integration von Alt- und Totholzbeständen in die nachhaltige Waldbewirtschaftung als eines der dringlichsten Schlüsselthemen beim Schutz und der nachhaltigen Nutzung des Lebensraumes Rotbuchenwald. Insbesondere Lebensgemeinschaften, die auf solche Lebensräume angewiesen sind, sollen so langfristig gesichert werden. 


Elbe-Biber. Foto: Ralph Frank, WWF
Elbe-Biber. Foto: Ralph Frank, WWF

In einem Abschnitt des UNESCO -Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe zwischen Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt soll ein modellhafter, großräumiger und länderübergreifender Auenbiotopverbund entstehen. Zentrale Maßnahme ist die Renaturierung der Flussaue in der Hohen Garbe. 


Fischotter. Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.
Fischotter. Foto: Aktion Fischotterschutz e.V.

Das Projekt soll entscheidend dazu beitragen, die biologische Vielfalt an der Aller nachhaltig zu verbessern. Künftig soll wieder ein Netz von naturnahen Gewässern und Auen die Landschaft verbinden, damit sich Pflanzen und Tiere wie bspw. der Fischotter, hier wieder ungehindert ausbreiten können. 

 


Foto: Klaus Leidorf
Foto: Klaus Leidorf

Das Projekt will die Funktionalität des Grünen Bandes als länderübergreifender Biotopverbund weiter verbessern. Bestehende Lücken im Kernbereich zwischen Kolonnenweg und Ländergrenzen sollen geschlossen werden. In besonders zerstörten Bereichen sollen modellhaft geeignete „Bypass-Lösungen“ entwickelt und etabliert werden.


Papitzer Lachen. Foto: Maria Vitzthum
Papritzer Lachen. Foto: Maria Vitzthum

Im Mittelpunkt des Projektes steht das einzigartige Auwaldgebiet der Luppe im Nordwesten von Leipzig. Die ehemaligen Wasserläufe der Luppe sollen revitalisiert und wieder zu einem Fließgewässer verbunden werden. Auf diese Weise soll die Wasserzufuhr des Auwalds langfristig gesichert werden.


Blühende Arnikawiese. Foto: Deborah Feiler
Besucherin fotogafiert Arnikawiese. Foto Deborah Feiler

Die Echte Arnika gehört zu den ausgewiesenen Verantwortungsarten Deutschlands. Das Arnikaprojekt des Landschaftspflegeverbands Stadt und Landkreis Hof e. V. verbindet den Schutz der Heilpflanze, ihrer Lebensräume und der dazugehörigen Kulturlandschaft mit nachhaltiger Nutzung und regionaler Vermarktung.


Foto: Julius Kramer, Fotolia.com
Gelbbauchunke. Foto: Julius Kramer / Fotolia.com

Ziel des Vorhabens ist es, bestehende Populationen der Gelbbauchunke zu stärken und Trittsteine zwischen Lebensräumen anzulegen sowie die teilweise Wiederansiedelung der Art, um isolierte Populationen miteinander zu verbinden. Das Projekt erstreckt sich über insgesamt 130 einzelne Projektgebiete in fünf Bundesländern. 


Feuersalamander. Foto: Thomas Stephan
Feuersalamander. Foto: Thomas Stephan

Im Mittleren Thüringer Wald sind die Vorkommen des Feuersalamanders seit Jahren rückläufig. Um die Bestände dauerhaft zu stabilisieren, sollen die Lebensbedingungen entlang der Seitenbäche der Wilden und Zahmen Gera so verbessert werden, dass die Lurche und insbesondere ihre Larven sich geschützt und ungefährdet entwickeln können. 


Junge Wildkatze. Foto: Thomas Stephan, BUND
Junge Wildkatze. Foto: Thomas Stephan, BUND

Damit Wildkatzen und andere Wildtiere wieder ungefährdet wandern und neue Lebensräume erschließen können, soll ein 20.000 km langes Netzwerk verbundener Waldgebiete entstehen. Dazu werden Tausende Bäume und Sträucher gepflanzt. Parallel dazu werden die aktuellen Bestände und Wanderungen der Wildkatzen in einer Gendatenbank erfasst. 


Letzte Änderung: 04.11.2016

 Artikel drucken