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Nationales Informationssystem für die Diversität von Vegetationsaufnahmen aus Deutschland (VegetWeb 2.0)


Kleine Moorgesellschaft. Foto: intention
Kleine Moorgesellschaft. Foto: intention
Drosera rotifundila. Foto: intention
Drosera rotifundila. Foto: intention
www.floraweb.de - Screenshot
www.floraweb.de - Screenshot

Aus der Vegetationsdatenbank „VegetWeb“, die  Teil des erfolgreichen Portals „Floraweb“ war, entsteht im Rahmen des Projekts ein nationales Informationssystem für Vegetationsdaten.  Die darin enthaltenen räumlichen und zeitlichen Informationen zum Vorkommen von Arten liefern durch Dokumentation ihres gemeinsamen Vorkommens (der Vergesellschaftung) umfassende Grundlagen zu Vorkommen, Artenausstattung, Ausprägung und Verbreitung von Lebensräumen sowie für die Untersuchung zwischenartlicher Beziehungen.

Bisher nur lokal oder regional vorhandene Daten werden künftig in einem zentralen Portal zusammengefasst und bundesweit sowie international verfügbar gemacht. Dazu wird ein zentraler Datenbestand eingerichtet mit einer Infrastruktur, die es erlaubt, Primärdaten auf verschiedene Einzel-Datenbanken zu verteilen, dezentral bereit zu stellen und zu pflegen. Sowohl die Eingabe von Daten als auch die Überprüfung und Nutzung der Informationen werden grundlegend erleichtert und standardisiert. Dazu werden bspw. GIS-Funktionalitäten integriert sowie Filter-, Recherche- und Zugriffsmöglichkeiten verbessert. Bundesweite lebensraumbezogene Auswertungen werden so künftig deutlich besser möglich sein.

Das Projekt wird federführend vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt. Es steht im Zusammenhang mit den Bemühungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Erfassung und Veröffentlichung von Biodiversitätsdaten auf deutscher Ebene und Initiativen auf europäischer Ebene, wie sie z. B. von LifeWatch verfolgt werden.

Die Zielsetzungen für das Portal sind:

  • Daten zur Vegetation sollen effektiv such- bzw. filterbar sein und sich über das Internet interaktiv, automatisiert und in verschiedenen Formaten herunter laden lassen.
  • Die Erfassung und der Einbau neuer Daten soll einfach über das Internet sowie über definierte Datenschnittstellen erfolgen können.
  • Die Vegetationsaufnahmen sollen definierten Mindeststandards entsprechen und das System soll automatisierte Tests zu ihrer Einhaltung ausführen.
  • Die Datenbank soll für Artdaten, Vegetationsklassifikation und möglichst viele Zusatzdaten sowohl die ursprünglichen Originaldaten vorhalten, um jederzeit die ursprüngliche Bedeutung nachvollziehen zu können, als auch durch Referenzierung auf Standards eine leichte Auswertung ermöglichen.
  • Die pflanzensoziologische Zuordnung von neuen Vegetationsaufnahmen soll, z. B. durch die Hinterlegung von Differentialartenlisten und/oder Stetigkeitstabellen bestehender Klassifikationssysteme erleichtert oder automatisiert werden.

  • Die Einschränkung von Informationen etwa bezüglich naturschutzfachlich sensibler Arten soll möglich sein.


Als Nutzer kommen, neben der wissenschaftlichen Gemeinschaft, auch die mit dem Schutzgebietsmonitoring befassten Landes- und Bundesbehörden in Frage. Angesprochen werden sollen aber auch andere Nutzer, die die Daten z. B. für Naturschutzfragen verwenden.

Neben der Schaffung der erforderlichen Infrastruktur für das neue zentrale Informationsportal sollen im Rahmen des Projekts bundesweit repräsentative Datenbestände zu Wald- und Grasland-Lebensräumen entstehen. Exemplarisch wird dazu die Artenvielfalt in den Naturparken in Deutschland untersucht. Beispielhafte Fragestellungen sind dabei: Wie viele Pflanzenarten kommen in Grünland- und Wald-Vegetationsaufnahmen in den verschiedenen Naturparken vor? Wie groß sind die Unterschiede in der Artenzusammensetzung zwischen den Einzelaufnahmen aus den Naturparken? Wie groß ist die Zahl der Arten bezogen auf die Größe der Naturparke? Lassen sich geographische Muster in den gefundenen Werten ausmachen? Gibt es biogeographische, standörtliche oder anthropogene Ursachen für die gefundenen Unterschiede?

Für den Datenbestand werden insbesondere die digital in Naturschutzbehörden vorhandenen Daten integriert, je nach Bedarf und Möglichkeiten sollen aber auch Papier-Archive digitalisiert werden. Zudem sollen private regionale Datengeber motiviert werden, ihre eigenen Aufnahmen einzubringen.

VegetWeb 2.0 wird während der Projektlaufzeit an der Universität Greifswald entwickelt und gepflegt. Nach Ablauf der Projektlaufzeit wird VegetWeb 2.0 bei iDIV, dem German Centre for Integrative Biodiversity Research in Jena gehostet. Dadurch ist eine dauerhafte Nutzbarkeit des vegetationskundlichen Informationssystems  gewährleistet.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen

Bundesland: Bundesweit

Laufzeit: 01.08.2013 – 31.12.2016

Gesamt-Finanzvolumen: rund 521.000 Euro

Projektträger:  Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald

Projektpartner: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)/ Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Webseite: www.vegetweb.de

Ansprechpartner:

Dr. Florian Jansen
Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald
Institut für Botanik und Landschaftsökologie
Soldmannstr. 15
17487 Greifswald
Tel: 03834 - 86 4147
E-Mail: jansen(at)uni-greifswald.de

Letzte Änderung: 07.04.2015

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