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Entwicklung und Förderung von Alt- und Totholzbiozönosen durch eine nachhaltige Bewirtschaftungsstrategie in saarländischen Forstbetrieben


Foto: Matthias Beidek
Foto: Matthias Beidek
Foto: Matthias Beidek
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Foto: SaarForst Landesbetrieb
Foto: SaarForst Landesbetrieb

Gegenstand des Projektes ist die Integration von Alt- und Totholzbeständen in die nachhaltige Waldbewirtschaftung als eines der dringlichsten Schlüsselthemen beim Schutz und der nachhaltigen Nutzung des Lebensraumes Rotbuchenwald. Mit den Maßnahmen in diesem Projekt werden die auf Alt- und Totholz angewiesenen Lebensgemeinschaften direkt geschützt und Strategien zur Erhaltung und Wiederherstellung ihrer Lebensräume entwickelt. Auf diese Weise sollen die Bestände langfristig gesichert werden.

Nutzungsbedingt fehlen in den Wirtschaftswäldern vor allem die Alterungs- und Zusammenbruchsphasen. Die aus Naturschutzsicht besonders wertvollen älteren Buchenwälder von über 160 Jahren machen weniger als 0,3 % der Waldfläche Deutschlands aus. Der überwiegende Teil der Waldarten die in den Roten Listen oder den Anhängen zu FFH - und Vogelschutzrichtlinie genannt werden, besiedelt solche Alt- und Totholzstrukturen. Dazu gehören u. a. Bechstein- oder Mopsfledermaus, Wildkatze, Mittelspecht oder Heldbock. Manche Holz bewohnende Arten sind unmittelbar auf Alt- und Totholzbestände angewiesen (z. B. Eremit, Hirschkäfer oder Veilchenblauer Wurzelhalsschnellkäfer) und gelten als Urwaldreliktarten.

Ziele des Projektes sind:

  • die typischen Lebensgemeinschaften in Alt- und Totholz zu bewahren und zu ihrer Verbreitung beizutragen,
  • die Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen, die zu einer Integration der Alters- und Zerfallsphasen in die forstliche Bewirtschaftung und damit zu einer Sicherung und Wiederausbreitung der entsprechenden Arten führen,
  • bei einer breiten Öffentlichkeit und in der Politik Bewusstsein für das Thema Alt- und Totholz mit seinen Lebensgemeinschaften zu schaffen und Wissen und Akzeptanz für die Thematik in den relevanten gesellschaftlichen Gruppen zu steigern. Dazu zu gehört auch der Bau eines attraktiven Informationszentrums.
  • Handlungsempfehlungen zu den Themen Arbeitssicherheit und Verkehrssicherung zu erarbeiten.

In Zusammenarbeit mit den saarländischen Forstbehörden sowie ausgewählten Kommunal- und Privatwaldbesitzern werden Maßnahmen entwickelt, die sowohl eine rentable Nutzung des Wirtschaftswalds, als auch eine bestmögliche Integration von Altbeständen gewährleisten sollen. Die Konzepte sollen Modellcharakter haben und im Rahmen der forstlichen Praxis anschließend bundesweit umgesetzt werden können. Die Entwicklung der Maßnahmen erfolgt auf Basis aktueller Datenerhebungen zum Zustand und der Verbreitung von Alt- und Totholz-Lebensgemeinschaften und Vorkommen von Urwaldreliktarten. 

Der Projektträger Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Saarland e.V. kooperiert hier mit dem größten Waldbesitzer des Saarlandes, dem Saar Forst Landesbetrieb  sowie verschiedenen kommunalen und privaten Forstbetrieben. Das Projektgebiet umfasst neben kleineren Forstbetrieben den gesamten saarländischen Staatsforst, der seit 1989 naturnah bewirtschaftet wird und einen Buchenanteil von 30 % enthält. Der Fokus liegt dabei auf den Altbaumbeständen (älter als 160 Jahre), die 8,7 % der saarländischen Staatswaldfläche ausmachen. 

 

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen

Bundesland: Saarland

Laufzeit: 01.01.2013-31.12.2018

Gesamt-Finanzvolumen: rund 1.84 Millionen Euro

Projektträger: Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Saarland e. V.

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)/ Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland

Webseite: http://www.wertvoller-wald.de/

 Ansprechpartner:

Monika Priesnitz/Helmut Harth
Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Landesverband Saarland
Projektbüro Forsthaus Wolfsgarten (L 260)
66115 Saarbrücken 

Tel: +49 (0) 6806-850338
E-Mail monika.priesnitz@nabu-saar.de /  helmut.harth@nabu-saar.de

Letzte Änderung: 22.08.2013

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