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Löffelkraut & Co


Bayerisches Löffelkraut. Foto: German Weber
Bayerisches Löffelkraut. Foto: German Weber
Bayerisches Löffelkraut. Foto: German Weber
Bayerisches Löffelkraut. Foto: German Weber
Bayerisches Löffelkraut. Foto: German Weber
Bayerisches Löffelkraut. Foto: German Weber

Das Bayerische Löffelkraut (Cochlearia bavarica) kommt weltweit nur in Bayern vor. Daher trägt Bayern die Verantwortung für den Erhalt dieser Art. Mit dem Artenschutzprojekt "Löffelkraut & Co" setzt sich der BUND Naturschutz in Bayern (BN) für den Erhalt der Art und die Verbesserung seiner natürlichen Lebensbedingungen in Bayern ein.

Das Biodiversitätsprojekt "Löffelkraut & Co" umfasst alle Standorte des Bayerischen Löffelkrauts. Bis 2016 sollen die Vorkommen dieser und anderer endemischer Arten in Bayern erfasst und durch verschiedene Maßnahmen gesichert werden. Im Vordergrund stehen dabei die Lebensräume der Pflanzen wie naturnahe Kalkquellen, wenig beeinträchtigte Quellbäche und Bachoberläufe. Besonders wichtige Standorte sollen durch Flächenkauf dauerhaft gesichert werden. Auch die genetische Differenzierung der Pflanze soll näher untersucht werden, um eine sichere Abgrenzung zum nahe verwandten Pyrenäen-Löffelkraut sicherzustellen. Die Co-Arten des Projektes wie z. B. der Geschnäbelte Hahnenfuß (Ranunculus rostratulus) stehen stellvertretend für zahlreiche andere gefährdete Feucht- und Quelllebensräume, die durch die zunehmende Entwässerung, Nutzungsintensivierung, Eutrophierung und Isolierung gefährdet sind.

Zentrale Projektinhalte sind wissenschaftliche Erhebungen, Pflegeplanung, Maßnahmenumsetzung, Flächensicherung und Öffentlichkeitsarbeit. Einige Maßnahmen führt der BN selbst durch, bei anderen, z.B. hydrologischen Sanierungen helfen verschiedene Partner wie die Wasserwirtschaftsämter. Weitere selbst sehr aktive Partner, wie die Landschaftspflegeverbände und Maschinenringe, werden vom BN bei ihren Maßnahmen unterstützt.

Am Wuchsort „Ollarzried“ verteilen sich die Vorkommen auf vier räumlich voneinander getrennte Bereiche. Diese zählen insgesamt zu den größten und bedeutendsten Vorkommen des Löffelkrauts in ganz Schwaben. Unterstützung fand die Maßnahmenumsetzung auch bisher schon bei Ehrenamtlichen der BN-Ortsgruppe Ottobeuren sowie Mitgliedern der Bürgerinitiative "ollarzried aktiv". Dadurch war es möglich, mehrere Bereiche zu entbuschen, was zu einer deutlichen Zunahme der Bestände führte. Als nächstes soll ein hydraulischer Widder, d.h. eine wassergetriebene Pumpe, mit der der Wasserstand angehoben werden kann, so umgestaltet werden, dass er für die Öffentlichkeit einsehbar ist.

An diesem und an anderen Standorten sollen „Vor-Ort-Betreuer-Netzwerke“ geschaffen werden, die sich für "ihren“ Standort verantwortlich fühlen und so zur langfristigen Sicherung des Bestands beitragen. 

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Verantwortungsarten

Bundesland: Bayern

Projektgebiet: alle Standorte des bayerischen Löffelkrauts

Laufzeit: 01.09.2011 bis 30.09.2016

Gesamt-Finanzvolumen: 650.000 Euro

Projektträger: BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN)

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)/ Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bayerischer Naturschutzfonds

Webseite: www.loeffelkraut.de

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