Bundesamt für Naturschutz

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Religionen


Natur bewahren. Ein gemeinsames Anliegen von Religionen und Naturschutz (Foto: Anna Harzheim; Fotowettbewerb der UN-Dekade biologische Vielfalt)

Nicht nur die christliche Lehre ruft zur „Bewahrung der Schöpfung“ auf. Auch in vielen anderen in Deutschland vertretenen Religionsgemeinschaften nimmt die Natur und der nachhaltige Umgang mit ihr einen großen Stellenwert ein.

Die Dialogforen "Religionen und Naturschutz" geben diesem Anliegen Raum und schaffen eine Plattform für interreligiösen Austausch und Zusammenarbeit zwischen Religionsgemeinschaften, Naturschutzverbänden und Wissenschaft. Sie sind Teil des Projekts "Religionen für biologische Vielfalt" des Abrahamischen Forums, das zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des  Bundesumweltministeriums gefördert wird.


Zweites Forum Religion und Naturschutz: Best Practice und reger Austausch

Die Referenten hoben die Bedeutung der interreligiösen Zusammenarbeit hervor und zeigten Best-Practice-Beispiele auf (Foto: Julia Wolter, Abrahamisches Forum e. V.)
Referenten des Forums Religion und Naturschutz
In den Workshops diskutierten die Teilnehmer ihre Erfahrungen. (Foto: Julia Wolter, Abrahamisches Forum e. V.)
Teilnehmer eines Workshops während des Forums

Bereits zum zweiten Mal trafen sich im November 2017 Vertreterinnen und Vertreter aus neun Religionsgemeinschaften mit Akteuren des Naturschutzes und der Wissenschaft. Mit knapp 80 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Veranstaltung gut besucht und ermöglichte Austausch, Vernetzung und das Generieren neuer Impulse.

Dabei stand vor allem das gemeinsame Interesse im Vordergrund, die biologische Vielfalt für alle Gläubigen und Nicht-Gläubigen zu bewahren, während die Unterschiede zwischen den Religionen kaum eine Rolle spielten. Dr. Jürgen Micksch vom Abrahamischen Forum: "Der Dialogprozess schafft neben der Schöpfungsbewahrung auch Nähe und Freundschaft zwischen Religionen".

Konkret wurden Best-Practice-Beispiele und Pilotprojekte wie zum Beispiel der "Grüne Hahn" und "NourEnergy" vorgestellt, die sich beide mit religiösem Hintergrund für eine natur- und umweltfreundliche Optimierung von Kirchen- und Gemeindehäusern engagieren. In Workshops diskutierten und vertieften die Teilnehmer ihre Erfahrungen.

Planungen für die nächste Religiöse Naturschutzwoche und ein Internationaler Austausch mit Gästen aus den USA, Polen und Belgien rundeten das Forum ab.


Erstes Forum Religion und Naturschutz: Beachtlicher Konsens

Erstmals im Februar 2015 hatte das Abrahamische Forum in Deutschland zusammen mit dem Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie dem Bundesamt für Naturschutz zu dem Dialogforum eingeladen.

Damals kamen erstmals Vertreterinnen und Vertreter aus Religion, Naturschutz, Wissenschaft und Behörden zusammen. In einem beachtlichen Konsens aller Teilnehmenden wurde eine gemeinsame Erklärung verfasst und konkrete Projektvorhaben beschlossen, deren Umsetzung bereits in vollem Gange ist.


Vorhaben und Ziele des Projekts "Religonen für biologische Vielfalt"

Im Rahmen des Projekts "Religionen für Biologische Vielfalt" werden die Vorhaben und Ziele des Dialogforums umgesetzt:

Im Anschluss an den jährlichen Ökumenischen Tag der Schöpfung, dem ersten Freitag im September, findet jährlich eine religiöse Woche zu den Themen Naturschutz und biologische Vielfalt statt.

Freiflächen um Gebäude wie Synagogen, Tempel, Kirchen, Moscheen oder Friedhöfe werden noch stärker als bisher Orte der biologischen Vielfalt. Das gilt auch für die in zahlreichen Städten entstehenden Interkulturellen Gärten.

Für Gemeinden, Schulen und andere Bildungseinrichtungen wurden Interreligiöse Teams für Natur und biologische Vielfalt gebildet, die angesichts unterschiedlicher religiöser Traditionen die gemeinsamen Aufgaben bei der Erhaltung und Bewahrung der Natur darstellen und erörtern.

Ein Netzwerk der Religionen für den Naturschutz wurde ins Leben gerufen.