Bundesamt für Naturschutz

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Biodiversitätsstrategie Rheinland-Pfalz

Einführung

Die Erarbeitung der Biodiversitätsstrategie erfolgte in einem zweijährigen Dialogprozess mit den Ressorts der Landesregierung sowie den gesellschaftlichen Gruppen (Kammern, Verbände, Beirat). In einem Ministerratsbeschluss im November 2015 verpflichteten sich alle Ressorts, an der weiteren Umsetzung der Biodiversitätsstrategie mitzuwirken. Die Strategie gliedert sich in elf Handlungsfelder: Naturschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Siedlung und Fläche, Klimaschutz und Energiewende, Tourismus und Natur erleben, Sport und Freizeit, Bildung und Ausbildung sowie Bürgerbeteiligung und Kommunikation. Darin werden Leitziele, Oberziele sowie konkrete Handlungsziele und Maßnahmenschwerpunkte genannt, ebenso Indikatoren und Leuchtturmprojekte.

Auswahl an Aktivitäten

1) Strategien, Programme, Instrumente

  • Zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie vereinbarte die neue Landesregierung 2016 auf Basis der Koalitionsvereinbarung der Regierungsfraktionen als neues landesweites Programm  die "Aktion Grün". Offiziell startete die "Aktion Grün" im Frühjahr 2017. Das Landesprogramm besteht aus neun Modulen: vom Moorschutzprogramm über Artenschutzkonzepte, Biotopvernetzung und Grünlandschutz bis zum Erhalt von Kulturpflanzen und Nutztierrassen sowie Umweltbildungs- und Naturerlebnis.

  • Der "kooperative Naturschutz" ist ein wichtiger strategischer Ansatz. Es werden positive Anreize zur Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft über den Vertragsnaturschutz geschaffen. Ein Instrument ist der "Partnerbetrieb Naturschutz". Im Mittelpunkt stehen biodiversitätserhaltende Produktionsformen (z.B. Grünlanderhalt, Beweidung) und traditionelle Formen der Landnutzung (z.B. Wanderschafe, Streuobst).  

  • Ein Instrument zur Steigerung der Waldbiodiversität ist das "Biotopbäume, Altbäume und Totholzkonzept" (BAT-Konzept). Das BAT-Konzept widmet in älteren Wäldern gezielt Baumgruppen dem Artenschutz. Damit wird das Entstehen von natürlichen Altersphasen ermöglicht. Besonders bedeutend sind dabei einzigartige Lebensraumtypen wie Rotbuchen-, Eichen- bzw. Auenwälder.

  • Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verlangt bis 2027 alle Gewässer in einem guten chemischen und ökologischen Zustand. Zentrale Herausforderungen sind daher die Renaturierung von Gewässern und Auen sowie die Durchgängigkeit der Flüsse und Bäche für Wanderfische. Das Förderprogramm "Aktion Blau Plus" nimmt diese Aufgaben seit Jahren erfolgreich wahr.  

2) Schutz und Entwicklung von Lebensräumen

  • Das europäische Schutzgebietsnetz "Natura 2000" ist ein zentraler Baustein. Für jedes Natura 2000-Gebiet wird einen Bewirtschaftungsplan erstellt. Dieser beinhaltet die Sicherung bzw. Wiederherstellung des guten Erhaltungszustandes besonders gefährdeter Lebensraumtypen (z.B. Moore, Grünlandhabitate) und die dauerhafte Sicherung der Natura-2000-Gebiete.  

  • Mit dem neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald wird das Ziel zur Schaffung von 10 % Naturwaldfläche im Staatswald erreicht. Das Gebiet zeichnet sich aus durch ein besonderes Lebensraum- und Artenspektrum bei Flora und Fauna. Der Nationalpark wird in das Biotopverbundkonzept des Landes eingebunden. Auch die beiden neuen Naturschutzgroßprojekte  "Bänder des Lebens" in der Nationalparkregion und "Neue Hirtenwege in der Pfalz" für das dortige Biosphärenreservat tragen dazu bei.

3) Schutz und Entwicklung von Arten und Artengruppen

  • Erfolgreiche Artenschutzprojekte in Rheinland-Pfalz wurden bzw. werden insbesondere für Wildkatze, Uhu, Wanderfalke, Steinkauz, Schwarzstorch oder Lachs durchgeführt, ebenso für Wiesenbrüter und Amphibien. Mit dem Leitartenkonzept setzen wir auf den prioritären Schutz ausgewählter Arten mit repräsentativer Funktion für die einzelnen Lebensräume in Rheinland-Pfalz. Seit 2016 wurden erfolgreich Luchse im Biosphärenreservat Pfälzerwald ausgewildert.

4) Bildung und Öffentlichkeitsarbeit / Naturschutzstiftungen

  • Die Stiftung Natur und Umwelt  des Landes übernimmt sowohl in der Förderung von Maßnahmen wie auch in der Steuerung und Umsetzung von Projekten und der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wichtige Aufgaben. Zu den zentralen Projekten zählen "Bienen und Wildbienen", die Rückkehr des Wolfs und die "Wiederherstellung und der Erhalt von Mooren". Auch die Landeszentrale für Umweltaufklärung leistet ihren Beitrag.

Letzte Änderung: 10.07.2015

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