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Mecklenburg-Vorpommern: Konzept zur Erhaltung und Entwicklung der Biologischen Vielfalt vorgestellt

Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern  (MV) hat am 18.12.2012 ein neues Konzept zum Erhalt der Biologischen Vielfalt vorgestellt. Es soll helfen, den Reichtum an Arten und Lebensräumen in MV zu schützen. Das 170 Seiten starke Werk enthält in 13 Aktionsfeldern Ziele und Maßnahmenvorschläge im ländlichen Raum sowie im Bereich der Küstengewässer.

So soll beispielsweise der Umfang aktiv entwässerter Küstenpolder durch Renaturierungsprojekte von aktuell 16.560 um insgesamt 10.000 ha auf ca. 6.500 ha reduziert werden.

Maßnahmen zur Verbesserung der Strukturgüte, der Wasserqualität und der ökologischen Durchgängigkeit sollen 2000 km Fließgewässer in einen "guten ökologischen und guten chemischen Zustand" gemäß der Wasserrahmenrichtlinie bringen.

Der Umfang beeinträchtigter Fließgewässer soll von 3.900 km auf 1.900 km reduziert werden und der Umfang naturnah bewirtschafteter Fließgewässer durch Renaturierungen um 1.400 km vergrößert werden.

Außerdem soll die Restaurierung von 17.000 ha Seenfläche eingeleitet und damit der Umfang beeinträchtigter Seen von derzeit 25.000 ha auf 8.000 ha reduziert werden.

Insgesamt investiert MV seit 2007 bis 2015 ca. 275 Mio. Euro für Agrarumweltprogramme. Anforderungen für eine besonders umweltfreundliche Bewirtschaftung werden derzeitig auf ca. 190.000 Hektar, das sind ca. 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in MV, umgesetzt.

Eine Überprüfung der Ergebnisse der geplanten Maßnahmen soll im Jahr 2020 erfolgen. 

Hintergrund:
Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern 25 000 höhere Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Das Bundesland trägt innerhalb Deutschlands besondere Verantwortung für Arten, Lebensräume, Rassen und Sorten, die nur hier vorkommen, die hier ihren Verbreitungsschwerpunkt besitzen oder die nur noch hier typische und erhaltungsfähige Populationen aufweisen.

Dazu gehört das "Wismarer Hügelfingerkraut", das es nur noch in MV gibt. Alte, regionaltypische Sorten und Rassen sind der Apfel "Pommerscher Krummstiel" und das "Rauwollige Pommersche Landschaf". Schwerpunktvorkommen innerhalb Deutschlands besitzen der Schreiadler und die Rotbauchunke; weltweit bevorzugt der Rotmilan vor allem Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern.

zur Pressemitteilung

Letzte Änderung: 19.12.2012

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