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Hohe Schrecke soll Urwald werden

Die Hohe Schrecke in Thüringen ist eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands. Jetzt soll sie zum Urwald von morgen werden. Das ist das Ziel eines Naturschutzgroßprojektes, das der Bund mit rund 9 Millionen Euro aus dem Programm "chance natur" fördert. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergab am 25. März 2014 im thüringischen Braunsroda den Förderbescheid an die Naturstiftung David.

"Die Hohe Schrecke ist für den Naturschutz in Deutschland von nationaler Bedeutung. Hier befindet sich einer der größten Buchenwälder Mitteleuropas. Dieses vorbildliche Projekt macht uns Hoffnung, dass wir eines unserer wichtigen Ziele im Naturschutz erreichen können: Wir wollen wieder mehr Wälder in die Wildnis entlassen. Ich hoffe, dass künftige Generationen sich über diese Entscheidung freuen, wenn sie einmal den großen alten Urwald in der Hohen Schrecke erleben werden", sagte Hendricks in Braunsroda.

Die Hohe Schrecke beherbergt eine große Zahl seltener und gefährdeter Arten wie bspw. die Wildkatze. 14 Fledermausarten kommen hier vor, aber auch Grauspecht, Raubwürger, Wendehals und Kammmolch. 220 Großpilzarten konnten in dem Waldgebiet nachgewiesen werden sowie seltene Orchideen wie Frauenschuh, Bienen-Ragwurz und Dreizähniges Knabenkraut.

BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Die Naturschutzmaßnahmen in der Hohen Schrecke leisten über die Region hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung eines artenreichen Buchenwaldgebietes, das in Europa Seltenheitswert hat. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein in der nationalen Strategie der Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt. Zugleich unterstützt das Vorhaben die Entwicklung eines naturnahen Tourismus und hilft, regionale Wertschöpfungsketten zu etablieren",

In dem Projektgebiet sollen künftig 1700 Hektar Wald nicht mehr genutzt werden und sich in einen Urwald entwickeln. Auf einer weiteren Fläche von bis zu 4000 Hektar soll nur noch besonders naturnahe Forstwirtschaft betrieben werden. Ziel ist, gemeinsam mit Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung und Tourismus ein naturverträgliches und bundesweit beispielhaftes Management für das Gebiet zu entwickeln.

Der Projektträger, die Naturstiftung David, hat in einer ersten Projektphase einen Pflege- und Entwicklungsplan für das Gebiet erstellt. Mit der zweiten Phase beginnt nun die Umsetzung des Projekts: Eichenwald und Streuobstwiesen werden neu gepflanzt, Bäche renaturiert, wichtige Flächen gekauft und Waldbesitzer für ihren Nutzungsverzicht entschädigt.

Mit dem Bundesförderung "chance.natur" trägt der Bund seit 35 Jahren zur Erhaltung großflächiger, national bedeutsamer Landschaften und des Nationalen Naturerbes bei. Insgesamt wurden bisher mehr als 78 Vorhaben gefördert. Betreut werden die Projekte durch das Bundesamt für Naturschutz.

Quelle: Pressemitteilung des BfN vom 25.3.2014

Weitere Informationen zum Projekt: www.hohe-schrecke.net

Weitere Informationen zum Förderprogramm: www.bfn.de/0203_grossprojekte.html

Letzte Änderung: 25.03.2014

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