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Jugendkongress Biodiversität – 160 Teilnehmer entwickeln Zukunftsideen für den Erhalt der biologischen Vielfalt

Biologische Vielfalt trägt wesentlich zu sauberem Wasser, guter Luft und Nahrung bei und liefert Wirkstoffe für Medikamente. Grund genug, um "den Reichtum der Natur als Lebensgrundlage der Menschen für die Zukunft zu bewahren und für die nachfolgenden Generationen zu sichern", sagte Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks am 19. September 2014 beim Jugendkongress Biodiversität "Jugend|Zukunft|Vielfalt" im Naturerbe-Zentrum RÜGEN (NEZR) in Prora.

160 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 28 Jahren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren dort zusammengekommen, um über biologische Vielfalt zu diskutieren und Zukunftsideen für deren Erhalt zu entwickeln. Im Rahmen eines "Marktes der Vielfalt" stellten sie konkrete Projektideen vor. Ausgewählte Projekte werden mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.  Welche Projekte dafür in Frage kommen, entschieden die 160 Jugendlichen nach der Präsentation aller Ideen weitestgehend selbst. Zum Jugendkongress hatten das Bundesumweltministerium (BMUB), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die DBU eingeladen.

Hendricks betonte, der Jugendkongress leiste einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie. Um die biologische Vielfalt für die Zukunft zu sichern, sei nicht nur die Politik gefragt, sondern auch die Gesellschaft. Gerade junge Menschen hätten viele gute Ideen, die beim Kongress zusammen diskutiert und angestoßen werden könnten.

"Auch für das BfN hat das Engagement der Jugendlichen für den Naturschutz einen sehr hohen Stellenwert. Der Kongress bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Vorstellungen und Ideen zur biologischen Vielfalt direkt in die politische Diskussion einfließen zu lassen", sagte BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel. "Nicht umsonst wurde der Jugendkongress im April 2014 als offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. Dies bestätigt uns in dem Ansatz, mit dem Kongress das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln voranzubringen."

Die Biodiversität zu erhalten, sei eine globale Aufgabe, gehandelt werden könne aber auch auf lokaler Ebene, ergänzte DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann und verwies darauf, dass jeder mit seinem Verhalten Einfluss auf die biologische Vielfalt nehme. Wer zum Beispiel beim Einkauf auf umweltverträgliche regionale und saisonale Produkte setze, tue der Umwelt und damit zuletzt sich selbst etwas Gutes.

Nach einem Gang über den "Markt der Vielfalt", bei dem Jugendliche ihre Projekte präsentierten, stellte sich Hendricks gemeinsam mit Jessel und Bottermann während einer Podiumsdiskussion den kritischen Fragen der Jugendlichen. Im Anschluss überreichte Hendricks dem Nachwuchsfilmemacher und Umweltschützer Simon Straetker für seinen Kurzfilm H2OCHSCHWARZWALD die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt.

In acht Arbeitskreisen diskutierten die Teilnehmenden die Themen "Konsum und biologische Vielfalt", "Global denken – lokal handeln", "Politische Partizipation", "Biologische Vielfalt in der Stadt fördern" oder "Wildnis in Deutschland?!".  Bei Exkursionen zum Nationalpark Jasmund, zum Biosphärenreservat Südost-Rügen, zur Insel Vilm und bei praktischen Naturschutzmaßnahmen auf den Feuersteinfeldern in der Naturerbefläche Prora lernten die Jugendlichen verschiedene Ökosysteme sowie die Tier- und Pflanzenwelt auf Rügen hautnah kennen und konnten ihr Wissen vertiefen.

Für eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Projekte bekamen die Teilnehmer laut Martin Schulte, dem DBU-Projektleiter des Jugendkongresse, während des Kongresses wichtige Impulse zu Finanzierungsmöglichkeiten und zur Öffentlichkeitsarbeit. Ausgewählte Ideen sollen im Dialog mit Fachexperten von DBU und BfN und finanzieller Unterstützung der Stiftung in die Praxis umgesetzt werden.

Ende 2010 hatten die Vereinten Nationen (United Nations, UN) die UN-Dekade zur biologischen Vielfalt ausgerufen. Der Jugendkongress – ein Kooperationsprojekt von BfN und DBU – soll helfen, die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt umzusetzen und stellt ein eigenes Forum zur Biodiversität nur für junge Menschen dar. Bereits 2011 hatten sich 200 engagierte Jugendliche ein Wochenende lang in Osnabrück mit der biologischen Vielfalt in der Welt beschäftigt.

(Quelle: Pressemitteilung der DBU vom 19.09.2014)

zur Webseite des Jugendkongresses Biodiversität

Letzte Änderung: 23.01.2015

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