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Premiere: Deutscher Naturschutzpreis verliehen

Bei der festlichen Preisverleihung des ersten Deutschen Naturschutzpreises hat Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen den Forstdirektor a. D. Dr. Georg Sperber mit dem Ehrenpreis für sein langjähriges herausragendes persönliches Engagement für den Waldnaturschutz ausgezeichnet. 

Förderpreise für besonders originelle und vorbildliche Projektkonzepte gingen an die Projekte: 

 „Gründung der Waldgenossenschaft Propsteierwald“ in Eschweiler, das Bildungsprojekt des Bundesverbandes kath. Einrichtungen (BVkE) „wildewaldwelt.de – Jugendhilfe erlebt, begreift und packt an“ in Freiburg und an das Projekt „Tatort Wald – Perspektivenwechsel durch Planspiele“ des Wissenschaftsladens in Bonn.

Norbert Röttgen hob die Bedeutung des neuen Preises für den Naturschutz in Deutschland hervor. „Da sich der Wettbewerb an alle gesellschaftlichen Gruppen richtet und ausdrücklich Multiplikator- und Vernetzungsaspekte fördert, ist er von besonderer Bedeutung für die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung zum Naturschutz und zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements für die Natur,“ sagte der Bundesumweltminister. Nach Ansicht des Ministers trägt der Preis zur Erreichung der Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bei.

Die Entscheidung über die Vergabe der Preise traf eine prominente elfköpfige Jury unter Leitung der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel. Zuvor hatte das BfN die Konzepte aller Finalisten einer fachlichen Prüfung unterzogen.

Der Preis geht auf eine gemeinsame Initiative des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und des Outdoor-Herstellers Jack Wolfskin zurück und will insbesondere Naturbewusstsein und bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz fördern. Er wurde in diesem Jahr erstmals vergeben. Schwerpunktthema 2011, dem Internationalen Jahr der Wälder, war der Wald. Mit dem Preis sind Preisgelder in einer Gesamthöhe von rund 250.000 Euro verbunden, die der Outdoor-Hersteller Jack Wolfskin stiftet.

Die Initiatoren zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Wettbewerbs. „Wir haben auf Anhieb ein überzeugendes Ergebnis erzielt, nicht nur was die Beteiligung angeht, sondern vor allem auch was die Vielfalt und Qualität der Beiträge betrifft. Hier sind wirklich viele originelle neue Projektideen für den Naturschutz entstanden, Ideen mit hoher Vorbildfunktion und Nachahmungspotenzial. Und das gilt nicht nur für die Preisträgerprojekte. Alle Projekte der Finalrunde hatten das Potenzial, den Preis zu gewinnen. Und auch unter den Projektideen der ersten Wettbewerbsstufe waren viele interessante Ansätze. Wir wünschen uns sehr, dass auch diese Ideen weiterverfolgt und realisiert werden“, sagte Christian Brandt von Jack Wolfskin, der selbst auch Mitglied der Jury war, nach der Preisverleihung.

„Naturschutz ist nicht nur eine Angelegenheit des organisierten Naturschutzes“, unterstrich die BfN-Präsidentin Beate Jessel. „Der Schutz unserer natürlichen Umwelt geht uns alle an. Um mehr Menschen hierfür zu sensibilisieren und für einen nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt zu gewinnen, sind Unterstützer und Partner aus allen gesellschaftlichen Bereichen erforderlich. Dem Deutschen Naturschutzpreis ist es gelungen, zusätzliche Anreize zu schaffen und neue Projektideen, Initiativen und Kooperationen anzustoßen. Dass unter den Preisträgern zwei Projekte sind, die sich um die Vermittlung von Naturerfahrung und -kenntnissen an Jugendliche bemühen, freut mich dabei besonders“, so die Präsidentin weiter.

Insgesamt hatten sich 175 Initiativen und Einzelpersonen aus ganz Deutschland an dem zweistufigen Ideenwettbewerb beteiligt. 23 Projektideen gelangten in die Finalrunde. Für den Ehrenpreis lagen der Jury insgesamt acht Nominierungen vor. Nominierungsberechtigt waren die auf Bundesebene anerkannten Naturschutzvereinigungen sowie die Jurymitglieder des Deutschen Naturschutzpreises 2011 selbst. Die ausgezeichneten Projekte sollen innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden. Das Preisgeld deckt dabei alle Kosten ab.

Für 2012 kündigten die Initiatoren des Deutschen Naturschutzpreises einen „Bürgerpreis“ als weitere Preiskategorie an. Mit dem Bürgerpreis sollen insbesondere kleinere Projekte mit einem Finanzierungsbedarf von bis zu 4.000 Euro gefördert werden. „Wir haben festgestellt, dass es sehr viele ehrenamtlich getragene Projektideen und Initiativen gibt, bei denen sich mit einem vergleichsweise kleinen Förderbetrag viel für den Naturschutz bewegen lässt. Diese wollen wir mit dem neuen Bürgerpreis unterstützen. Dafür stellen wir insgesamt bis zu 40.000 Euro aus der Gesamtsumme des Preises zur Verfügung“, erläuterte Christian Brandt die Beweggründe zur Einrichtung der neuen Wettbewerbskategorie. Genauere Details der Ausgestaltung seien noch in der Abstimmung und würden im Januar im Rahmen der offiziellen Ausschreibung des Preises bekanntgegeben.

Im Rahmen der Preisverleihung wurde auch das neue Jahresthema für 2012 bekanntgeben. Es lautet: „Stadt braucht Natur – gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität“. Bundesumweltminister Norbert Röttgen betonte, dass der Deutsche Naturschutzpreis auch einen wichtigen Beitrag für die UN-Dekade Biologische Vielfalt, die die Vereinten Nationen von 2011 bis 2020 ausgerufen haben, darstelle. Das gewählte Motto passe hervoragend zum für 2012 gewählten Schwerpunktthema der Dekade „Vielfalt genießen – Natur-Zeit ist Freizeit“. Gesucht werden Projektideen, die sich mit Natur in der Stadt und im Siedlungsbereich befassen. Die offizielle Ausschreibung soll im Januar 2012 erfolgen. Dann werden auch weitere Details zum Jahresthema bekanntgegeben. Mit der frühen Veröffentlichung des neuen Jahresthemas wolle man potenziellen Initiativen bereits frühzeitig die Möglichkeit eröffnen, entsprechende Projektideen zu entwickeln, so die Veranstalter.

Ausführliche Beschreibungen zu den Projekten und dem Ehrenpreisträger finden Sie unter www.deutscher-naturschutzpreis.de

Der Deutsche Naturschutzpreis
Der Deutsche Naturschutzpreis wird als Förderpreis einmal jährlich im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs vergeben. Herausgeber sind das Bundesamt für Naturschutz und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. Der Preis fördert Naturbewusstsein und bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz. Ausgezeichnet werden originelle, zukunftsweisende und vorbildliche Projektideen zum Naturschutz, zur Naturbildung und zum Naturerleben. Bewerben können sich ehrenamtlich engagierte Einzelpersonen sowie nichtstaatliche und gemeinnützige Organisationen. Das von Jack Wolfskin gestiftete Preisgeld von insgesamt 250.000 Euro dient der Umsetzung der Projekte und wird auf die Preisträger aufgeteilt. 2011 stand der Preis unter dem Motto „Zukunft Wald – schützen, erleben, nutzen“. Neben dem Förderpreis für originelle Projektideen wird ein Ehrenpreis für herausragendes persönliches Engagement im Naturschutz verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert, die ebenfalls aus der Stiftungssumme stammen. Die Entscheidung über die Vergabe trifft die Jury des Deutschen Naturschutzpreises. Weitere Informationen zum Deutschen Naturschutzpreis: www.deutscher-naturschutzpreis.de. 

Quelle: Pressemitteilung des BfN

Letzte Änderung: 18.11.2011

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