Bundesamt für Naturschutz

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Feierliche Eröffnung

Internationales Jahr der biologischen Vielfalt von Merkel und Röttgen eröffnet

 

Biologische Vielfalt ist Leben – Biologische Vielfalt ist unser Leben

Der Verlust der biologischen Vielfalt zählt neben dem Klimawandel zu den dringlichsten globalen Politikfeldern. Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ausgerufen. Damit soll das Thema mit seinen vielen Facetten weltweit stärker ins das öffentliche Bewusstsein rücken. Den Auftakt machte eine feierliche Eröffnungszeremonie in Berlin, da Deutschland derzeit den Vorsitz des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt inne hat (Convention on Biological Diversity – CBD). Die Abschlussfeier wird im Dezember 2010 von Japan, dem Nachfolger im CBD-Vorsitz, ausgerichtet.


„Naturschutz ist kein Luxus. Die Natur liefert uns Nahrung, sauberes Wasser oder Medikamente. Insekten sichern unsere Ernten, indem sie Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben. Wälder schützen uns vor Überschwemmungen, speichern große Mengen Kohlendioxid und wirken damit gegen den Klimawandel. Zerstören wir die Natur weiter, bringen wir uns langfristig selber um die Existenz- und Wirtschaftsgrundlage“, sagte der Bundesminister in seiner Rede.

Schätzungen zufolge ist die von der Menschheit verursachte weltweite Verlustrate einhundert bis tausendmal höher als der natürliche Artenschwund und auch in Deutschland ist es um die heimische Natur nicht gut bestellt, wie die Daten zur Natur 2008 des Bundesamtes für Naturschutz zeigen.

„Wir müssen daher sowohl national als auch international alles daran setzen, den Verlust der Lebensräume und Arten zu stoppen“, mahnte der Bundesumweltminister. Um dieses Ziel zu erreichen, benannte die Bundeskanzlerin konkrete Handlungsfelder. Es sei dringend notwendig, in den Erhalt von Ökosystemen zu investieren.

Hierbei sei vor allem auch die enge Verknüpfung mit der Entwicklungspolitik zu berücksichtigen. Denn rund 80 Prozent des weltweiten Vorkommens der genetischen und biologischen Ressourcen fänden sich in den so genannten Entwicklungsländern. Zugleich zwinge die Armut der dortigen Bevölkerung, die knappen natürlichen Ressourcen zu übernutzen und zwangsläufig zu zerstören. Die Zerstörung von Biodiversität habe soziale, kulturelle und wirtschaftliche Folgen. Es sei die Pflicht der entwickelten Länder, dass die Herkunftsländer der genetischen Ressourcen an den Vorteilen ihrer Nutzung beteiligt werden müssen, so die Bundeskanzlerin.

Eine Herausforderung für die internationale Naturschutzpolitik sei ein weltweites Netz von Schutzgebieten. Die Unterstützung der Partner beim Aufbau effektiver Managementstrukturen und bei deren Finanzierung sowie die Einbindung der lokalen Bevölkerung sieht sie dabei als zentrale Aufgaben. „Vor allem Dingen brauchen wir einen fairen Interessensausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Hier muss sich Europa an die eigene Nase fassen“.

Schließlich müsse die Bedeutung der biologischen Vielfalt noch besser als bisher erklärt und kommuniziert werden. Die Politik benötige das gesellschaftliche Bewusstsein dafür, dass individuelles Verhalten direkt auf den Zustand der Ökosysteme und auf die Artenvielfalt Einfluss nehmen könne.

Abschließend forderte die Bundeskanzlerin die Einrichtung einer UN-Organisation, die sich auf dem Niveau der klassischen UN-Organisationen mit Umweltpolitik auseinandersetzt, um Themen wie Klimaschutz und Biodiversität mehr Schlagkraft zu verleihen.

 

weiterführende Informationen:

Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Auftakt des Internationalen Jahrs der biologischen Vielfalt

Fotogalerie des BMU zur Eröffnungsveranstaltung des Internationalen Jahrs der biologischen Vielfalt

Convention on Biological Diversity

2010 International year of biodiversity

Letzte Änderung: 22.01.2010

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