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Biologische Vielfalt, Zoos, heimische Tiere, Pflanzen

Kampagne "Let it Grow": Biologische Vielfalt vor der Haustür

Unter dem Motto „Let it grow“ (zu Deutsch: „lass es wachsen!“) führen drei der größten wissenschaftlichen Vereinigungen Europas jetzt eine gemeinsame Kampagne zum Erhalt der regionalen Biodiversität durch. Ziel der bis Ende 2017 laufenden Aktion des Europäischen Zooverbandes (EAZA), des Netzwerkes  Europäischer Wissenschaftszentren (Ecsite) und von Botanical Gardens Conservation International (BGCI) ist, das Bewusstsein für die einheimische Biodiversität zu fördern und die biologische Vielfalt vor der eigenen Haustür aktiv zu schützen. Die Kampagne knüpft damit unmittelbar an die Naturschutz-Offensive 2020 des BMUB und an den Artenschutz-Report 2015 des BfN an, in denen verstärkte Maßnahmen für den Schutz heimischer Tier- und Pflanzenarten sowie für den Erhalt von Lebensräumen gefordert werden.

Jährlich 250 Millionen Besucher für Artenvielfalt begeistern

Für Zoologische Gärten in Europa, die vielfach vorrangig mit exotischen Tierarten assoziiert werden, bietet die „Let it grow“ Kampagne eine gute Gelegenheit, jährlich ca. 250 Millionen Besucher für die heimische Artenvielfalt zu sensibilisieren und Wege aufzuzeigen, wie jeder Einzelne zu deren Schutz aktiv werden kann. In Deutschland beteiligen sich 15 Mitgliederzoos des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ)  an der Kampagne. Der VdZ vereint 70 wissenschaftlich geleitete Zoos in fünf Europäischen Ländern und ist Mitglied im Europäischen Zooverband EAZA.

Biologische Vielfalt hautnah erleben

Im Rahmen der „Let it grow“ Kampagne erklären VdZ Zoos ihren Besuchern mithilfe vielfältiger Maßnahmen, welche Faktoren und Prozesse dazu geführt haben, dass früher weit verbreitete Arten wie Feldhamster (Cricetus cricetus), Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis),  Wildkatze (felis silvestris) oder wildlebende Bienenarten inzwischen in ihren Beständen stark bedroht sind. In Veranstaltungen und Aktionstagen können die Besucher Nistkästen und Insektenhotels bauen oder bei der insektenfreundlichen Bepflanzung von Grünstrecken helfen. Die Zooschulen klären Schüler aller Altersstufen über die heimische Biodiversität, Bedrohungsfaktoren und Schutzmaßnahmen auf. Einzigartig ist dabei, dass die Schüler in naturnaher Umgebung lernen und die Tiere im Anschluss vor Ort erleben können.

Auswilderung heimischer Arten

Neben der Bildungsarbeiten leisten Zoos zudem praktische Beiträge zum Schutz heimischer Tierarten: Jedes Jahr stellen sie nachgezogene Individuen bedrohter heimischer Arten für Wiederauswilderungs-Projekte zur Verfügung. So wird das Artenschutzprojekt Europäische Sumpfschildkröte in Hessen seit Jahren durch Nachzuchten aus dem Opel Zoo in Kronberg im Taunus vorangetrieben. Der Zoologische Garten Heidelberg ist deutschlandweit führend in der Zucht von Feldhamstern und stellt jedes Jahr ca. 150 Tiere zur Auswilderung zur Verfügung. Auch die wildlebenden Populationen der Luchse im Harz gehen auf die Auswilderung von 24 in Europäischen Zoos geborenen Tiere zurück.

Mehr Informationen zur Kampagne "Let it grow" finden Sie auf der Kampagnenseite (englisch):

Zur Kampagne "Let it grow"

Letzte Änderung: 23.11.2016

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