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UN-Sekretariat zur Biodiversität kommt nach Bonn

Röttgen: Großer Erfolg für deutsches Engagement zum Schutz der
Biologischen Vielfalt

Das UN-Sekretariat des internationalen Wissenschaftlerrats für Biodiversität (IPBES) wird in Bonn angesiedelt.  Dies beschloss die UN-Staatengemeinsschaft am 20. April 2012 in Panama. Bonn setzte sich im vierten Wahlgang gegen Korea durch. Das Bundesumweltministerium wertet die Entscheidung
auch als Anerkennung für das Engagement Deutschlands zum Erhalt der Biologischen Vielfalt.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen: „Die Entscheidung für den Sitz
des IPBES-Sekretariats in Bonn ist ein Riesenerfolg. Wir haben uns in
einem starken Bewerberfeld durchgesetzt. Damit hat die
Staatengemeinschaft unser langjähriges Engagement für den weltweiten
Schutz der biologischen Vielfalt gewürdigt. Die Entscheidung bedeutet
eine weitere Stärkung des UN-Standorts Bonn. Der Bundesregierung ist es
ein weiteres Mal in Zusammenarbeit mit der Stadt gelungen, eine wichtige
Einrichtung in Bonn anzusiedeln. IPBES wird ähnlich dem Weltklimarat
(IPCC) unabhängige Informationen über den weltweiten Zustand und die
Entwicklung der biologischen Vielfalt liefern. Damit wird Bonn ein
wichtiges Zentrum der internationalen Biodiversitätspolitik.“

Das deutsche Angebot überzeugte auch dadurch, dass Bonn bereits Sitz
von 18 UN Organisationen mit rund Tausend Beschäftigten im Bereich
Umwelt-, Klima- und Naturschutz ist, die überwiegend auf dem UN Campus
im ehemaligen Parlamentsviertel am Rhein untergebracht sind. Von
besonderer Bedeutung für die künftige Arbeit von IPBES sind die
Sekretariate der Klimarahmenkonvention (UNFCCC), der Wüstenkonvention
(UNCCD) und der Bonner Konvention über die wandernden
Tierarten(UNEP/CMS). Bonn ist „der“ Standort für die Synthese von
Umweltschutz und Entwicklung.

Hauptaufgabe von IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on
Biodiversity and Ecosystem Services) ist es, politischen
Entscheidungsträgern zuverlässig unabhängige und glaubwürdige
Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität als
Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen.

Es soll weltweit wissenschaftliche Daten sammeln, analysieren und
Handlungsoptionen anbieten, um Regierungen in ihrer Arbeit zum Schutz
der Biologischen Vielfalt zu unterstützen. Schwellen- und
Entwicklungsländern wird geholfen, eigene Kapazitäten aufzubauen,
beispielsweise durch die Förderung von (Nachwuchs-)Wissenschaftlern, den
Aufbau wissenschaftlicher Kooperationen und den vereinfachten Zugang zu
Fachliteratur und Datenbanken.

Auf Einladung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP
verhandelten in Panama etwa 300 Delegierte aus über 100 Staaten vom 16.
bis 21. April über mögliche Funktionen, Aufgaben, Rechtsstatus,
Verwaltungsstruktur und Finanzierung des neuen Gremiums.

Im internationalen Biodiversitätsschutz ist Deutschland seit jeher ein
verlässlicher Partner und hat sein Engagement in den letzten Jahren
verstärkt: Während der deutschen Präsidentschaft über die Konvention zur
Erhaltung der Biodiversität (CBD) von 2008 bis 2010 hatte die
Bundesregierung den Verhandlungsprozess zur Einrichtung von IPBES
politisch vorangetrieben und auch finanziell zu seiner Realisierung
beigetragen. Von 2009 bis 2012 stellt die Bundesregierung zusätzlich 500
Millionen Euro und ab 2013 dann jährlich 500 Millionen Euro für den
Schutz und die nachhaltige Nutzung von Wäldern und anderen bedeutenden
Ökosystemen bereit.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ipbes.net

(Quelle: Pressemitteilung des BMU vom 20. April 2012)

Letzte Änderung: 23.04.2012

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