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Vereinte Nationen gründen Weltbiodiversitätsrat

New York/ Nairobi, 21. Dezember 2010 - Mit der formalen Zustimmung zur Gründung eines Weltbiodiversitätsrates setzt die UN-Generalversammlung ein weiteres starkes Signal für den Schutz und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen der Erde.

Die Einrichtung des internationalen Wissenschaftlergremiums für Biodiversität nach dem Vorbild des Weltklimarats war im Juni 2010 von der internationalen Gemeinschaft auf einer Konferenz im südkoreanischen Busan beschlossen worden.

Hauptaufgabe des IPBES (Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystem Services), so der Name des neuen Expertengremiums, ist es, politische Entscheidungsträger weltweit mit verlässlichen und unabhängigen Informationen über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt und ihrer Ökosystemleistungen zu versorgen.

Weltweit sollen wissenschaftliche Daten gesammelt und analysiert werden. Neben der Bewertung der vielfältigen wissenschaftlichen Erkenntnisse soll der Expertenrat auch Lösungsmodelle und Handlungsempfehlungen zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt entwickeln. So sollen Regierungen in die Lage versetzt werden, besser informierte Entscheidungen zum Schutz der Biodiversität zu treffen.

Regierungen in Schwellen- und Entwicklungsländern wird geholfen, eigene Kapazitäten aufzubauen, beispielsweise durch die Förderung von (Nachwuchs-)Wissenschaftlern, den Aufbau wissenschaftlicher Kooperationen und den vereinfachten Zugang zu Fachliteratur und Datenbanken.

IPBES wird dazu beitragen, dass Fragen der biologischen Vielfalt sektorübergreifend bei politischen Maßnahmen, Strategien und Programmen berücksichtigt werden und damit sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. Ähnlich, wie es dem Weltklimarat mit seinen Gutachten gelungen ist, breites politisches und gesellschaftliches Verständnis zu schaffen und reale Lösungswege aufzuzeigen.

Achim Steiner, Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen und Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP wertet den Beschluss als großen Durchbruch für die Organisation einer globalen Antwort auf den Verlust der Biodiversität als Grundlage allen Lebens auf der Erde. Der Beschluss unterstreiche zum Ende des Internationalen Jahres der biologischen Vielfalt die Entschlossenheit der Weltgemeinschaft, gegen den Biodiversitätsverlust zu handeln und die Voraussetzungen für ein intelligenteres Management der natürlichen Aktivposten des Planeten bereitzustellen.

Quellen:
Pressemitteilung des BMU, Nr. 091/10 vom 14.6.2010
www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/46136.php

UNEP-Pressemeldung vom 21.12.2010
unep.org/Documents.Multilingual/Default.asp

Letzte Änderung: 03.01.2011

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