Bundesamt für Naturschutz

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UN-Dekade Biologische Vielfalt offiziell eröffnet

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hat heute in Berlin die UN-Dekade Biologische Vielfalt offiziell eröffnet. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 zur weltweiten Dekade ausgerufen. Ziel der Dekade ist es, den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Weltweit sind die Staaten, aber auch private Akteure aufgerufen, sich für Natur und biologische Vielfalt einzusetzen.

Röttgen lud die gesellschaftlichen Akteure ein, die UN-Dekade mit auszugestalten und sich bereits 2012 unter dem Schwerpunktthema „Vielfalt genießen – Naturzeit ist Freizeit“ mit eigenen Aktivitäten einzubringen. Er gab den Startschuss für einen Wettbewerb um die besten Dekade-Projekte, für den man sich ab heute bewerben kann.

Prominente Dekade-Botschafterinnen und -Botschafter und engagierte junge Menschen als Jugendbotschafter werden sich ebenfalls für die biologische Vielfalt einsetzen. Röttgen begrüßte die ersten Dekade-Botschafter: „Ich bin davon überzeugt, dass es uns gemeinsam gelingen wird, das Thema „Biologische Vielfalt“ überall stärker ins Bewusstsein zu rücken und in wichtige politische und gesellschaftliche Prozesse zu integrieren“.


Auf Bundesebene gibt es mehrere Initiativen des BMU, mit denen der Bund auch Verantwortung für konkrete Investitionen in den Naturschutz auf der Fläche übernimmt: Im erfolgreichen Förderprogramm „Naturschutzgroßprojekte mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ wurden bisher 76 Projekte mit mehr als 400 Millionen Euro gefördert; jährlich stehen 14 Millionen Euro zur Verfügung. 125.000 Hektar bundeseigene Flächen werden als „Nationales Naturerbe“ langfristig erhalten. Mit dem neuen „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ werden konkrete Projekte zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt mit jährlich 15 Millionen Euro gefördert. BMU und BMELV werden mit dem „Waldklimafonds“ Maßnahmen zur Anpassung der heimischen Wälder an den Klimawandel, zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen sowie zur Sicherung und Erhaltung der Kohlenstoffspeicherung von Wäldern und Holzprodukten fördern. Dabei sollen  Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsaspekte optimal miteinander verbunden werden; hierfür sollen ab 2013 35 Millionen Euro  jährlich zur Verfügung stehen.

Röttgen machte deutlich, dass Politik für die Erhaltung der biologischen Vielfalt eine Zukunftsinvestition ist, die sich auf jeden Fall rechnet: „Wenn man das Naturkapital antastet und verbraucht, statt es zu pflegen und langfristig zu erhalten, handelt man unvernünftig – ökologisch, aber auch ökonomisch. Die derzeitige Finanzkrise birgt die Gefahr, dass mancher meint, in solchen Zeiten könne man sich Naturschutz nicht leisten oder die Bemühungen um eine naturverträgliche Nutzung seien gerade jetzt doch bestimmt nicht so wichtig. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist volkswirtschaftlich vernünftiger, in die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu investieren und die Auswirkungen unserer Handlungen auf die Ökosysteme und deren Leistungen von vornherein mit zu berücksichtigen. Dafür gibt es weltweit viele Beispiele“.

Informationen zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und zum Bundesprogramm Biologische Vielfalt: www.biologischevielfalt.de

Informationen zur UN-Dekade Biologische Vielfalt, zum Wettbewerb der Dekade-Projekte und zu den Dekade-Botschafter(inne)n: www.un-dekade-biologische-vielfalt.de

Letzte Änderung: 08.11.2011

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