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Dialogforum Geschäftsideen mit der Natur

Begleitveranstaltung im Rahmen des „Zukunftsforums ländliche Entwicklung“ bei der Internationalen Grüne Woche 2010, Berlin, 20. Januar 2010

Geschäftsideen mit der Natur: Premiumangebote für mehr Natur und Wertschöpfung im ländlichen Raum

Die Stärkung naturverträglichen Wirtschaftens besonders im ländlichen Raum ist ein wesentliches Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Angebot und Nachfrage nach naturverträglich erzeugten Produkten und Dienstleistungen sollen erweitert, ökologische Leistungen sollen honoriert werden. Im Rahmen des "Zukunftsforums Ländliche Entwicklung" diskutierten Referenten und Publikum auf der internationalen Grünen Woche in Berlin über die notwendigen Rahmenbedingungen.

Nachhaltiger Konsum liegt im Trend

Die Beiträge des Dialogforums zeigten, dass der Verbrauchertrend zu ethisch-nachhaltigem Konsum weiter zunehmend ist und ökologische Produkte trotz der allgemein schwierigen Wirtschaftslage das Potenzial zum Fortschrittsmotor von morgen haben. Dafür müssen auch die zurzeit noch Desinteressierten – vor allem jüngere Verbraucherinnen und Verbraucher – für solche Produkte und Angebote gewonnen werden. Insgesamt bietet der ländliche Raum gute Voraussetzungen für die Entwicklung entsprechender Angebote. Das Spektrum umfasst von naturgerecht erzeugte und regionaltypische Lebensmitteln, sanften Tourismus in attraktiven Landschaften und – dem Trend folgend – zunehmend auch Gesundheitsangebote in intakter Natur. Daneben gewinnen die Bereiche Energieerzeugung und der Wert ökologischer Dienstleistungen der Natur an Bedeutung.

Ökologisches Verhalten muss Spaß machen

Erfolgreiche Praxisbeispiele gaben den Akteuren des ländlichen Raums neue Impulse. Dabei wurde herausgehoben, dass die lustbetonten Ansätze besonders motivieren: Ökologisches Verhalten soll Spaß machen.

Aus dem Lebensmittelbereich wurde das neue Label „Terrasuisse“ des größten Schweizer Lebensmittel-Handelsunternehmens Migros vorgestellt. Das Label zeichnet Produkte aus, die für eine naturnahe und artgerechte Landwirtschaft stehen. Die Produktion der betreffenden Lebensmittel ist zwischen ökologischem und konventionellem Landbau anzusiedeln und beinhaltet Aufwertungsmaßnahmen für das Ackerland und zum Schutz der biologischen Vielfalt. Terra Suisse wurde von Migros in Kooperation mit dem integrierten Anbauverband IP Suisse und der staatlichen Vogelwarte Sempach für die gesamte Schweiz entwickelt.

Der Naturpark TERRA.vita zeigt die erfolgreiche Inwertsetzung von Landschaft und biologischer Vielfalt im Bereich der Gesundheitswirtschaft. Das Projekt „Wandern mit Herz“ verbindet die landschaftliche Vielfalt des Natur- und Geoparks Osnabrück mit der dortigen guten Infrastruktur im Gesundheitsbereich. So wird die Region nicht nur als besonderer Erholungs- und Genesungsort für Patienten und Kurgäste vermarktet, sondern auch im Rahmen der Gesundheitsprävention. In diesem Projekt kooperieren eine große Herzklinik, ein Kurort und Touristiker.

Eine besondere Rolle bei der Stärkung der Wertschöpfung aus der biologischen Vielfalt im ländlichen Raum wird der künftigen EU-Agrarpolitik und ihren Programmen zur ländlichen Entwicklung zugeschrieben. Es wird erwartet, dass die biologische Vielfalt in der Agrarpolitik nach 2013 eine zentrale Begründungslinie für den Einsatz öffentlicher Mittel sein wird.

Auch den Kirchen wird eine starke Rolle zugeschrieben, wenn es darum geht, nachhaltiges Handeln zu verstärken. Nicht nur als ethische Instanz mit hoher Glaubwürdigkeit, sondern auch aufgrund ihres beträchtlichen Marktvolumens üben sie hier einen nicht zu unterschätzenden Einfluss aus. Über die kircheneigene Beschaffung auf Gemeinde- und Landeskirchenebene können sie als Vorreiter und Impulsgeber für nachhaltige Konsumentscheidungen dienen. Zudem können sie über die Lehreraus- und -fortbildung dazu beitragen, das Thema biologische Vielfalt in den Schulen zu verankern.

An dem Dialogforum im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin 2010 nahmen rund 150 Personen aus Industrie, Kammern und Verbänden, Behörden und Kommunen, sowie Parteien, Forschungseinrichtungen und private Personen teil.

 

Weiterführende Informationen:

Dokumentation Dialogforum biologische Vielfalt: Geschäftsidee Natur 2010 (PDF)

Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

Business and Biodiversity

PDF der Trendstudie der Otto-Group zu ethischem Konsum

Letzte Änderung: 29.01.2010

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